Spuren hinterlassen. Schneeschuhwandern im Rofan.

schneeschuhwandern in tirol

Ich habe heute Morgen nicht viel Zeit. Es geht auf den Berg, hoch ins Rofangebirge zum Schneeschuhwandern in Tirol und Daniela steht schon mit laufendem Motor vor der Tür. An der Talstation der Rofanseilbahn werden wir bereits von Andreas unserem Bergführer erwartet. Das Schöne am Schneeschuhwandern in Tirol, ich muss es nicht erst lernen. Einfach die Schuhe anschnallen, zwei Stöcke in die Hand und ich kann losgehen. Das Einzige, worauf ich achten muss, ich muss ein bisschen breitbeinig gehen, damit ich nicht über meine eigenen Füße falle. Okay, das kriege ich hin.

Tirol_Schneeschuhe_8937

Da gehen wir hoch, da hinten durch und dann da lang.

Wir schlurfen los. Ist schon irre, mit diesen Krallen zu gehen. Selbst auf rutschiger Piste habe ich guten Halt. Andreas erklärt mit ausladender Geste, wo wir heute überall langlaufen werden und ich frage mich, ob er da nicht ein bisschen viel vorhat. Er wird schon wissen, was er tut, denke ich und nicke zustimmend. Erst gehen wir auf normalen Wegen, aber dann heißt es ab durchs Gebüsch. Und das macht richtig Spaß.

Egal wie tief der Schnee ist, wir kommen durch. Nichts gegen Wandern, aber Schneeschuhwandern ist definitiv mehr Abenteuer. Natürlich sollte man sich auskennen in dem Gebiet, wo man wandert, damit man nicht in irgendwelche Spalten fällt oder unter eine Lawine kommt. Aber dafür gibt es ja Leute wie Andreas.

Tirol_Bergfuehrer_Andreas_8942

Knarsch, knarsch, knarsch

Es dauert nicht lange und wir sind alleine. Das einzige Geräusch sind unsere Schritte. Es hat etwas meditatives. Keiner sagt ein Wort. Ab und zu bleiben wir stehen und geniessen die Aussicht. Ich komme mir vor wie bei der Erstbesteigung eines Berges.

Erster!

Kindliche Freude kommt auf. Der Erste zu sein und seine Spuren zu hinterlassen, das hat was. Es erinnert mich an früher. Wenn es über Nacht geschneit hatte und ich morgens aufwachte, dann war ich ganz hibbelig und wollte unbedingt in den Hof, um mein Revier zu markieren. Das Gebiet zu erobern war wichtig. Komisch, daran hat sich offensichtlich nichts geändert.

Schneeschuhwandern in Tirol. Bitte Nochmal

Wir wandern knapp vier Stunden querfeldein und ich komme so langsam an meine Grenzen. In der Ferne sehen wir die Hütte und die letzten Meter fallen mir echt schwer. Ich kann es kaum erwarten, mich zu setzten. Ich bin total platt, total glücklich und verputze den weltbesten Germknödel auf der Erfurter Hütte. Und ich bin auch ein großer Fan vom Schneeschuhwandern geworden. Das war bestimmt nicht das letzte Mal. Das kann ich beim nächsten Mal gleich mit der ganzen Familie machen. Wichtig ist nur, das es die Schneeschuhe auch in kleineren Größen gibt. Ohne Kurs, einfach anschnallen, sich über das Gebiet schlau machen oder noch besser, einen Führer nehmen und losgwandern. Man freue ich mich jetzt auf mein Bett in meinem wunderschönen Appartement mit Namen Ronja.

Aktualisierung: Es war tatsächlich nicht das letzte Mal. Ich hatte das große Glück in der Schweiz und in Südtirol wieder auf Schneeschuhen durch den Winter zu stapfen. Bitte mehr davon!

Mehr Lesetipps für Abenteuer im Schnee:

Text und Fotos: Britta Smyrak

Danke an Daniela von Achensee Tourismus für das gemeinsame Schneeschuhwandern in Tirol, an Sport WW-Sport Wörndle für die Ausrüstung und empfehlen möchte ich unseren Bergführer Andreas Wierer.

Merken

Print Friendly, PDF & Email

13 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.