Mit dem Dieb unter einem Dach.

KEM 5018 steht auf der Notiz, die Guddie mit halsbrecherischem Manöver auffängt, bevor sie ins Wasser fällt. So beginnt das aufregende Abenteuer in dem Buch „Beschützer der Diebe“, in dem das Kempinski eine wichtige Rolle spielt, denn der Dieb wohnt in der Suite 5018. Ich habe es mit Lilia die letzten Wochen gelesen und jetzt sind wir im gleichen Hotel, dem Täter auf der Spur. Die Suite und den Concierge aus dem Buch gibt es wirklich und manchmal kommen ganze Schulklassen vorbei und wollen ihn kennenlernen. Wenn die Suite gerade frei ist, kann man sie sogar besichtigen. Aber da haben wir doppeltes Pech, denn heute ist sie belegt und der Concierge im Urlaub. Egal, wir gehen erst mal auf unser Zimmer.

Wir werden schon erwartet

Auf dem Kopfkissen sitzt ein kleiner Teddy. So fängt ein Urlaub in Berlin mit Kindern doch prima an. Damit aber nicht genug, auf dem Tisch steht ein Obstteller, ein Teller mit Süßigkeiten und eine Begrüßungskarte. Nichts Besonderes denke ich, aber als ich die Karte lese, bin ich doch überrascht, sie ist nämlich gar nicht an mich gerichtet, sondern an Lilia!

Wir haben ein schönes Deluxe Zimmer im 6. Stock mit Blick über die Stadt und abends können wir der Sonne beim Untergehen zusehen.

WEBzimmerDSC_4513WEBzimmerDSC_4517

Das Kempinski hat 246 Zimmer und 55 Suiten, die sich auf sechs Etagen im Mittelbau und auf elf Etagen im Turm verteilen. Einige Zimmer und Suiten haben Verbindungstüren, was besonders praktisch für Familien ist. Die Suiten verfügen über Kaffee- und Teekocher und teilweise sogar über eine vollausgestattete Küche. Bis zum Alter von 12 Jahren übernachten Kinder im Zimmer der Eltern kostenfrei und wenn ein zweites Zimmer dazugebucht wird, dann kostet es 50%.

Zum Trost in den Pool

WEBpoolDSC_4528

Es ist schon etwas spät am Abend, aber wenn der Concierge nicht da ist und die Suite belegt, dann trösten wir uns eben mit dem Pool. Wir haben Glück, er gehört uns ganz alleine. Und Lilia schwimmt hin und her und vor und zurück.

WEBDSC_4548

Der Pool ist geöffnet von 6 Uhr 30 bis 22 Uhr und Kinder dürfen ihn den ganzen Tag nutzen. Nach kurzer Zeit kommt ein Angestellter und stellt Lilia mit den Worten: „Na, ich habe gesehen, wie toll du schwimmen kannst. Jetzt hast du sicher Hunger.“ einen Obstteller hin. Das sind die kleinen Aufmerksamkeiten, die den Unterschied machen. Danke schön. So und jetzt genug geschwommen und ab ins Bett.

„Das Kempinski ist kein Kinderhotel.“

Das war die erste Antwort bei meiner Anfrage. Und wie zum Beweis sehe ich, dass alle hier wunderbar mit Kindern umgehen können. Viele Angestellte haben selber Kinder und darum kann es auch passieren, dass ein Kind spontan mal mitgenommen wird, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Genauso problemlos wird auch ein Babysitting intern organisiert. Und wo immer ich mit Lilia auftauche, sie wird auf Augenhöhe angesprochen und jeder registriert: Da ist ein  Kind. Das Kempinski ist also „kein Kinderhotel“, aber bestens gerüstet für den Urlaub in Berlin mit Kindern.

Einmal Kempinski, immer Kempinski.

Das finden vor allem die vielen Stammgäste des Hauses. Das Kempinski ist eine Institution und gehört zu Berlin wie das KaDeWe. Gefühlt war es schon immer da, und solange ich denken kann, steht es am Ku’damm, wie der Fels in der Brandung. 1952 wurde es als erstes Luxushotel in Berlin erbaut und war gleichzeitig das erste Kempinski Hotel überhaupt. Es hat von Anfang an Maßstäbe gesetzt. Hier wurde die Minibar erfunden und der erste Hotelpool eröffnet. Das Kempinski hat vieles kommen und gehen sehen, ist dabei selbst ein bisschen in die Jahre gekommen, aber nie aus der Mode. Und nicht nur Diebe schätzen die Diskretion des Hauses, sondern auch viele Prominente aus Kultur und Wirtschaft die früher, wie heute gerne hier absteigen.

Lustigerweise scheint es auch für die Angestellten zu gelten, denn die meisten sind langjährige Mitarbeiter und wollen ganz unüblich für die Branche gar nicht wechseln.

Sehen und gesehen werden.“

Die begehrtesten Plätze sind zweifellos draußen vor dem Restaurant und es macht wirklich Spaß, egal zu welcher Tageszeit hier zu sitzen und dem Treiben auf dem Ku’damm zu zusehen. Hier mischt sich der alte Westen mit den neuen Touristen und das ist besser als Kino.

WEBhotelDSC_4563

Die Pflicht ruft

Wir müssen heute Morgen schon früh los. Ungefragt werden zum Frühstück sofort die Malstifte an den Tisch gebracht, aber leider haben wir zum Malen gar nicht so viel Zeit, weil Lilia zur Schule muss. Für die Fahrt gönnen wir uns einen Fahrservice von Mydriver und sind pünktlich um 8 Uhr an der Schule. Ich fahre schnell wieder zurück ins Kempinski und genieße noch den Vormittag draußen vor dem Restaurant. „Sehen und gesehen werden“, wie es sich gehört.

Ausflugstipps

Das Kempinski liegt nicht nur genial am Ku’damm, man kommt auch prima von hier weg, und zwar mit der S-Bahn zum Strandbad Wannsee. Auch so ein Klassiker in Berlin der nicht aus der Mode kommt und bei über 30° genau das Richtige ist. Wer dem Trubel etwas entgehen will, ohne weit zu fahren, der schlendert einfach die Fasanenstraße weiter Richtung Süden bis zum Literaturhaus-Berlin. Hier gibt es einen schönen Garten, Literatur und leckeren Kuchen. Mein Fazit ist: Das Kempinski am Kurfürstendamm ist bestens gerüstet für einen Urlaub in Berlin mit Kindern. Wer den Westen von Berlin entdecken will, der  wird hier glücklich.

Adresse:

Kempinski Hotel Bristol Berlin
Kurfürstendamm 27
10719 Berlin
Tel.: +49 30 8843 40

 

Text und Fotos: Britta Smyrak

Danke an Frau Valtin und das Kempinski Hotel Bristol Berlin. Ohne ihre Unterstützung wäre mein Aufenthalt nicht möglich gewesen.

Print Friendly, PDF & Email

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.