Salento, Land zwischen den Meeren. Reisetipps für Apulien.

Reisetipps für Apulien

Reisetipps für Apulien. Der Hacken von Italien, diese Region zwischen den Meeren mit langen Sandstränden, schroffen Steilküsten und endlosen Olivenhainen, heißt Salento und ist die Krönung Apuliens, der Süden des Südens.

Vor allem in der Nebensaison, bevor die Italiener aus dem Norden im Juli und August die Strände bevölkern, ist diese Gegend ein Traum. Der Absatz vom italienischen Stiefel ist so schmal, du kannst bei Sonnenaufgang an der adriatischen Küste frühstücken und zum Sonnenuntergang auf der anderen Seite, am Ionischen Meer deinen Sundowner genießen. Die Fahrt von Küste zu Küste beträgt gerade mal eine Stunde!

Salento und das Olivenöl

Die Flughäfen in Apulien sind Bari und Brindisi. Im Moment fliegt Ryan Air ab Berlin günstig nach Bari. Die Fahrt vom Flughafen zur Masseria Stali, meine typische Unterkunft auf dem Land, dauert 2 Stunden, manchmal können es auch 2,5 Stunden sein meint der Fahrer, je nach Verkehr eben. Endlose Olivenbaumfelder rechts und links von der Straße prägen die Landschaft. Knorrige Bäume, gerne mehrere Jahrhunderte alt, stehen bis zum Horizont.


Die Masseria Stali liegt ganz in der Nähe des Örtchens Caprarica di Lecce. Hier kannst du die alte Ölmühle der Familie Greco besichtigen. Mehr als 50.000 Olivenbäume sind in ihrem Besitz und Ihr NACHIRO Olivenöl hat 2008 den Preis für das beste organic extra virgin Olivenöl gewonnen. Olivenöl ist das Gold des Salento. 1% der gesamten Olivenölproduktion Italiens kommt aus dieser Region. Die Olivenernte beginnt im Oktober und geht bis in den Dezember. Noch in den 1950er Jahren wurden die Oliven in kühlen Felsräumen unter der Erde ausgepresst. Fast ein halbes Jahr lang lebten früher die Arbeiter samt ihrer Esel abgeschottet unter Tage. Die Temperatur in diesen Gewölben lag konstant bei ca. 18 Grad und war damit wärmer als die Außentemperatur. Die Tiere erlebten meist nur eine Saison, danach wurden sie geschlachtet. Monatelang im Kreis gehen und die Mühlsteine bewegen, das hält kein Esel länger aus.

Eine weitere alte Ölmühle wurde bei Straßenbauarbeiten in Castri entdeckt. Auch diese kannst du besichtigen. Im Salento führt einfach kein Weg am Olivenöl vorbei!

Salento und die Feste.

Apulien und das Salento sind tief katholisch, darum gibt es viele Kirchenfeste zu feiern. In Castro, einem hübschen Ort auf einem Hügel wird jedes Jahr am 24. April das Fest Maria Empfängnis gefeiert. Die ganze Stadt wird dafür mit Glühbirnen bestückten Bögen geschmückt. Auf dem zentralen Platz ist eine Bühne aufgebaut, traditionelle Lieder aus dem Salento werden gesungen und vo rder Bühne wird dazu getanzr. Wenn es dunkel ist, werden auf einen Schlag alle Bögen angeknipst und man wandelt plötzlich unter magischen Lichterkuppeln durch die Gassen. Das Fest endet mit einem gigantischen Feuerwerk und ist wirklich sehenswert.

Wenn du durchs Salento fährst, stellst du schnell fest, dass diese Bögen in vielen Orten stehen. Es gibt also viele Feste zu feiern.

Salento und das Meer.

Das Meer in Apulien, bzw in der Region Salento ist kristallklar und türkisgrün. Auf der adriatischen Seite habe ich den Ort Torre Dell’Orso besucht und wäre am liebsten für den Rest der Reise dort geblieben. Ein langer Sandstrand an einer sanft geschwungenen Bucht und darüber ein Hotel mit Meerblick. Perfekt.


Nicht weit von diesem Strand entfernt befinden sch zwei spektakuläre Orte an der adriatischen Küste. Sant Andrea, ein Felsenbogen im Meer und die Grotte der Poesie. Letztere hat einen Zugang zum Meer und du kannst in diesem Naturpool baden!


Auch die ionische Seite kann mit Stränden punkten. Ich war in der Nähe von Porto Cesareo am Meer, direkt beim Strandrestaurant Bacino Grande. In der Nebensaison geht es sehr entspannt zu. Im Moment kostet eine Liege mit Schirm 5 € am Tag. In der Hauptsaison geht der Preis rauf auf 30€ und dann sind nicht nur 20 Schirm aufgestellt, sondern bis zu 400!

Salento und die Städte.

Höhepunkt meines Streifzugs durch den Stiefelabsatz ist das barocke Lecce, die Hauptstadt der Provinz Salento. Wer erwartet im tiefsten Süden eine so prächtige Stadt? Die Fassaden der alten Häuser sind oft reich verziert und am schönsten ist es am Abend durch die Altstadt zu flanieren, wenn die Häuserwände im Licht der untergehenden Sonne zu leuchten beginnen. Wunderschön ist der Domplatz mit seinem hohen Glockenturm. Nicht weit davon entfernt liegt die Piazza Sant’Oronzo mit dem antiken Amphitheater. Die Säule auf dem zentralen Platz wird im Moment restauriert. Du hast Lust auf richtig süßes Gebäck, dann schau im Caffè Alvino direkt am Platz vorbei.

Im Norden des Salento liegt die kleine Stadt Ceglie auf einem Hügel mit Blick auf das weite Land. Dieser Ort behauptet mit Stolz von sich, der Globalisierung entkommen zu sein und Kenner sagen, hier drehen sich die Uhren tatsächlich langsamer. Neben dem entspannten Lebensrythmus dieser Stadt spielt das Essen eine große Rolle. Die Zweigstelle der internationalen Med Cooking School hat sich in einem alten Kloster angesiedelt und jährliche findet ein Food-Festival statt, das Gäste aus aller Welt anzieht. Über 50 Restaurants und Gaststätten verwöhnen die Gäste, selbst der spontane Besuch im Feinkostladen Suma entpuppt sich zum Mekka für Gourmets.

Reisetipps für Apulien:

ANREISE: Flug nach Brindisi oder Bari buchen und dann am besten mit dem Mietwagen weiterfahren.

BESTE REISEZEIT: April, Mai und Juni, wenn die Blumen blühen und September und Oktober, wenn die Strände Apuliens wieder leer sind, das Meer aber noch warm ist.

ÜBERNACHTEN:

  • Masseria Stali. Ich habe in der Masseria Stali übernachtet, die Zimmer sind groß und ebenerdig mit Terrasse. Die zwei Gebäudeflügel stehen im rechten Winkel zueinander mit Blick auf einen Garten, die Zimmer auf der Rückseite blicken auf den Pool. Das Frühstück ist überschaubar. Italiener sind halt nicht die großen Frühstücksesser. Ich habe mir mein Croissant samt Capuccino jeden Morgen auf meine kleine Terrasse geholt und in der Sonne gefrühstückt.

ESSEN:

  • Der Feinkostladen Suma in Ceglie ist ein Erlebnis und perfekt für diverse Mitbringsel wie zum Beispiel den guten Espresseo. der Beste ist der Caffe AVIO in der goldenen Verpackung.
  • Das Restaurant Oltre Gusto in Caprarica di Lecce. Von außen recht unscheinbar wird drinnen fantastisches Essen serviert.

  • Restaurant Grotta del Conte in Castro Marina. Das Essen ist sehr lecker und die Spezialität ist natürlich Seafood. Ich war am Abend dort aber ein Besuch am Tag lohnt sich bestimmt, denn es bietet einen tollen Blick auf das Meer.
  • Piccola Masseria il Curti. Unaufgeregte Masseria mit sehr gutem Essen in der Nähe von Caprarica di Lecce

Du bist im Italienfieber?

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Text und Fotos: Britta Smyrak

Auf diese Reise wurde ich von der Region Salento eingeladen. Danke dafür liebe Carmen.

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