Grüner wird’s nicht. Unterwegs in Yucatan.

Na toll. Das Geräusch kenn ich doch? Es regnet, als ich mich aus dem ultragemütlichen Bett pelle. Fliege ich halb um die Erdkugel (naja nicht ganz), und es regnet? Ich reiße die Terrassentür auf. Und die Augen auch. Was ist DAS denn? Wie berauschend schön sieht denn der Himmel über dem Meer aus? Ich schnappe mir die Kamera und renne los. Ein Foto nach dem nächsten. Meer, Himmel, Palmen, Strand, Sonnenaufgang mal völlig anders. Huch, ich habe ja noch meinen Pyjama an. Gut, dass das hier im Club Med Cancun alles so schön weitläufig ist. Keiner hat mich gesehen. Wie eine Bekloppte muss ich das alles fotografieren, aus jeder Perspektive. Willkommen in Mexico, Yucatan.

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Ein Phänomen, das bleibt. Denn heute fahre ich nach Chichen Itza, in die alte Maya-Stadt, die man natürlich gesehen haben muss, wenn man in Yucatan ist. Ich bin in einer besonderen Stimmung, denn der Scheibenwischer im Bus schafft kaum den heftigen Regen wegzuarbeiten, welcher fast schon beängstigend stark auf die Windschutzscheibe herunterdonnert – ich wittere Abenteuer.

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Unterwegs in Yucatan

Meine erste und vielleicht letzte Pyramide? Nur für den Fall, dass ich nicht ankomme. Verunglückt auf dem Weg zum Unesco-Kulturerbe könnte ich auf meinen Grabstein schreiben lassen. Oder Auf ihrem Weg zu einem der sieben neuen Weltwunder. Wo ist mein Notar? Da vorne sitzt kein Notar, sondern etwas viel Praktischeres: Victor, mexikanischer Touri-Guide, der einen Doktor in Geschichte hat, viele Jahre in Niedersachsen (!) lebte, eine deutsche Frau geheiratet hat und nun mich und meine Mitreisenden über die Dauer der Touren in lupenreinem Deutsch sanft von einigen hartnäckig haftenden mexikanischen Klischees befreit. Der uns erklärt, was wir WIRKLICH nach Hause mitbringen müssen. Danke, guter Mann!

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Auf einem authentischen mexikanischen Markt in einer typischen Markthalle setze ich Theorie in Praxis um. Die Farbenpracht haut mich um: Nicht nur die des Obstes, Gemüses und der angepriesenen Blumen, nein: auch die hübschen original Trachten, mit denen die kleinen, oft älteren Damen ihre Waren an den Ständen verkaufen.

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Mexico, Yucatan und die Pyramide

Der Weg zur alten Maya-Stadt ist ein traumhaft schöner, megagrüner, satter Paradiesgarten. Ich hatte gedacht, hier sei es eher karg, aber weit gefehlt. Nach einem kleinen Marsch steht sie da: Das Zeugnis einer der größten und ältesten Städte der Maya-Kultur.

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Ich fühle mich nicht so klein und unbedeutend im Angesicht eines monumentalen Bauwerks, wie ich hoffte, mich zu fühlen. Ich erstarre nicht vor Ehrfurcht. Stattdessen knipse ich einfach erstmal viele Fotos von der 30 Meter hohen Kultstätte. Ich muss ehrlich gestehen: Die Pyramide hatte ich mir größer vorgestellt! Liegt es daran, dass sich im Wolkenkratzerzeitalter 30 Meter einfach mal nicht mehr groß, mächtig und gewaltig anfühlen? Oben auf der Spitze befindet sich der Tempel des Schlangengottes Kukulcan. An jeder Seite sind Treppen angebracht mit 4 mal 91 Stufen. Und jetzt kommt’s: Zusammen mit der einen Stufe vor dem Tempel sind es exakt 365 Stufen! Ha! Schade natürlich nur, dass man diese nicht mehr hinaufsteigen darf.

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Nach ein paar Minuten realisiere ich: Doch. Es ist sehr wohl etwas Besonderes, hier zu sein, das mit eigenen Augen sehen zu können, was damals so wichtig war. Dieses Weltwunder besteht eben nicht nur aus der Pyramide, sondern aus dem Gesamtgefüge verschiedener Bauwerke. Da wären als wichtigste eben El Castillo – das Schloss, also die große Stufenpyramide. Außerdem KriegertempelSchneckenturmBallspielplatz mit unglaublich komplizierten Spielregeln und der heilige Brunnen. Von dem ganzen Areal klingen Echos unterschiedlich. Ich verstehe: Die Mayas hatten’s drauf.

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Am Abend freue ich mich über weitere Zeichen monumentaler Baukunst: Beim Buffet im Club Med Cancun treffe ich  den schiefen Turm von Pisa und Buddha. Manche Tage haben es einfach faustdick hinter den Ohren!

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Fotos: Sabine SABKO Neddermeyer

Für alle, die die Butterberge auch so verrückt finden wie ich: hier findest du einen Bericht über das Hotel.

 

Danke an die AVIAREPS TOURISM GmbH für die Einladung und besonders Frau Alexandra Förster für die tollen Eindrücke. Meine Meinung, mein winterlicher Fluchtinstinkt und jegliche Begeisterung sind davon unabhängig.

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