gute Tipps für einen Oslobesuch mit Kind

Oslo Tipps: Hip, hip, hipster Oslo

Oslo überrascht. Die norwegische Hauptstadt ist nicht nur Fjord und Folklore – sie ist auch hip, modern und hat ein Viertel, das aussieht als wäre es direkt aus einem Architekturfachmagazin gefallen.

Ich war zwei Tage in Oslo unterwegs, habe das neue Hafenviertel Tjuvholmen erkundet, bin die Designroute der Stadt abgelaufen und war an Orten, die ich so nicht erwartet hätte. Auf der Suche nach dem hippen Oslo? Hier sind meine Oslo Tipps.

Willkommen in der Hauptstadt

Es ist Nachmittag, die Sonne scheint und da ich keine Eile habe, entscheide ich mich vom Bahnhof zu Fuß zum Hotel zu laufen. Es liegt im modernen Viertel Tjuvholmen am Hafen und auf dem Weg dorthin bekomme ich einen ersten Eindruck von der Stadt. Schon bei der Einfahrt mit der Fähre vor drei Tagen hat mich die Skyline von Oslo begeistert. Diesen Kontrast von Alt und Neu finde ich faszinierend. Die Szenerie am Anleger beherrschend, thront über allem das düstere Rathaus.

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Oslo Tipp 1: Museumsinsel Bygdøy

Wer Oslo zum ersten Mal besucht, sollte die Museumsinsel Bygdøy nicht verpassen. Auf der Halbinsel westlich des Stadtzentrums befinden sich die berühmtesten Museen der Stadt: das Wikingerschiffmuseum, das Frammuseum, das Kon-Tiki-Museum und das Norwegische Freilichtmuseum.

Am schönsten kommt man mit der Fähre vom Rathauskai hin – von April bis Oktober fährt sie alle 20 bis 30 Minuten, die Überfahrt dauert rund 15 Minuten und der Blick auf die Skyline ist schon das erste Erlebnis.

Das Frammuseum beherbergt das originale Polarschiff Fram, das Roald Amundsen auf seiner Expedition in die Antarktis nutzte – einsteigen und erleben wie es war, monatelang auf diesem Schiff zu leben. Im Kon-Tiki-Museum liegt das originale Floß von Thor Heyerdahls legendärer Pazifiküberquerung 1947. Ich war beeindruckt, wie viel Geschichte auf dieser kleinen Halbinsel steckt.

Oslo Tipp 2: Tjuvholmen – das hippste Viertel der Stadt

Am Ende des Kais beginnt ein komplett neues Viertel von Oslo: Tjuvholmen. Ganz früher hausten hier mal die Räuber und die Gegend hatte auch später keinen besonders guten Ruf. Aber der Trend, alte Hafenviertel aufzuwerten und moderne Gebäude dorthin zu bauen hat auch vor Oslo nicht haltgemacht. Da wo einst niemand wohnen wollte, stehen nun die hippsten Gebäude der Stadt.

Oslo Tipp 3: Das Designhotel THE THIEF

Fast am äußersten Zipfel von Tjuvholmen befindet sich mein Hotel, das THE THIEF. Der Name ist eine Referenz an die finstere Vergangenheit des Viertels. Vor lauter Fassaden schauen habe ich gar nicht mitbekommen, dass sich über mir etwas zusammengebraut hat. Kurz vor dem Ziel öffnen sich die Schleusen. Da hilft nur eins – kurz unterstellen, tief Luft holen und dann ein Endspurt durch den Schauer zum Hotel. Im vollen Lauf weiche ich elegant zwei beschirmten Geschäftsmännern aus und husche ungebremst rein.

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In der Lobby ist es recht dunkel und meine Augen müssen sich erst mal an das schummrige Licht gewöhnen. Braune Möbel, dunkle Wände, goldene Lampen und dazwischen viel Kunst. Mein Blick bleibt sofort an einem imposanten Bild hängen, das einen Cowboy samt Pferd zeigt.

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Auf der anderen Seite der Lobby steht ein großes Regal an der Wand, gefüllt mit Design, Kunst und Büchern. Mit dem vielen Gold komme ich mir vor wie in einer Schatzkammer. Nicht nur der Name, auch das Interieur erinnern an Räuber und ihre kostbaren Schätze.

Tür auf, Tür zu, willkommen in der Schmuckschatulle. Mein Bett hat tausend Kissen aus Samt und Seide, wobei Seide ist es nicht, aber es sagt sich so schön. Auf jeden Fall ist es feudal und superbequem. Zu meinem Zimmer gehört noch ein kleiner Balkon mit Ausblick – und glücklicherweise hat der Schauer schnell aufgehört.

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Die Dachterrasse des Hotels ist ein echtes Highlight. Mit toller Aussicht auf den Hafen lässt es sich hier aushalten. Ja, Alkohol ist in Norwegen unerschwinglich, aber wer hier herreist sollte das wissen und sich nicht ständig an den Preisen stören – sonst ist der Urlaub eine Qual. Ich genieße den Sonnenuntergang und hole mir dabei einen Sonnenbrand im Gesicht. Na toll, aber so muss das manchmal sein.

Beschwingt durch die Musik ist mir hier oben eh alles egal und übermütig entscheide ich, dass es für heute reicht und dass Oslo morgen ja auch noch da ist. Ich genieße den Sonnenuntergang und hole mir dabei einen Sonnenbrand im Gesicht. Na Toll, aber so muss das manchmal sein.

Bevor ich ins Bett gehe, schaue ich mir noch das schöne Spa an. Es liegt gleich neben dem Hotel und ich muss nur im flauschigsten Bademantel meines Lebens durch einen unterirdischen Gang gehen. Das Spa ist nicht groß, mit kleinem Pool und kleiner Sauna, aber auch sehr, sehr schick. So, das war es dann endgültig für heute, Morgen geht es weiter.

Morgenstund’ hat Gold im Mund

Auch das Frühstücksrestaurant ist eher dunkel und die Lampen tauchen alles in goldenes Schummerlicht. Da fällt es schwer, auf den bequemen Sofas nicht gleich wieder einzuschlafen.

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Allerdings sieht das Frühstück so verlockend aus und der Kaffee ist extrem gut, da werde ich dann doch schnell wach.

Oslo Tipp 4: Astrup Fearnley Museum und der Aussichtsturm Tjuvtitten

Am nächsten Morgen schaue ich mir das Viertel Tjuvholmen, meine Nachbarschaft genauer an. Das THE THIEF liegt gleich gegenüber vom Astrup Fearnley Museum und der Eintritt für Gäste des Hotels ist frei. Schon der Weg dorthin ist sehr unterhaltsam.

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Hier steht auch der Tjuvtitten, ein 90 Meter hoher Aussichtsturm mit Blick über das Viertel – ein lohnender Ausblick für alle Oslo-Besucher.

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Das Museum selbst ist großartig, die Ausstellung von Elmgreen & Dragset war Klasse. Und der Kaffee danach im Museumscafé mit Blick auf den kleinen Stadtstrand genau das Richtige.

Oslo Tipp 5: Kleiner Stadtstrand

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Etwas weiter hinten liegt eine Badeplattform im Wasser. Auch ein perfekter Ort um aufs Wasser zu schauen oder tatsächlich mal reinzuspringen. Es ist schon cool, wenn eine Stadt am Meer liegt und man direkt vor der Haustür baden kann. Das hätte ich von Oslo nicht gedacht.

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Die Stadt entpuppt sich für mich immer mehr als Perle des Nordens. Am nächsten Tag nehme ich die Designroute des Hotels – und Oslo zeigt mir noch mehr.

Oslo Tipp 6: Die Designroute

Mein Hotel, das THE THIEF, hat für seine Gäste kleine Stadtpläne mit verschiedenen Spaziergängen entwickelt, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Je nach Geschmack kann ich wählen zwischen verschiedenen Routen zum Thema Musik, Shopping, Design, Architektur oder Art und Alternative. Ich entscheide mich für die Designroute.

oslo mit kindern erkunden

Die erste Station ist Grafill, die norwegische Organisation für visuelle Kommunikation. In der aktuellen Ausstellung werden Designer anhand ihrer Arbeitsplätze vorgestellt. Im Ausstellungsraum stehen ihre Schreibtische, voll mit Skizzen. Entwürfe hängen an den Wänden. Man sieht den Arbeitsprozess und nicht nur das fertige Bild. Das ist eine ganz persönliche Ausstellung die mir gut gefällt. Als Nächstes führt mich die Karte vorbei am Schloss des Königs, das in einem großen Park liegt in dem heute, bei diesem schönen Wetter, viele Osloer spazieren gehen. Schließlich lande ich im angesagten Buchladen Tronsmo. Ein wahres Eldorado für Comicliebhaber. Schade, dass ich kein Norwegisch kann.

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Weiter auf der Karte: Café Fuglen. Eine gute Idee, bei einem Spaziergang auch eine Kaffeepause einzuplanen. Vor dem Café tummeln sich die Osloer in der Sonne, innen ist alles in dänischem Design eingerichtet. Jetzt ein leckerer Kaffee und so tun als gehöre man dazu.

Gleich um die Ecke am St. Olavs Platz befindet sich das Blings – hier werden leckere Sandwiches frisch belegt und die Leute setzen sich damit gerne auf den Platz in die Sonne.

Oslo Tipp 7: Der Reptilienpark

Mein nächstes Ziel ist eigentlich das Museum of Decorative Arts and Design, aber gerade als ich über die Straße gehen will, sehe ich neben mir das Schild Reptilienpark. Ich entscheide mich spontan gegen die Kunst und für die Reptilien. Und ich werde nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil. Das ist ein richtiger, kleiner Schatz, der sich hier im Hinterhof versteckt hat.

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In kleinen Terrarien hüpfen winzigste Frösche, Schlangen verstecken sich zusammengerollt in den Ästen und es macht irre Spaß die jeweiligen Bewohner zu entdecken.

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Oslo Tipp 8: Die Oper von Oslo

Zurück Richtung Hafen, vorbei am Bahnhof und über die supermoderne Brücke und dann liegt sie vor mir, die Oper von Oslo. Schon bei meiner Ankunft mit dem Schiff fiel mir dieses markante Gebäude auf. Ähnlich wie die Oper in Sydney liegt sie im Hafen und sieht nicht nur aus der Ferne gut aus.

Die Oper soll an einen treibenden Eisberg erinnern und wurde vom norwegischen Architekturbüro Snøhetta entworfen. Die Fassade ist fast komplett aus weißem italienischem Carrara-Marmor. Ich laufe hoch aufs Dach und schaue Oslo von oben an. Tolles Gebäude.

Oslo hat mich überrascht. Nicht einmal, sondern immer wieder. Genau das ist das Beste an dieser Stadt.

Oslo Tipps: Anreise und praktische Infos

Ab Berlin fliegst du direkt nach Oslo – die Flugzeit beträgt knapp zwei Stunden, ideal für ein langes Wochenende. Der Flughafen Oslo Gardermoen liegt etwa 50 Kilometer nördlich der Stadt und ist mit dem Expresszug Flytoget in rund 20 Minuten mit dem Stadtzentrum verbunden.

Wer lieber mit der Bahn reist: Mit dem Nachtzug von Hamburg über Kopenhagen nach Oslo ist man umweltfreundlich und entspannt unterwegs, die Fahrt dauert rund 18 Stunden.

Wer lieber langsamer reist, nimmt wie ich die Fähre. Von Kiel fährt Color Line täglich direkt nach Oslo – die Überfahrt dauert rund 20 Stunden und du kommst morgens ausgeruht im Hafen an. Das Color Line Terminal in Oslo liegt nur zehn Gehminuten von Aker Brygge entfernt – du bist also sofort mitten in der Stadt. An Bord gibt es Kabinen, Restaurants und Live-Unterhaltung. Wer also Zeit hat, dem empfehle ich die Fähre wärmstens – die Einfahrt in den Oslofjord morgens ist schon ein Erlebnis für sich.

Wichtig zu wissen: Norwegen gehört nicht zur EU, aber zum Schengen-Raum – dein Personalausweis reicht für die Einreise. Die Währung ist die norwegische Krone, der Kurs schwankt – check ihn kurz vor der Reise. Und noch wichtiger: In Norwegen zahlt praktisch niemand bar. Kreditkarte immer dabei haben, das spart Peinlichkeiten.

Oslo hat einen sehr guten öffentlichen Nahverkehr. Der Oslo Pass lohnt sich für Kurzbesuche – er deckt Museen, Fähren und den öffentlichen Transport ab, inklusive der Fähre zur Museumsinsel Bygdøy.

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Fotos und Text: Britta Smyrak

Ich habe viele gute Tipps für einen Oslobesuch mit Kind gesammelt. Danke an das THE THIEF für die Übernachtung. Meine Meinung und Begeisterung bleiben davon unberührt.

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