Ein Wochenende in Venedig – Hilfreiche Tipps für Kurzentschlossene

ein Wochenende in Venedig

Du bist nur für einen Tag oder ein Wochenende in Venedig? Dann habe ich ein paar hilfreiche Tipps für dich, denn die Stadt hat einige Besonderheiten.Wenn du die kennst, navigiert es sich zu Fuß und zu Boot viel leichter durch die engen Häuserschluchten, über Brücken und durch die zahllosen Kanäle.

Ein Wochenende in Venedig. Hilfreiche Tipps

Anreise:

  • Venedig ist autofrei und landseitig über einen schmalen Damm von Mestre aus zu erreichen. Das kann zu Stoßzeiten schon einmal zu Stau führen. Daher empfiehlt sich die Anreise nicht nur aus ökologischen Gründen eher mit der Bahn als mit dem Auto.Der Bahnhof Venezia Santa Lucia liegt zentral am Canal Grande, von hier aus besteigt man direkt eins der Vaporetti (öffentliche Wasserbusse) der Linien 1 oder 2, die im regelmäßigen Takt den Canale durchqueren.
  • Wer mit dem Flugzeug kommt, landet am Flughafen Venedig-Tessera „Marco Polo“, circa 13 Kilometer nordöstlich der Stadt. Von hier aus geht es entweder weiter zu Land mit dem öffentlichen ACTV-Bus Nr. 5 bis Piazzale Roma (ca. 30 Minuten/6,- EUR pro Ticket) oder zu Wasser mit dem Shuttle-Boot von Alilaguna – teurer als mit dem Bus, aber auch schöner.
  • Wer doch mit dem Auto anreist, parkt entweder direkt in einem der Parkhäuser an der Piazzale Roma oder auf der vorgelagerten Parkinsel Tronchetto; ein Stellplatz im Parkhaus Tronchetto Parking kostet 21,- EUR pro Tag (Stand: 1. Januar 2018). Von hier aus geht es mit der Vaporetto-Linie 2 bis Piazzale Roma – und von hier aus mit oder ohne Umsteigen direkt in die Stadt.

Unterkunft für ein Wochenende in Venedig:

Wir haben während unseres kurzen Venedig-Trips im Sestiere Cannaregio gewohnt. Das Viertel ist nicht nur wegen seiner Buntheit und Unbekümmertheit so liebenswert, sondern lohnt als Standort auch wegen seiner zentralen Lage. Sowohl die übrigen Sestieri sind von hier aus gut zu erreichen als auch die An- und Ablegestelle an Fondamente Nuove, wo der Schiffsverkehr zu den Laguneninseln Murano, Burano, Torcello etc. ablegt.

Unterwegs in der Stadt:

Venedig kann zu Fuß, mit dem Vaporetto – von den kostenpflichtigen die günstigste Variante –, dem Wassertaxi oder der Gondel erkundet werden.

  • Wer auf einen Rollstuhl angewiesen ist, fährt in den öffentlichen Vaporetti kostenlos und sollte sich am besten mit dem Stadtplan „Venezia accessibile“ ausrüsten, der in den Fremdenverkehrsämtern (APT-Zentrale: Castello 5050; ) erhältlich ist.
  • Der Einstieg für eine private Fahrt mit der Gondel ist an vielen Stellen im Canale Grande möglich. Die Gondolieri in ihren bunten Uniformen sind unübersehbar – leider habe ich aber keinen von ihnen in der kalten Dezemberluft singen hören …
  • Für ein Wochenende in Venedig empfiehlt sich, für den Vaporetto-Verkehr des ACTV vorab online Tickets zu besorgen, um die Warteschlangen an den oft etwas spärlich besetzten Verkaufsstellen direkt an den ACTV-Haltestellen zu vermeiden. Die Preise liegen für Erwachsene bei 20,- EUR für 1 Tag/24 Stunden, 30,- EUR für 2 Tage/48 Stunden, 40,- EUR für 3 Tage/72 Stunden und 60,- EUR für 7 Tage (Stand: 1. Januar 2018).
  • Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 29 Jahren fahren gut mit einem Rolling-Venice-Ticket, einer Rabatt-Karte, die über Venezia Unica erhältlich ist. Die Tickets für den ACTV-Wasserverkehr gelten übrigens auch für die Überfahrt auf die meisten der bekannten Laguneninseln. Über Venezia Unica erhält man ganzjährig online auch City Pässe mit unterschiedlichen kulturellen Angeboten zu reduzierten Eintrittspreisen für Erwachsene, Kinder und Jugendliche. Die damit verbundene Fast-Track-Option hat uns zügig an den Wartenden vorbei in den Dogenpalast und ins La Fenice gebacht.

Speis & Trank
. In Venedig kann ich guten Gewissens diese Lokale empfehlen:

Pizzeria Trattoria Casa Mia:

In der Pizzeria Trattoria Casa Mia in der Calle de L’oca, einer kleinen Seitengasse im Sestiere Cannaregio, gibt es leckeres, traditionelles Essen in guter Auswahl. Die Atmosphäre ist gemütlich, das Personal sehr freundlich und aufmerksam und die Preise für venezianische Verhältnisse moderat.

Restaurant Al Vecio Canton:

Ausgerechnet am teuren Markusplatz hat uns der Hunger überfallen. Angenehm überrascht wurden wir vom Restaurant Al Vecio Canton (Ruga Giuffa, 4738 A, San Marco): eine tolle Location auf zwei Stockwerken mit einer guten Auswahl an Pizza, Pasta und venezianischen Gerichten. Entspannte Atmosphäre, aufmerksame Bedienung mit Humor und absolut bezahlbar.

Restaurant San Trovaso:

Boah, hier war‘s einfach köstlich! Das Restaurant San Trovaso in Dorsoduro/Accademia (Dorsoduro, 967 ) sollte man für seinen Venedig-Besuch unbedingt einplanen: verdure pastellate, spaghetti alle seppie nere, zucchine trifolate und ein Tiramisu zum Reinlegen haben mich mehr als überzeugt.

Shopping:

Wer eine kulturelle Pause braucht, geht bummeln. Venedig ist ein einziges großes Shopping-Paradies. Zwar sind inzwischen viele venezianische Geschäfte fest in chinesischer Hand, leider. Besonders rund um den Hotspot Markusplatz sind sie meist leicht erkennbar durch das große Angebot an lieblos präsentierter Massenware.

Doch es gibt sie, die schönen Lädchen zum Stöbern, Staunen und Entdecken. Finden lassen sie sich in der ganzen Stadt. Im Sestiere Dorsoduro zum Beispiel schlägt das Herz höher bei Taschen, Papierwaren und (handgefertigten, teils skurrilen) Masken.

Malefatte Venezia:

Auch alternative Initiativen können durch einen Kauf unterstützt werden, zum Beispiel Malefatte Venezia, eine soziale Kooperative (San Polo, 2559 A, Fondamenta die Frari), die recycelte Taschen und Kosmetik anbietet.

Feelin‘ Venice:

Feelin‘ Venice (Calle dei Fabbri, 1007, San Marco) ist ein Souvenir-Shop der besonderen Art mit hübschen Accessoires und witzigen Postern, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, Venedig in seiner unverwechselbaren Schönheit und Einzigartigkeit zu erhalten. Ein typisch venezianisches Kochbuch gehörte hier zu meinen Errungenschaften.

Du brauchst noch einen ganz persönlichen Tipp ein Wochenende in Venedig?

Lass‘ dich entspannt treiben durch die Gassen der Stadt und vertraue deiner Neugier und deinem Orientierungssinn. Nicht nur, weil GPS in den Häuserschluchten fast vollständig versagt und auch maps.me in der Offline-Version öfter aus steigt, sondern weil du so am meisten von der Stadt erfährst.

Ein Wochenende in Venedig und was man noch über die Lagunenstadt wissen kann, aber nicht muss:

Was andernorts in Italien das Quartiere ist, ist in der Lagunenstadt das Sestiere, ein Stadtviertel, von dem Venedig ganze sechs besitzt: S. Marco, Castello, Dorsoduro, S. Polo, S. Sesto und Cannaregio. Sie sortieren sich hüben und drüben des Canale Grande, der als Hauptwasserader auf knapp vier Kilometern Länge die ganze Stadt durchzieht und von den Einheimischen Canalazzo (Canale + Palazzo) genannt wird. Die Sestieri lassen sich allesamt gut „erlaufen“.
Casa heißen hier alle palastähnlichen Gebäude, obwohl das einigermaßen tiefgestapelt ist. Die Auszeichnung Palazzo war aber dem Palazzo Ducale (Dogenpalast) vorbehalten, sodass sich alle anderen Prachtbauten entlang der Kanäle mit dem Diminuitiv begnügen mussten.

Einsteiger wundern sich über die fantasievolle Vielfalt der Bezeichnungen für das venezianische Wegenetz: Von der Calle über den Campo bis zur Saliz(z)ada, den Sottoportico und die Fondamenta ist fast alles von A bis Z dabei. Ist aber auch alles durchdacht und nach wenigen Tagen kann man sich gut orientieren entlang der Plätze und Plätzchen, Gassen und Unterführungen, zugeschütteten Kanäle (Rio terra) und Einkaufsgassen.

Wer des Italienischen mächtig ist, wird merken, dass der venezianische Dialekt ein besonderer ist. Nicht nur gibt es viele Begriffe, die speziell die Lage und die Gegebenheiten der Stadt im und am Meer adressieren, auch sind es viele Eigenheiten der Aussprache, die das „Venetische“ deutlich vom Standarditalienischen unterscheiden. Im Notfall hilft Englisch weiter …

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Text Katharina Zeutschner

Fotos Britta Smyrak

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