Small is beautiful. Formentera

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Berlin 30°,  jetzt ein Sprung ins kühle Nass, das wäre der Hit. Bei dem Gedanken kommt sofort die Sehnsucht auf nach Formentera, der kleinen Insel gleich hinter Ibiza.

Die Karibik vor der Tür

Gerade mal 23 Kilometer lang und an der schmalsten Stelle keine zwei Kilometer breit, hat sich Formentera landschaftliche Ursprünglichkeit bewahrt. Die Tatsache, dass es keinen Direktflug gibt, hat die Insel ein bisschen davor geschützt, von Touristen überschwemmt zu werden. Dabei ist es ganz einfach. Vom Flughafen auf Ibiza nimmt man sich ein Taxi direkt zum Hafen und steigt dort auf die Fähre nach Formentera. Die Überfahrt dauert ungefähr eine halbe Stunde und schon ist man da. Belohnt wird diese Mühe in der Nebensaison von fast menschenleeren, unglaublich schönen Stränden. Urlaub auf Formentera mit Kindern ist ein Traum.

Aber selbst in der Hauptsaison soll es erträglich sein. Das Wasser auf Formentera ist so klar und schimmert so türkis, ich komme mir vor wie in der Karibik. Schuld daran ist das Neptungras auch Posidonia genannt. Es säumt die Küsten und filtert fleißig das Wasser.

Formentera vom Wasser aus

Kenner sagen, wer die Insel nicht vom Wasser aus gesehen hat, der hat sie nicht gesehen. Also ab aufs Boot. Mit 4 Nomadas gleich in der Nähe vom Hafen mache ich einen Bootsausflug und wir nehmen gleich die Kajaks mit für einen kleinen Paddelausflug.

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Raus geht es aus dem kleinen Naturhafen von La Savina und die Küste hoch, vorbei an den Traumstränden Cavall d’en Borras, Platja de ses Illetes bis zur Privatinsel Espalmador. Diese kleine Insel darf betreten werden, man kommt allerdings nur mit dem Boot hin. Okay, wer will kann auch seine Klamotten auf dem Kopf balancieren und durch das hüfthohe Wasser laufen. Die Strömung kann aber recht stark sein und mit Kind würde ich es nicht wagen. Lieber ein Boot für einen Tag ausleihen, alles für ein Picknick einpacken und los fahren. Das geht übrigens ohne Führerschein und macht echt Spaß.

Das Gute an so einer Bootstour ist auch, dass man an den netten Strandbars und Restaurants vorbei kommt und jederzeit eine Pause einlegen kann. z.B. am Restaurant Es Moli de Sal. Nicht ganz billig, aber sehr schön und sehr lecker. Ist auf Dauer ja auch anstrengend die ganze Zeit auf so einem Boot (kl. Scherz).

Entspannter Urlaub auf Formentera mit Kindern.

Wem die Westküste zu lau ist, der kann an die Ostküste zum Platja de Llevant fahren. Hier weht öfter mal eine leichte, erfrischende Brise. Es gibt ein bisschen mehr Wellen und nicht zu vergessen, auch hier die für mich nicht ganz unwichtige Strandbar. Denn, ich spreche da aus Erfahrung, kaum ist man in der einsamen Bucht angekommen heißt es: „Ich hab‘ Hunger“. So ein bisschen Zivilisation hat also auch was Gutes auf dieser perfekten Insel für Familien.

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Buchten und Strände zum Baden gibt es genug. Die meisten Strände sind flach abfallend, ohne gefährliche Strömungen und für Kinder bestens geeignet. Fährt man mit dem Boot die Westküste hinunter nach Süden, bietet sich ein ganz anderes Bild. Schroffe Felswände ragen ins Wasser und bilden kleine Höhlen, die natürlich sofort mit dem Kajak erkundet werden müssen.

Und dann hält mich nichts mehr, es wird angebadet. Zum Glück habe ich einen Shorty an, denn das Wasser ist doch noch recht frisch, aber hey, im Meer baden muss einfach sein! Nach dem Baden und drei Stunden auf dem Wasser meldet sich mein Magen: HUNGER! Im Eiltempo zurück und schnell ins Restaurant.

Liebe geht durch den Magen

Wenn das so ist, dann habe ich mich jetzt verliebt, denn das Essen auf Formentera ist superlecker. Eine Spezialität ist der Bauernsalat mit Trockenfisch, der Ensalada Payesa

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Den habe ich eigentlich immer und überall gegessen. Auch Rochen findet sich oft auf der Karte und ist zu empfehlen.

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Gut Essen kann man zum Beispiel in der etwas skurrilen Blue Bar. Die liegt im Süden der Insel direkt am Platja Migjorn.

Keine Ahnung, welche Partys hier stattfinden, aber eines ist sicher, der direkte Draht nach oben steht.

Ein weiteres Restaurant, das ich empfehlen kann, ist das Vogamari am gleichen Strand. Hier gibt es auch die berühmte Meeresfrüchte Paella.

Müde bin ich, geh zur Ruh‘

Nach viel Action und noch mehr gutem Essen stellt sich nur noch die Frage nach dem Quartier. Formentera hat keinen Campingplatz und die meisten Urlauber mieten sich eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus. Weil ich es aber mag im Urlaub bedient zu werden, ziehe ich ein Hotel vor. Ich habe zwei Empfehlungen für die Insel: Das Hostal la Savina, es liegt gleich neben 4Nomadas an dem kleinen Naturhafen und sieht von außen mit den Liegen am Strand und dem schönen Innenhof sehr sympathisch aus. Das Zweite ist das einzige Designhotel auf Formentera, das Es Marès in Sant Francesc. Es liegt nicht am Meer, hat aber einen eigenen kleinen Pool und weil die Entfernungen auf Formentera eh nicht so groß sind stört mich das nicht.

Klein aber oho

Formentera ist klein und fein und es gibt genug zu tun. Wer es überhaupt schafft, sich vom Strand zu lösen, alleine das fällt mir ja schon schwer, der kann einen Ausflug machen zum Leuchtturm La Mola. Hier fallen die Klippen ca. 140 Meter steil ab ins Meer. Und ist man schon mal da, dann lässt es sich sehr gut verbinden mit einem Besuch des kleinen Hippiemarktes in El Pilar, der am Mittwoch und Sonntag seine Pforten öffnet. Ganz in der Nähe hat auch der Schmuckdesigner Enric Majoral sein Atelier. Beides gute Adressen für ein originelles Mitbringsel. Außerdem gibt es auf Formentera Wanderwege und die Möglichkeit sich ein Fahrrad oder einen Skooter zu mieten und die Insel zu erkunden. Und wer es gar nicht aushält, der schwingt sich auf die Fähre und besucht Ibiza für einen Tag. Noch mehr Stories zu der Insel gefällig? Stefan Weißenborn von Boarding comleted war mit mir auf Formentera und hat auch ein paar Tipps für euch.Viel Spaß dabei, ich bleibe hier auf Formentera.

Fotos: Britta Smyrak

Danke an Maria von Tourspain und Miguel für die Einladung  und die super Betreuung vor Ort. Ohne euch wäre die Reise nur halb so schön gewesen.

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