Bangkok by bike.

mit dem Fahrrad durch Bangkok und aufs Boot

Mit dem Fahrrad durch Bangkok. Ich muss verrückt gewesen sein, als ich die 5 Stunden Kombi-Tour durch Bangkok gebucht habe. Es ist viertel nach sechs als ich aus dem Hotel schleiche.

Mit dem Fahrrad durch Bangkok.

Ich habe mich von Henry überreden lassen. „Trust the locals“, dachte ich. Pünktlich um 7 Uhr hat mich das Taxi vor dem Büro von Co van Kessel ausgespuckt und jetzt stehe ich hier, mit nix im Magen, aufgereiht zwischen zwei Familien, aus Holland und aus Frankreich.

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Gespannt lauschen wir alle unserem Guide Jackie und ich frage mich, wie ich diese 5 Stunden überleben soll.

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Nach einer kurzen Begrüßung bekommt jeder sein Fahrrad. Es gibt auch Kinderfahrräder, aber ich würde sagen, die sind erst für Kinder ab 10 oder 12 Jahren.

Mit dem Fahrrad durch Bangkok, das ist Bangkok hautnah

Es geht los. Jackie schwingt sich aufs Rad und wir strampeln ihr hinterher. Die Fahrt führt durch die engen Gassen von Bangkok, vorbei an einem heiligen Baum mit Buddha Bildern, Statuen und einem Haustempel.

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Unterwegs werden nicht viele Pausen gemacht, denn die Idee ist nicht, die Leute anzustarren, sondern im Vorbeifahren Eindrücke zu sammeln. Wie es aussieht, geht das Konzept auf denn keiner scheint von den Touristen sonderlich genervt zu sein. Im Gegenteil, überall lächeln uns die Menschen zu und die Kinder winken schüchtern. Jackie fährt mit uns rasant über einen Gemüsemarkt, einen Fischmarkt und einen Blumenmarkt.

Zugegeben, ich hätte natürlich hier und da gerne angehalten und mehr Fotos gemacht, aber das ist nun einmal der Kompromiss, den man eingehen muss bei einer geführten Radtour. Immerhin sind die Bilder für immer in meinem Kopf. Wir schlängeln uns weiter durch das chinesische Viertel bis zu unserer ersten Station, einem chinesischen Tempel.

Dos and don’ts im Tempel

Ich kenne mich mit Religionen nicht sonderlich gut aus und bin dankbar für die kleinen Erklärungen von Jackie.

  • Bevor du einen Tempel betrittst, zieh die Schuhe aus und bitte nie, NIE, auf die Türschwelle treten sonst trittst du dem Gott auf den Kopf.
  • Bei den Räucherstäbchen gilt: Immer drei anzünden, eins für Buddha, eins für die Lehrer und Eltern und eins für die Mönche. (Das erinnert mich an die Heilige Dreifaltigkeit, für den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist).
  • Wenn du irgendetwas im Tempel umrundest, einen Tisch mit Heiligen Statuen oder wir den Tisch mit den Räucherstäbchen, dann gehst du immer im Uhrzeigersinn. Nie entgegengesetzt, denn das ist die Richtung der Geister.
  • Einen Mönch solltest du nie anfassen und als Frau auch den Blickkontakt vermeiden. Das ist nicht böse gemeint, aber Mönche müssen so vielen Regeln gehorchen und sollen nicht unnötig in Versuchung gebracht werden.

Apropos Mönche, wer morgens durch die Gassen von Bangkok geht, oder wie wir fährt, der sieht überall kleine Essenspakete vor den Häusern und Geschäften stehen.
Das sind Spenden für die Mönche. Sie werden von diesen jeden Morgen eingesammelt. Die Mönche dürfen nämlich nicht arbeiten und leben von diesen Spenden.

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Das sind Spenden für die Mönche und werden von diesen am Morgen eingesammelt. Die Mönche dürfen nicht arbeiten und leben von diesen Spenden.

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Mit dem Fahrrad durch Bangkok blickst du hinter die Kulissen

Wir machen Halt bei einer Vermieterin die Zimmer an Arbeiter vom Land vermietet. Es ist kaum vorstellbar, wie es die Menschen, teilweise ganze Familien, in diesen engen, dunklen Zimmern aushalten. Offensichtlich ist das aber ganz normal für jeden, der sein Glück in Bangkok versuchen will und niemand scheint darüber besonders unglücklich zu sein. Ich habe super Respekt vor diesen Menschen.

Eine Lotusblume für Buddha

Bevor wir zum Bootsanleger fahren, um über den Chao Phraya überzusetzen, kaufen wir ein paar Lotusblumen für unseren nächsten Tempelbesuch. Co van Kessel möchte bei ihren Touren lokale Händler und Restaurants unterstützen. Bei der Fahrt über den Blumenmarkt habe ich mich gefragt, was machen die Thais mit den Tausend und Abertausend abgeschnittenen Blumenköpfen, jetzt ist mir alles klar. Sie fädeln sie zu Ketten auf, machen Blumengestecke daraus und schmücken tagtäglich ihre Altäre. Auch wir basteln jetzt eine Lotusblüte für Buddha, denn die Legende sagt, dass dort, wo Buddha einst lang lief, Lotusblumen wuchsen.

Jackie zeigt uns zwei Falttechniken und mit ein bisschen Übung habe ich eine schöne Lotusblüte für Buddha gezaubert. Wir legen unseren Lotusstrauß zu seinen Füßen und sind alle ganz glücklich.

Aufs Wasser

Jetzt startet der zweite Teil, die Bootstour durch die Kanäle. Es ist ein völlig anderes Bangkok, das ich hier erlebe, fernab vom Glamour der Hochhäuser. Ich kann mich gar nicht sattsehen an den Pfahlhäusern.

Die Räder werden ausgeladen und wir radeln an den Kanälen entlang kreuz und quer durch ein Viertel bis zu einem kleinen Restaurant, in das ich mich im Leben nie gesetzt hätte. Es serviert uns das köstlichste Essen überhaupt. Noch authentischer als hier ist unmöglich Ein unvergessenes Erlebnis fernab aller Touristen. Nach dem Essen geht es zurück über den Chao Phraya und schon sind wir da, wo wir heute Morgen losgefahren sind. Die Zeit verging wie im Flug und ich muss sagen, es war großartig. Wie ich schon sagte: „Trust the locals.“

Noch ein Wort zu Kindern auf dieser Tour. Wir sind um verdammt enge Kurven gefahren, da sollte dein Kind sicher fahren können. Ein Vater hat seine Tochter hinten auf dem Kindersitz mitgenommen, der allerdings keine Fußstützen hatte. Sie machte das 5 Stunden lang mit, ohne zu murren. Sieht vielleicht unbequemer aus, als es ist.

 

Text und Fotos: Britta Smyrak

Danke Henry, danke Jackie und Co van Kessel Bangkok Tours für die Unterstützung und das Erlebnis mit dem Fahrrad durch Bangkok zu radeln. Dank an das  Thailändische Fremdenverkehrsamtes (TAT) für die Einladung nach Bangkok.

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade „Die besten Tipps für Städtetrips“ des Jo Igele Reiseblogs teil.

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