One Love – Ein fantastischer Roadtrip durch Jamaika. Teil 1

Roadtrip durch Jamaika

Als ich dem Flieger steige, habe ich keine Ahnung, was mich auf meinem Roadtrip durch Jamaika erwartet. Ich habe mich bewusst nicht vorbereitet, denn ich möchte nicht nach der Bestätigung einer vorgefertigten Meinung suchen, meine Erwartungen erfüllen.Trotzdem tanzen in meinem Kopf die Bilder von jointrauchenden Rastamännern zu den Klängen von Reggae Musik. Das Jamaikaklischee ist einfach zu stark.

„Okay, how are you? Come with me.“

Hinter mir liegen 10 Stunden Flug ab Frankfurt in den ewigen Sonnenuntergang. Die Zeitverschiebung beträgt 7 Stunden und die Maschine landet pünktlich um 20 Uhr in Montego Bay. Draußen ist es stockdunkel, die Temperatur beträgt 27°. Wie ferngesteuert laufe ich die Gänge vom Flughafen entlang, immer den Anderen hinterher Richtung Passkontrolle. Das Visum für die Einreise habe ich im Flieger ausgefüllt, jetzt klemmt es in meinem Pass.

Aus dem Augenwinkel heraus sehe ich meinen Namen auf einem Schild an mir vorbeigehen. Wundere mich, was der hier macht. In letzter Sekunde gibt mein Hirn der Situation einen Sinn und formuliert den wenig intelligenten Satz: „Hallo, ich bin das!“

„Okay, how are you? Come with me.“ Kurzes Lächeln zur Begrüßung und ich folge dem Mann vorbei an der langen Schlange der Einreisenden, fühle mich wie ein VIP. Ohne anzustehen, schreite ich als Erste durch die Passkontrolle, die Blicke der Anderen in meinem Rücken.

Mein Koffer braucht etwas länger und rutscht endlich aufs Förderband. Mein Begleiter scherzt mit der Dame, die mein Einreisevisum einsammelt und verlässt mich in der Ankunftshalle. Vor mir tauchen Cheree und Brad auf, meine Eskorte auf meinem Roadtrip durch Jamaika.

Die beiden kannten sich bisher nicht, stellen aber auf dem Weg zum Hotel fest, dass sie beide aus Mandeville stammen, eine Stadt im Landesinneren von Jamaika. Ab jetzt sind sie nicht mehr zu bremsen und unterhalten sich angeregt à la „Kennst du den und weißt du noch“. Ich lehne mich entspannt zurück, schaue aus dem Fenster und komme langsam an.

Mein Roadtrip durch Jamaika von Montego Bay nach Negril

Das Deja Resort, unser Hotel für die erste Nacht liegt nicht weit vom Flughafen entfernt. Mein Zimmer ist sauber, ich gehe sofort ins Bett und versuche zu schlafen. Am nächsten Morgen die angenehme Überraschung: Frühstücken mit Blick nach draußen auf einen künstlich angelegten Wasserfall! Eigentlich ganz hübsch.

Zum typisch jamaikanischen Frühstück gehört Cornmeal Porridge, das ist Porridge aus Mais. Ich koste kurz und beschließe, dass French Toast heute die bessere Wahl ist für mich..

Der Himmel ist grau und so bleibt er auch den ganzen Tag. Zur kurzen Orientierung laufe ich kurz die Straße vor dem Hotel auf und ab. Es ist Sonntag, die meisten Läden haben geschlossen und die Jamaikaner sind in der Kirche.

Roadtrip durch Jamaika Roadtrip durch Jamaika

Regen setzt ein und wir machen uns direkt auf den Weg ins Zimbali Retreats. Aus dem Radio plärren internationale Hits von Katy Perry und Ed Sheeran. Das muss ich ändern und starte den Suchlauf. BÄMM! Dancehall Reggae! Na bitte, geht doch. Ich drehe das Radio lauter.

Mit wummernden Beats unterbrochen von Signalhornfanfaren geht es auf kurvigen Straßen durch die Berge. Leider kommen wir heute nicht weit, denn durch den Regen der letzten Tage sind die Straßen teilweise so schlecht geworden, dass wir umdrehen müssen und den Umweg an der Küste entlang fahren.

Die Musik treibt uns an, wir fahren durch Lucea, die Hauptstadt von Hanover, einem der 14 Verwaltungsbezirke, in die Jamaika eingeteilt ist. Das Meer ist so nah, das Wasser leckt schon an der Straße.

Mein erster Eindruck von Jamaica: FARBENFROH – bunte kleine Häuser säumen die Straße, ducken sich unter Palmen und davor steht fast immer eine Ziege. „Goat-Curry“ Ziegencurry ist das Nationalgericht von Jamaika! Und MENSCHEN, neugierig schauend bei den Häusern, zu Fuß, auf Rädern oder Mopeds unterwegs auf der Straße, meist ohne Helm, das Gaspedal bis zum Anschlag, die Augen zusammengekniffen und den Spliff im Mundwinkel. Und GRÜN, üppiges, saftiges Grün in allen Schattierungen, dazwischen immer wieder Ziegen, manchmal Kühe, Esel und Hunde.

Wir halten kurz, um einen Blick auf die bekannte Felsenküste von Jamaika zu werfen. Die Hotels hier liegen nicht am Strand sondern bieten ihren Gästen kleine Felsplattformen, von denen man ins Wasser steigen kann. Selbst bei bewölktem Himmel bekomme ich eine Idee von dem türkisfarbenen, klaren Meer.

Zimbali Retreats – One with Nature

Die Zufahrt zum Zimbali Retreats führt den Berg hinauf und Brad meistert jedes Schlagloch mit Bravour. Im Zimbali Retreats angekommen, verbringe ich den Rest des Tages in der Hängematte und höre der Natur zu.

Ich kann die halbe Nacht nicht schlafen, oder besser gesagt, ich will gar nicht schlafen. Es ist so unglaublich schön, faszinierend und klingt verdammt kitschig, aber ich fühle mich angekommen bei „Mother Nature“. Wie in Wellen schwillt immer wieder der Lärm der Insekten an und erreicht dabei locker Dezibel Werte im dreistelligen Bereich. Dazu scheint der Mond so hell und klar durch die Lamellen und die Luft ist angenehm warm.

Von der ersten Sekunde an ist das Zimbali Retreats ein ganz besonderer Ort für mich. Versteckt in den Caanan Bergen von Westmoreland haben der Amerikaner Mark und seine jamaikanische Frau Alecia ihre Idee vom ursprünglichen Leben in der Natur umgesetzt, ohne auf die Annehmlichkeiten und Technik von heute zu verzichten. Mit ihren drei Kindern, bald werden es vier sein, scheinen sie die glücklichste Familie auf der Welt und diese Harmonie, ihre Warmherzigkeit und Freude sind ansteckend.

Alecia ist eine Rastafari. Sie wuchs in dieser Gegend auf und hat von ihren Großeltern gelernt, wie man im Einklang mit der Natur lebt. Unter ihrer Regie wurde die Farm angelegt, die Pflanzen gepflanzt. Die Lebensmittel für die Küche kommen direkt aus diesem Garten, das Wasser ist gefiltertes Regenwasser. Gerade mal 6 Zimmer hat das Zimbali Retreats, alle mit Balkon und Blick in die Natur. Laut Mark ist das Zimbali Retreats ein Projekt, dass sich mit den Menschen, die hier leben und arbeiten ständig verändert und weiterentwickelt.

Roadtrip durch Jamaika

Am nächsten Morgen zeigt sich die Sonne. Die Katze begrüßt mich freudig zum Frühstück auf der Terrasse und ein Kolibri summt von Blüte zu Blüte. Selbst die Hunde zelebrieren „One Love“ und kraulen sich gegenseitig den Nacken. Ich möchte heulen vor Glück und für immer hier bleiben, einfach in der Sonne sitzen. Aber bevor ich meinen spannenden Roadtrip durch Jamaika fortsetzte, wartet noch ein Abenteuer auf mich: Ein Ausflug zu Fire, der Rastaman, der auf dem Berg lebt.

Du möchtetst noch einen Hoteltipp für Jamaica? Ich empfehle dir Jakes Hotel in Treasure Beach. Ich habe Sally die Besitzerin getroffen und bin von diesem so ganz anderen Ort auch sehr begeistert.

Fotos und Text Britta Smyrak

Danke an das Jamaica Tourist Board für die Einladung zu diesem spannenden Roadtrip durch Jamaika

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