Liebe geht durch den Magen in Athen.

Liebe geht durch den Magen in Athen

Ich bin zu spät. Schon wieder. Die Metro von Athen ist nicht schuld. Ohne sie wäre ich in dieser Stadt komplett aufgeschmissen. Ich rege mich über mich selber auf, darüber, dass ich weder die Sprache verstehe, noch die Schrift lesen kann.

Ich bin hier, wo bist du?

Um 14 Uhr war ich mit Kostas, meinem Guide den ich über Viator gebucht habe vor der kleinen Kirche auf dem Monastiraki Platz verabredet, und jetzt ist es schon 10 nach und ich bin immer noch zwei Stationen vom Platz entfernt. Ich habe Panik, dass die Foodtour in Athen ohne mich startet.

Als ich aus der U-Bahn aussteige, rufe ich die Telefonnummer an, die für den Notfall auf dem Voucher steht, denn das ist ein Notfall: „Hello! I am coming, please wait for me.“-„No Problem, I am waiting in the station.“-„How do I know you?“-„I wave with umbrella„. Und da sehe ich auch schon einen Schirm winken. Kein bunter Guideschirm, nein ein ganz normaler Regenschirm, denn es hat angefangen zu regnen.

Athen im Regen. Kneif mich mal.

Wir flüchten uns in unsere erste Station, das Café Meliartos.  Hier probiere ich zur Einstimmung Bougatsa, das sind Blätterteigpasteten mit Käsefüllung, die die Griechen gerne zum Frühstück essen, warm, fettig, lecker.

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Der Regen lässt nach und wir gehen weiter. Als Nächstes möchte mir Kostas zeigen, wo die Athener ihre frischen Lebensmittel einkaufen und führt mich zum Fleisch und Fischmarkt. In den über 100 Jahre alten Markthallen Athens bieten die Händler lautstark ihr reichhaltiges Angebot an Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten an.

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Ich habe gelesen, wer geruchsempfindlich ist oder den Anblick von Lammköpfen nicht ertragen kann, der sollte den Fisch- und Fleischmarkt lieber meiden. Ich denke, wer das nicht ertragen kann, der sollte Vegetarier werden und wer Fleisch isst, der sollte unbedingt dort hingehen und sich mal wieder klar machen, dass das Filet von gestern Abend vorher einen Kopf, Zunge, Augen und Beinen hatte. Bei mir hat es den Effekt, dass ich mehr Respekt vor dem Tier und seinem Fleisch bekomme und darum selten Fleisch esse, aber nicht ganz darauf verzichten möchte.

In der Halle nebendran wird der Fisch kunstvoll drapiert und die lebenden Krabben versuchen den Kisten zu entfliehen. Der Boden ist nass und glitschig, also besser nicht mit Flip Flops hier durchgehen.

Direkt am Ausgang der Markthallen befinden sich einige Nuss- und Gewürzstände und direkt gegenüber ist der Obst- und Gemüsemarkt.

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Hier sieht alles so frisch, lecker und gesund aus, am liebsten würde ich überall gleich reinbeißen. Kostas kauft ein paar Tomaten und Kräuter für einen Salat ein und jetzt ist es Zeit für einen Kaffee.

Coffee break

Kostas führt mich in das Café Mokka, das gleich um die Ecke von den Markthallen liegt. Der typische griechische Kaffee wird hier auf Sand gekocht. Das kommt zwar von den Arabern kommt, aber im Mittelmeerraum vermischen sich gerade beim Essen gerne die Kulturen. Das Kochen ist eine Kunst für sich, denn wenn man nicht aufpasst, dann kocht der Kaffee auch schnell mal über.

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Wir bestellen zwei Espressi, und obwohl ich von Kostas vorgewarnt wurde, muss ich sagen, es ist einer der besten Espressi, die ich in meinem Leben getrunken habe. Der ist so gut, da steht fast der Löffel in der Tasse.

Mein Souvenir aus Athen steht fest, eine Tüte frisch gemahlener Espressokaffee! Ich weiß zwar jetzt schon, so gut werde ich es zu Hause nicht hinkriegen, aber jede Tasse wird mich an diesen Ort und an diesen Augenblick erinnern.

Brotzeit auf Griechisch

Als nächste Station hätte ich alles erwartet, aber nicht das. Wir betreten ein wahres Wurts- und Käseparadies und nach dem besten Kaffee folgt nun die beste Brotzeit von Athen mit Schinken, Käse und Wurst.

So, ich bin jetzt satt. Zum Glück ist die nächste Gourmetadresse nur etwas zum Riechen und Schauen. Ein Stück die Straße hoch, gehen wir zu Fotsi. Hier gibt es Gewürze aller Art und vor allem Tee gegen jedes Wehwehchen.

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Liebe geht durch den Magen in Athen und Essen macht gesund.

Jetzt bin ich dran. Was ich nicht wusste, aus den Sachen, die Kostas auf dem Markt gekauft hat, soll ich unter seiner Anleitung einen Salat zubereiten. Okay, das kriege ich hin. Wir gehen dafür zu einem Delikatessenhändler. Hinten im Laden steht ein Tisch, an dem ich loslegen kann. Während ich die Tomaten schnippel und den Käse würfel, bringt Kostas einige Leckereien an und weiht mich ein in das Geheimnis der gesunden Griechen. Er zeigt mir ein Öl, das durch seine desinfizierende Wirkung heilt. Ich probiere einen Löffel und spüre, dass es ganz leicht im Hals brennt. Kostas lässt mich Essig probieren, den ich ohne Weiteres naschen könnte. Er gibt mir ein Gläschen mit Likör, der nach Kafffee schmeckt und ein Gläschen köstlichen Wein.

Ein Geschmackserlebnis jagt das andere. Wenn ich da an mein Olivenöl und meinen Essig zu Hause denke, Baby dazwischen liegen Welten! Ich will ja nicht angeben, aber mein Tomatensalat schmeckt hervorragend. Ich esse alles auf, bin bis über beide Ohren in die griechische Küche verliebt und werde dieses Jahr bestimmt nicht mehr krank.

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Die Belohnung der Marathonläufer

Was jetzt noch fehlt, ist ein Nachtisch. Kein Problem, schon gar nicht in Athen. Unsere letzte Station ist das Café Lukumades in dem gibt es was? Lukumades natürlich, das sind kleine Teigbällchen, die in Fett schwimmend frittiert und dann mit einem Topping versehen, am besten noch warm serviert und gegessen werden.

Ich entscheide mich für die klassische Variante mit Honig und esse glücklich ein Bällchen nach dem anderen während Kostas mir erzählt, dass diese Leckerei einst den Marathonläufern nach dem Rennen als Belohnung gereicht wurde. 42 Kilometer laufen für Lukumades? Auf jeden Fall!

 

Fotos und Text: Britta Smyrak

Danke an Kostas für die tolle und unterhaltsame Tour und danke dem Tourenanbieter viator für die Einladung. Meine Meinung, mein Appetit und jegliche Begeisterung sind davon unabhängig.

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