Bali oder der letzte Grund!

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Wie schön war es, als Lilia noch kleiner war. Und wie blöd von uns, dass wir ihn Jahr für Jahr, für Jahr verschoben haben, den letzten, großen, langen Urlaub. Dabei hat der uns erst so richtig als Familie ins Gleichgewicht gebracht. Geplant waren zwei Monate. Mindestens. Daraus geworden sind 5 Wochen. Immerhin.

Nach einem Abstecher auf den Philippinen sind wir kurz nach Sylvester in Denpasar der Hauptstadt Balis gelandet. Den Jetlag hatten wir bereits hinter uns, aber ich hatte sowieso das Gefühl, dass Lilia besser und vor allem viel mehr während des langen Fluges geschlafen hatte als ich. Am Ende kam sie ausgeruhter an, nur leider zur falschen Tageszeit. Es hat dann ungefähr drei Tage gedauert bis, wir alle unseren Rhythmus wieder hatten und Lilia nicht mehr der Meinung war wir müssten morgens um 3 spielen.

Endlich da. Unser Urlaub auf Bali mit Kind.

Als wir aus dem Flieger steigen, ist es, als ob wir einen wohltemperierten Backofen betreten und auf der Fahrt zum Hotel fällt auf, wir sind umgeben von Göttern und Altaren. Der Januar ist nicht unbedingt die beste Reisezeit für Bali, so stand es zumindest im Reiseführer, weil es die Regenzeit ist und damit auch eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Aber ein paar Tropfen am Nachmittag bei 28 Grad sind immer noch besser als -15 Grad in Berlin. Dass gute an der Regenzeit ist, die Hotels überbieten sich mit Rabatten. Unsere erste Station war das Hotel Conrad in Nusa Dua mit einer unglaublichen Poollandschaft.

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Es liegt nicht weit vom Flughafen an der Ostküste und wir dachten uns, für den Anfang ist so ein Luxus Hotel nicht schlecht, zum akklimatisieren sozusagen. Danach wollten wir dann etwas einfacher und günstiger reisen. Vorgesehen war, für ein paar Tage auf die Gili Inseln zu reisen, denn „echte“ Bali Kenner hatten uns gesagt, dass die ja viel cooler sind, weil Bali ja jetzt schon sooo touristisch ist. Ja, ja, ja. Die Inseln sehen auch prima aus und wir hatten schon ein schönes Hotel gebucht, aber dann hat uns Lilia einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sie wurde krank und das Downgraden blieb ein frommer Wunsch.

Plan B

Vier Tage Fieber und ich war heilfroh in einem klimatisierten Hotelzimmer zu sein, mit einem Arzt für den Notfall in der Nähe. Plan B heißt wir wechseln die Küste und ziehen um nach Jimbaran ins gleichnamige Jimbaran Puri Bali. Das war die beste Entscheidung und das Schönste, was ich je erlebt habe. Das Jimbaran liegt direkt an einer wunderschönen Bucht und besteht aus verschiedenen Villen und Cottages, die sich in einem Park verteilen.

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Morgens auf dem Weg zum offenen Frühstücksrestaurant empfängt uns eine Gruppe von Gamelan Musikern und es hat nichts Kitschiges an sich sondern ist einfach nur schön. Tagsüber wechseln wir vom großen Pool zum Meer und zurück und es kostet uns tatsächlich Überwindung, einen Ausflug zu machen.

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Umgeben von Göttern, Geistern und Tempeln

Aber man kann einfach nicht auf Bali sein und keinen Tempel besuchen. Erstens gibt es Hunderte davon und zweitens ist Bali für mich, neben der Stadt Varanasi in Indien, der Spirituellleste Ort auf der Welt, den ich je besucht habe. Neben den offiziellen großen Tempeln besitzt jedes Haus seinen eigenen mehr oder weniger großen Altar. Überall liege kleine Opferschälchen, in jedem Restaurant brennen Räucherstäbchen und es wird kurz zwischen dem Servieren gebetet.

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Es gibt Götter im Wasser, auf den Bergen, an Land, an Brücken, an Straßenkreuzungen, eigentlich überall und die wollen alle geehrt und besänftigt werden. Das verlangt gerade von den Frauen viel Arbeit ab. Jeden Morgen werden kunstvolle Blumengestecke gebastelt, Schälchen aus Palmenblättern mit kleinen Opfergaben gefüllt und an die Götter verteilt. Bali kennt mehr heilige Prozessionen, als es Tage im Jahr gibt. Das bedeutet, dass es eigentlich immer und überall etwas zu feiern gibt und hat zur Konsequenz, dass immer ein Teil der Angestellten nicht zur Arbeit erscheinen kann, wie uns ein Freund berichtet. Er hat daraus die Lehre gezogen und ein Drittel mehr Angestellte in seinem Restaurant eingestellt. Damit ist gewährleistet das immer genügend Personal da ist, denn gegen Götter ist er machtlos.

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Da wir schon im Süden sind, nehmen wir uns ein Taxi und fahren noch etwas weiter südlich zum Pura Luhur Ulu Watu. Er gehört zu den Seetempeln Balis und zu den bedeutendsten Heiligtümern der Insel überhaupt. Bali mit Kind zu bereisen ist traumhaft. Unser Taxifahrer ist wie alle Balinesen unglaublich nett und vernarrt in Kinder. Egal wen wir treffen, wir werden immer gefragt, ob wir verheiratet sind und ob wir noch mehr Kinder haben möchten. Am besten man antwortet auf beide Fragen mit „Ja“, den alles andere bringt das Bild der Balinesen ins Wanken. Kinder sind für sie das höchste Gut und die Familie ist heilig. Und ganz ehrlich es hört sich gar nicht so verkehrt an. Nach kurzer Fahrt muss ich mit Lilia nach vorne neben den Fahrer wechseln, weil ihr schlecht ist. Zum Glück ist unsere Wahl des Tempels nicht auf den Pura Tanah Lot gefallen.

Endlich sind wir da. Der ca 1000 Jahre alte Tempel tront auf einem etwa 100 Meter hohen Felsvorsprung. Alleine das ist schon beeindruckend. Vor allem wenn man runter auf das tosende Meer schaut.

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Bewohnt wird die Tempelanlage heute von jeder Menge Makaken und die machen sich einen Spaß daraus von den Touristen zu mopsen was sie kriegen können. Von der Sonnenbrille bis zum Flip-Flop, gut festhalten heißt die Devise, sonst ist es futsch.

Nirgendwo geht die Sonne schöner unter

Nach dem Tempelbesuch dauert es nicht mehr lange bis zum allabendlichen Schauspiel. Wir reserviern uns die besten Plätze am Strand in der ersten Reihe und genießen den Sonnenuntergang mit einem kühlen Cocktail in der Hand. Es ist unglaublich, was Licht und Wolken zaubern und wir wir bleiben so lange sitzen bis es endgültig dunkel ist und wir das schlafende Kind ins Bett tragen können.

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Nach einer Woche in Jimbaran geht es weiter die Küste hoch nach Seminyak und von da aus ins Landesinnere von Bali.

 

Fotos: Britta Smyrak, Manuel Funk

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