Ikonisch und unverwechselbar. Havanna, Kuba.

Ikonisch und unverwechselbar. Havanna, Kuba.

Diese Stadt und das ganze Land, von dem wir alle wissen, dass es sich im Umbruch und gleichzeitig im Stillstand befindet. Es bleibt, was es ist: Ikonisch und unverwechselbar. Havanna, Kuba. Für mich persönlich ist dies hier ein besonderer Moment, der sich in mein Gedächtnis einbrennt: In Havanna zu stehen. Auf der Dachterrasse des Hotels Inglaterra zu stehen, hinunter auf den Parque Central und die Stadt dahinter zu schauen.

Doch ich kann nur erahnen, wie es sich angefühlt haben muss, an diesem einen besonderen Novemberabend im Jahr 2016, zwischen Hunderttausenden Kubanern auf dem Platz der Revolution zu stehen und miteinander einen äußerst emotionalen Moment zu teilen: den Abschied vom Commandante. Viele dieser Kubaner haben Jahre ihre Lebens, viele ihr ganzes Leben mit ihrem leuchtenden Vorbild geteilt. Der Revolutionsführer, die Ikone Fidel Castro ist für alles verantwortlich, was Kuba heute ausmacht – in jeglicher Hinsicht.

Kuba öffnet sich weiter.

Nach einer Phase der Entspannung und Annäherung, dessen Höhepunkt die Öffnung der Botschaften in Washington und Havanna im Jahr 2015 war, verschlechterte sich das Verhältnis der USA gegenüber Kuba zuletzt wieder. Die Zahl der US-Touristen hatte sich seit 2014 von damals 91.000 auf über 280.000 im Jahr 2016 erhöht. Trotz der verschärften US-Sanktionen 2017 dann auf rund 620.000, ein Anstieg um 217% im Vergleich zu 2016! Die USA nehmen bei den Herkunftsländern der Kuba-Touristen übrigens den dritten Platz ein.

Festhalten lässt sich, dass elf Millionen Kubaner momentan auf einen so offenen Horizont blicken, wie er es seit Generationen nicht mehr war. Klar, das schafft viel Unsicherheit und viele Erwartungen. Trotz aller Veränderungen, trotz Lockerungen von Embargos und der Rückschritte  von 2017 und 2018, modernisiert sich die Karibikinsel. Kuba will und wird sich auf den Rest der Welt zubewegen. All das, was damit einhergeht, wird diese Insel weiter verändern. Hoffentlich bewahrt sich die Karibikinsel dabei dieses Unverwechselbare, das Optimistische, das Magische.

Das Abenteuer Havanna musst du selbst erleben.

Es ist, was es ist: eine unnachahmliche Kombination aus Musik, Tanz und Liebe mit Lebenslust, Temperament und Melancholie. Wie sollen es Worte beschreiben? Auch wenn du vom Wissen her auf dem neuesten Stand bist; wenn du denkst, du hast eine Idee davon, wie es hier ist – sorry, nein. Du solltest definitiv selbst entdecken, wie einzigartig dieses Land trotz aller Veränderungen noch immer ist. Ich spreche aus Erfahrung. Jetzt, da noch keine Fast-Food-Ketten, sondern die Sätze der Revolution und Che Guevara-Konterfeis von den Wänden strahlen: Flieg jetzt oder nie nach Kuba! Selbst Worte und Bilder können nicht beschreiben, was hier mit dir passiert. Trotzdem zeige ich dir, wenn du kurz mitkommen möchtest, meine Lieblingsbilder aus Havanna.

Des einen Freud‘, des anderen Alltag. Lieblingsbilder aus Havanna.

Vielleicht hast du Havannas Klassiker schon gesehen und lässt dich auch mal auf ein bisschen Ungeseheneres ein? Denn das Leben der Menschen spielt sich zum allergrößten Teil draußen, auf der Straße ab. Es macht unheimlich Spaß, sich treiben zu lassen und kleine Details  aus dem Alltag Havannas zu entdecken.

Wer beim Entdecken schafft, seinen Schritt zu entschleunigen und sich einzulassen auf den Rhythmus dieser Stadt, der bekommt wirklich unglaublich viele eindrucksvolle Szenerien geboten, die wie gemalt wirken.

Ich mag dieses Setting unheimlich gern, wie die Männer mit ihrem Tisch auf der Straße sitzen; Alte mit Jungen, Domino spielend.

Ebenso sehr, wie Großmütter, Mütter und Enkel Zeit damit verbringen, sehr viel Tageszeit miteinander zu verbringen. Ein Phänomen, das aus unserer immer digitaler werdenden Arbeitswelt unschönerweise mehr und mehr verschwindet. Immer online, doch nie mehr wirklich da.

In vielen Straßenzügen triffst du auf Männer jeglichen Alters, die mit Hingabe an ihren Oldtimern herumfrickeln. Faszinierend, wie freundlich, offen und redselig alle sind.

Natürlich ist es ein Muss, in einer Bar einen Cuba Libre zu nehmen, klar. Je authentischer die Bar, desto sympathischer ist es mir persönlich.

Die Musik, Rumba, Salsa … so wunderbar … und wer braucht schon mehr als das und Rum?

Ikonisch und unverwechselbar. Havanna, Kuba. Gesichter der Stadt.

Lieblingsorte, wohin das Auge sieht:

El Malecón: Mit dem Bau wurde 1901 am Paseo del Prado begonnen, der Habana Vieja vom Centro Habana trennt. Bis 1952 wurde er bis zur Mündung des Almendares-Fluss am westlichen Ende des Stadtteils El Vedado erweitert, wo er noch heute endet.

Kubas berühmte Uferpromenade ist allerdings nicht nur Abends eine Klassiker-Location, sondern auch tagsüber ist es einfach göttlich, in einem Sammeltaxi hier entlang zu cruisen. An der Ostseite der Einfahrt zur Hafenbucht kommst du am Castillo de los Tres Reyes del Morro längs, der alten Festung auf dem El Morro genannten Felsen.

Entlang des Malecóns entstanden im Lauf des 20. Jahrhunderts repräsentative Bauwerke, Denkmäler und auch die Botschaft der USA. Ungefähr in der Mitte befindet sich das zum Weltkulturerbe gehörende Hotel Nacional, in welchem du Abends mal auf einen Drink einkehren solltest. Lohnt sich.

Das Kapitol von Havanna wurde ab 1926 vom Architekten Eugenio Rayneri Piedra erbaut und ab 1929 bis 1959 als Sitz der Legislative genutzt. Der Sitz des kubanischen Parlaments, ein Bau in neoklassizistischem Stil, soeben frisch renoviert und restauriert.

Der Paseo del Prado, die 1772 erbaute und Anfang des 20. Jahrhunderts restaurierte zweiachsige Promenade im historischen Stadtkern Habana Vieja, führt vom Parque Central bis herunter zum Atlantik. Flankiert wird die zwei Kilometer lange Prachtstraße am Anfang, in der Mitte und am Ende von zwei Löwen aus Bronze, welche als Symbol für die Stärke der spanischen Krone standen. La Habana Vieja gehört seit 1982 zum von der UNESCO registrierten Weltkulturerbe.

Absolut sehenswert auch die Plaza de Catedral mit der 1748 zu Ehren von Christoph Kolumbus erbauten Catedral de San Cristóbal.

Bedeutendstes Kunstmuseum Kubas: Das Museo Nacional de Bellas Artes, gegründet 1913 und seit 1953 zuhause im Palacio de Bellas Artes.

Eine völlig andere schöne Kunst, nämlich die für den Magen, möchte ich nicht unerwähnt lassen. Lass dir das keineswegs entgehen: Eis essen in der Kulteisdiele Coppelia. Die Location und das ganze Erlebnis, was du garantiert haben wirst – ich schwöre – sind, wie so vieles in Kubas Hauptstadt, einfach sensationell.

Fahr’n, fahr’n, fahr’n: Das Universitätsgebäude der Escuela de Farmacia im Stadtteil Vedado hat Lieblingsanblickpotential. Ikonisch und unverwechselbar. Havanna, Kuba.

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Auf in die Karibik

Du hast Lust auf die Karibik bekommen? Britta war eine Woche auf Jamaika unterwegs und hat auf ihrer Reise viel über Rastafari und ihre Kultur gelernt, das beste Essen auf der Insel entdeckt, spannende Menschen getroffen und sich in Kingston auf die Spuren von Bob Marley begeben.

Text und Fotos: Sabine Neddermeyer

Meine Recherchen wurde ermöglicht durch das Kubanische Fremdenverkehrsamt, dem ich hiermit meinen herzlichsten Dank ausspreche für alle Erfahrungen, die mit dem Land und dieser einzigartigen Kultur verbunden sind. 

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