Wandern mit Kind und Hund. Mehrtägige Trekkingtour in den Dolomiten.

Trekkingtour in den Dolomiten

Unsere mehrtägige Trekkingtour in den Dolomiten hat einen Namen: „Curona de Gherdëina“, auf der Krone des Grödnertals. Vor uns liegen über 50 Kilometer und viele, viele Höhenmeter. Bei unserer ersten Hüttenwanderung in Österreich hat es uns gepackt. Wir wollen mehr, mehr wandern, mehr Nächte auf dem Berg, mehr Abenteuer. Jetzt haben wir diese 4-tägige Tour in den Dolomiten vor uns.

Das Grödnertal kenne ich bisher nur im Winter vom Snowboardfahren. Und als es heißt: Du kannst die Sella Ronda auch wandern, war klar, das will ich machen.

Vorbereitung für die „Curona de Gherdëina“

Für die Tour gibt es zwei Varianten, die Hüttentour mit etwas längeren Distanzen und Übernachtung auf wunderschönen Hütten und die Deluxe Tour von Almhotel zu Almhotel. Letztere machen wir, meine Tochter, ich und der Hund, da wir keine trainierten Profiwanderer sind. Auf unserem Rücken, in unseren Rucksäcken tragen wir alles, was wir in den nächsten vier Tagen benötigen werden. Auch wenn die Sonne scheint, wir nehmen unsere Fleece- und Regenjacken mit, denn das Wetter in den Bergen kann schnell wechseln und die Temperaturen auf 2500 Metern sind andere als im Tal.

Außerdem gehören Sonnencreme, Sonnenbrille, Wasserflasche und ordentliche Wanderschuhe zu unserer Ausrüstung. Und natürlich müssen wir auch das Futter für den Hund tragen, inklusive Schlafdecke, Futternapf und eine Dose Vaseline für die Pfotenpflege, Flexileine und das Sicherheitsgeschirr mit drei Gurten, statt den üblichen zwei. Nona, als ehemaliger Straßenhund ist schlau und windet sich aus den Standardgeschirren raus, wenn es ihr zu langweilig wird. Auf den Almen gilt Leinenpflicht, also sicher ist sicher.

Ankunft und Überraschung

Die erste Nacht verbringen wir in St. Christina im Smart Hotel Saslong. Ich hatte bei dem günstigen Preis nichts Besonderes erwartet und bin angenehm überrascht. Die Zimmer sind klein, aber sehr schön und modern eingerichtet mit Balkon. Das Design gefällt mir und was brauche ich mehr, als ein bequemes Bett, wenn es am nächsten Tag auf den Berg geht. Der Hund darf morgens mit in den Frühstücksraum und das Frühstücksbuffet ist super. Das ist ein guter Start und das Hotel meine Empfehlung für eine Übernachtung in St. Christina.

Trekkingtour in den Dolomiten, von Almhotel zu Almhotel

Etappe 1: von den Raschötzer Almen über die Panascharte zum Almhotel Col Raiser

Es ist morgens, kurz vor 10 und wir starten im Tal in St. Ulrich. Die Wanderer drängeln sich an der Bahnstation, beim nächsten Mal früher aufstehen, denke ich. Mit der Standseilbahn fahren wir hoch zur Bergstation Raschötz auf 2.123 m. Der Ausblick Richtung Langkofel und Plattkofel ist großartig. Die Sonne scheint, der Himmel ist strahlend blau. Bestes Wanderwetter würde ich sagen.

Der Start unserer Wanderung sieht eher nach Völkerwanderung, denn nach Bergtour aus. Das liegt neben dem grandiosen Wetter auch daran, dass der erste Teil unserer Strecke als Familienwanderung empfohlen wird und wirklich nicht anstrengend ist. Wir versuchen etwas schneller zu gehen und uns abzusetzen, aber dann bleiben wir doch ständig stehen. Die grandiose Aussicht ist einfach umwerfend. Wir machen ein Foto nach dem anderen. Die angegebene Wanderzeit auf dem Wegweiser ist 1 h 20 wir brauchen 3 Stunden!

Unser Weg führt uns über die recht flache Raschötzer Alm bis zur Brogles Hütte auf 2.119 m, wo wir unsere erste Pause machen. Die Hütte ist vom Besucherandrang etwas überfordert. Glücklich ist, wer einen der wenigen freien Plätze ergattert hat. Wir müssen warten.

Schließlich können wir uns setzten und etwas essen und trinken. Beim Blick auf unsere Wanderkarte frage ich mich, wo unser Weg eigentlich weiter geht. Ein Tischnachbar deutet mit dem Finger auf den steilen Berg zur Linken und sagt: „Da müsst ihr rauf.“

Wie bitte, da hoch? In der Ferne kann ich klitzekleine Farbtupfer erkennen, die sich vom grau der Felsen abheben und sich den Berg im Zickzack hinaufkämpfen. Da haben wir ja noch ein gutes Stück vor uns! „Lilia, wir müssen los!“ Damit die Pfoten vom Hund auf den Felsen gut geschützt sind, reiben wir sie mit Vaseline ein. Das verhindert, dass die Haut austrocknet und rissig wird.

Von der Brogles Hütte geht es erst ein Stück den Berg hinunter und dann zum steilen Aufstieg durch die Panascharte, jenem Zickzackweg Nr. 6 hinauf auf 2447 m. Das Gelände wird steiler und steiniger, umso schöner sind die Blumen, die überall blühen. Der Blick zurück zeigt, wie weit oben wir schon sind. In der Ferne sehen wir klitzeklein die Brogles Hütte.

Ein Blick nach unten, wir werden verfolgt. Eine Gruppe samt Bergführer ist uns auf den Fersen und das ist unser Glück, denn plötzlich stehen wir vor Eisenstufen und unser Weg wird mit einem Stahlseil gesichert. Jetzt verstehe ich, was die Kreuz-Markierung auf der Wanderkarte bedeutet: Klettersteig.

Der Bergführer erkennt unsere Not und hilft uns. Er steigt vor und Nona wird von Hand zu Hand über die Stufen nach oben gereicht. Dank des dritten Gurts in ihrem Geschirr ist sie gut gesichert. Nur ein Halsband wäre an dieser Stelle gefährlich gewesen. Wer uns also nachklettern möchte, unbedingt ein richtiges Geschirr für den Hund dabei haben.

 

Eine Hand am Stahlseil, in der anderen die Hundeleine, Lilia klettert tapfer vor mir durch die Scharte. Endlich, der Gipfel ist erreicht, wir haben es geschafft. Was für eine Aussicht! Und ich glaube, wir haben tatsächlich nur 2 Stunden gebraucht.



Eigentlich war geplant noch die Sofie Hütte zu besuchen, dass Essen dort soll sehr gut sein, aber wir machen uns gleich auf den Weg zum Almhotel Col Raiser, unserer ersten Übernachtungsstation am Berg. Für heute reicht es.

Infos zur Trekkingtour in den Dolomiten – „Curona de Gherdëina“

  • Unsere Trekkingtour in den Dolomiten wird als anspruchsvolle Wanderung mit beträchtlichen Höhenunterschieden und Auf- und Abstiegen beschrieben. Die Wanderwege sind gut markiert, erfordern aber Trittsicherheit. Unbedingt erforderlich sind richtige Wanderschuhe!
  • Achte auf die Kennzeichnungen auf der Wanderkarte! Teilweise sind die Wege mit einem Stahlseil gesichert (gesicherter Steig) oder ausgesetzt, aber durch das Stahlseil sicher zu überwinden ist. Diese Abschnitte sind auf der Karte mit Kreuzen (+++++) gekennzeichnet. Für Hunde könnte es da schwierig werden. Vor allem dann, wenn du deinen Hund nicht hochheben kannst!
  • Es gibt zwei Varianten unserer Trekkingtour in den Dolomiten. Das viertägige Schutzhütten Trekking, bei dem man in gemütlichen Bettenlagern oder Zimmern übernachtet oder die fünftätige „Deluxe“-Variante mit Übernachtungen in komfortablen Almhotels.
  • Wir haben die Deluxe Variante gewählt, weil die Tagesdistanzen kürzer sind und wir den Hund nicht in jede Hütte mitnehmen konnten. Allerdings habe ich nach unserer Tour erfahren, dass die Hotels ungern nur eine Übernachtung anbieten. Genauso ist die Tour wahrscheinlich nicht mehr möglich.
  • Das gesamte Trekking ist für sehr gut trainierte Wanderer in 4 Tagen machbar mit Gehzeiten von bis zu 8 Stunden täglich und Überwindung von bis zu 1600 Höhenmetern am Tag.
  • Wir waren nur gut trainiert und haben uns bewusst mehr Zeit gelassen. Anstrengend war es trotzdem. Dazu mehr in den folgenden Artikeln.

Fotos und Text: Britta Smyrak

Danke IDM Südtirol – Alto Adige für die Einladung zu dieser unglaublich beeindruckenden Trekkingtour in den Dolomiten.

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