Douz, die Hauptstadt der Kamelrennen in Tunesien

Douz, die Hauptstadt der Kamelrennen in Tunesien

Am 23. und 24. November starten wiederdie Kamele. Douz, die tunesische Hauptstadt der Kamelrennen lädt zum vierten Mal internationale Teilnehmer zu diesem Sportevent ein.

Das 4. Internationale Kamelrennen von Tunesien in Douz

Die Idee zu den Kamelrennen hatte Ahmed Abdelmoula. Er wollte den Kamel-Rennsport vor allem unter den Jugendlichen wieder populär machen. Er kannte die jährlichen, traditionellen Rennen beim Sahara Festival in Douz und fragte sich, wie er die Jugend, die lieber Fußball spielt oder vor der Playstation sitzt, für den faszinierenden Kamel-Rennsport begeistern könnte. In Riadh Bennaji fand er schnell einen leidenschaftlichen Mitstreiter für den Sport und aus der Idee wurde ein großes Event.

Mittlerweile ist das Organisationsteam auf 10 Leute angewachsen und startet dieses Jahr in die vierte Renn-Saison in Douz. Ich finde diese Eigeninitiative großartig und hatte das große Glück mit Ahmed und Riadh zu telefonieren um ihnen ein paar Fragen zu stellen.

Wer kann bei dem Kamelrennen teilnehmen?

Das Rennen ist offen für alle. Wir hatten sogar schon Teilnehmerinnen aus Deutschland und Frankreich. Du brauchst nur ein Kamel, entweder dein eigenes oder du mietest ein Kamel hier in Douz. Wir erwarten Teilnehmer aus 10 Ländern. Allein aus Tunesien werden es 120 sein. Dann noch 20 aus Algerien, 20 aus Libyen und viele internationale Zuschauer.

Wie sieht das Programm an den zwei Tagen aus?

Der 1. Tag startet um 9 Uhr vor dem Museum mit einem Schönheitswettbewerb: eine Jury aus erfahrenen Kamelkennern schaut sich die Kamele an und entscheidet, welches Kamel das beste ist. Entscheident sind dabei unter anderem die Größe, die Beine, die Muskeln. Danach wird prämiert, wer den schönsten traditionellen Sattel hat. Das sind teilweise echte Prunkstücke. Der Wettbewerb dauert bis ungefähr 12 Uhr.

Um 14 Uhr starten die Kamelrennen. Insgesamt gibt es drei Rennen. Im ersten starten die arabischen Kamele und es geht über eine Distanz von 1,2 Kilometer. Das zweite Rennen ist für die Méhari Kamele und geht über die gleiche Distanz. Diese beiden Rennen sind nur für Tunesier. das dritte Rennen ist offen für alle und hat eine Distanz über 3,6 Kilometer. Die Kamelrennen finden auf dem H’nish Platz am Rand der Stadt statt.

Am zweiten Tag startet um 13 Uhr der Marathon über 42 Kilometer. Das schnellste Kamel schafft diese Strecke in ungefähr zwei Stunden.

Welches Rennen ist einfacher zu gewinnen, die kurze Distanz oder der Marathon?

Das rennen der arabischen Kamele, sie sind langsamer und laufen eher über kurze Distanzen. Die Krönung ist auf jeden Fall der Marathon über 42 Kilometer. Hier kommen die weißen Kamele, die sogenannten Méharis zum Einsatz.

Kamelrennen in Tunesien

Wie schnell kann ein Kamel laufen?

Diese Kamele können bei einem Kamelrennen Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 60 Kilometer die Stunde erreichen.

Mehari Kamelrennen in Tunesien

Wie lange trainiert man für ein Kamelrennen?

Die Teilnehemer für unser Sportevent können 20 Tage vorher anreisen und mit dem Training beginnen. Es wird auch Unterricht gegeben. Wer aber ernsthaft gewinnen möchte der trainiert mindestens 3-4 Monate.

Was unterscheidet euch von dem Sahara Festival im Dezember?

Bei unserem Event steht eindeutig der Sport im Vordergrund. Es geht weniger um Tradition. In diesem Jahr werden wir auch vom Ministerium für Sport unterstützt. Unser Ziel ist es tatsächlich Kamelrennen als Sportart in die Schulen zu bringen. Zumindest im Süden von Tunesien soll es unterrichtet werden. wir haben schon mit einigen Schuldirektoren gesprochen und sie mögen die Idee.

Warum finden die Kamelrennen in Douz im November statt?

Der November ist weltweit traditionell der Monat der Kamelrennen. Die Saison startet in Afrika in Algerien, dann ist Tunesien an der Reihe, danach kommen Saudi Arabien, Ägypten und Lybien. Der Winter ist die perfekte Saison für die Kamelrennen und dieses Renn-Event ist das wichtigste in Tunesien.

Verdient man als Kamel-Jockey viel Geld?

Als Jockey kann man schon Geld verdiene, aber darum geht es uns weniger. Den Teilnehmern geht es eher um die Ehre, es geht auch darum eine Tradition und das Können und Wissen lebendig zu halten. Denn ohne Kamele gäbe es keine Nomaden.

Jockey Kamelrennen in Tunesien

Reitet ihr selbst Kamelrennen?

Bei unserem Event sind wir die Organisatoren. Aber bei anderen Rennen reiten wir auch gerne mit.

Danke Ahmed Abdelmoula und Riadh Bennaji für das Interview. Ich glaube im nächste Jahr trainiere ich für das Rennen und reite mit! Eine Frau mehr kann nicht schaden.

©Fotos: Ahmed Abdelmoula und Riadh Bennaji

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