Zürich im Winter. 11 Lieblingsorte in der Stadt am Limmat.

Zürich im Winter

Warum solltest Du im Winter nach Zürich fahren, wo doch alle zum Skifahren in die Berge reisen? Ganz einfach, weil alle in die Berge reisen und du Zürich im Winter ganz entspannnt für dich hast!

Zürich im Winter

Die hübsche Stadt am Limmat ist groß genug, um international zu sein und klein genug, um gut zu Fuß entdeckt zu werden. Ich starte mit einem guten Frühstück im AuGust. Rustikal wird das Buffet auf dicken Holzblöcken präsentiert, Joghurt, Müsli und Früchte stehen auf der Theke unter dicken Würsten, Eierspeisen werden auf Wunsch in der offenen Küche frisch zubereitet. Das AuGust gehört zum Hotel Widder und vereint Boucherie, Brasserie und Bistro in einem. Auch mittags lohnt sich ein Besuch, vor allem wenn Du Dich nicht scheust, Gerichte wie Rinderzunge oder Nieren zu probieren. Die meisten Restaurants verzichten heutzutage auf diese Spezialitäten. Das AuGust hat sie wiederentdeckt.

Mit seiner breiten Fensterfront ist es zweifellos der beste Ort, um das Treiben auf dem Rennweg zu beobachten, bevor ich mich selbst auf den Weg mache, Zürich im Winter zu erkunden.

Auf nach Zürich-West

Vom AuGust ist es nicht weit bis zur Tramstation. Mit der Linie 13 fahre ich nach Zürich-West, ein Stadtteil, der in den letzten Jahren immer trendiger geworden ist und wo das alternative Zürich überlebt, fernab vom Luxus der Bahnhofstraße. Mein Ziel ist die Markthalle im Viadukt. Hier kaufen die hippen Züricher vor allem am Wochenende ihre Leckereien ein oder trinken einen Cappuccino an der Bar. Ich muss zugeben, was ich an den Marktständen von Berg und Tal oder Tritt-Käse sehe, sieht wirklich sehr verlockend aus.

Neben der Markthalle befinden sich unter dem Viadukt noch einige angesagte, stylishe Geschäfte und Zürich West ist nicht nur Gourmet- und Shoppingparadies, es ist auch Ausgehmeile. Gleich um die Ecke sind die angesagtesten Clubs der Stadt. Zürich geht zum Tanzen ins Hive oder nebenan in den Supermarkt.

In Zürich-West haben sich viele Designer und Künstler angesiedelt, die den Freiraum schätzen, den das Viertel noch bietet. Dominiert wird die Skyline von zwei Türmen, einer davon ist der Containerturm von FREITAG.


Logisch dass ich zum Shoppen zu FREITAG muss und das nicht nur wegen der coolen Taschen, sondern auch weil ich im 8. Container aufs Dach steigen kann. Von hier oben habe ich einen guten Blick auf Zürich.

Gleich neben dem Turm liegt Frau Gerolds Garten. Auch wenn der Winter nicht unbedingt Gartenzeit ist, lohnt sich ein kurzer Besuch, denn das Gelände ist sehr fantasievoll gestaltet. Hier wird bestrickt, was geht. Egal ob Baum, Fahrrad oder Schlitten, im Winter bekommt jeder ein Wollkleid an.

Treppensteigen macht hungrig und ein bisschen aufwärmen ist jetzt auch nicht verkehrt. Außerdem, wie sooft ist der Handyakku leer. Für eine Pause und leckeres Essen empfiehlt sich neben der Markthalle das Les Halles. Wenn ich nicht wüsste, dass es hinter der Eingangstür richtig gut ist, würde ich wahrscheinlich daran vorbei gehen.

Museum für Gestaltung

Bevor ich zurück in die Altstadt von Zürich fahre, schaue ich im Museum für Gestaltung vorbei. Noch bis zum 11.3.2018 wird hier die „Happy Show“ gezeigt. Der bekannte Grafik Designer Stefan Sagmeister versucht in dieser interaktiven Ausstellung auszuloten, was uns glücklich macht. Angefangen mit einem Kartenautomaten, der für jeden Besucher eine Glücksaufgabe ausspuckt, wird das Thema Glück in Schaubildern wie „Hierarchie des Glücks“, „Arten von Liebe“ und „Geld macht mich nicht glücklich“, sehr anschaulich und mit viel Humor dargestellt. Sehr persönlich, sehr sehenswert sehr inspirierend.

Zürich Altstadt

Gut gelaunt nach dem Museumsbesuch nehm ich die Tram zurück bis zur Haltestelle Paradeplatz. Von dort ist es nicht weit zum Züricher See und ich statte den Möwen meinen Pflichtbesuch ab.

Über die Brücke geht es weiter zu einem echten Züricher Geheimtipp, der Stoffladen Jakob Schlaepfer. Von außen recht unscheinbar ist das nicht irgend so ein 0815 Stoffladen. NEIN! Bei Jakob Schlaepfer kannst du die Originalstoffe der letzten Chanel Kollektion kaufen. Du hast richtig gelesen, CHANEL. Das Unternehmen Jakob Schlaepfer entwickelt und webt die aufwendigen Stoffe, aus denen Karl Lagerfeld seine Kleider, Kostüme etc. schneidert. Da kann der laufende Meter durchaus ein paar Hundert Franken kosten, aber diese Stoffe sind unglaublich. Ich wünschte ich könnte nähen!

Berauscht von Stoffen und Farben spaziere ich zur nächsten Attraktion Neumarkt17, DER Laden für Designmöbel und ein Eldorado für Designmöbelfans, also für mich! Der Laden erstreckt sich über zwei Häuser, eines davon komplett entkernt mit einer Metalltreppe, die über mehrere Stockwerke hinauf zu den verschiedenen Ebenen führt. Ich war so fasziniert vom Blick nach unten und habe ganz vergessen zu zählen, wie viele es eigentlich sind.

Ich schwöre dir, du entdeckst ein super Designmöbel nach dem anderen. Nischen, Gänge, diverse Räume, die ineinander übergehen, du kannst gar nicht anders, als dich zu verlaufen. Selbst Kenner versichern mir, dass sie eigentlich nie so genau wissen, wo sie gerade sind und ob sie je alle Räumen gesehen haben. Plan ruhig eine Stunde für den Besuch ein, der Laden ist ein Erlebnis und besser als jedes Designmuseum.

Der Vorteil vom Winter liegt auf der Hand. Du möchtest dich gerne in beheizten Räumen aufhalten! Also ist es jetzt an der Zeit für einen heißen Kakao im Café Schober. Lass dich nicht von der Warteschlange abhalten. Das Café ist recht verwinkelt und hat viele Plätze, so dass du sicher nicht lange warten musst. Das Café ist herrlich kischig eingerichtet, plüschig, ein Traum in rotem Samt und natürlich gehört zum Kakao auch ein Törtchen dazu.

Noch ein Vorteil von einem Spaziergang durch Zürich im Winter, es wird früh dunkel und mit den erleuchteten Schaufenstern, den Lichtern und Spiegelungen auf dem Wasser sieht alles sehr romantisch aus. Einen besonders schönen Blick auf die Altstadt hat man vom Lindenhof aus. Dieser Platz auf einem kleinen Hügel ist einer der ältesten Orte in der Zürich. 1798 wurde hier der Eid auf die helvetische Verfassung geschworen.


Nach einem langen Spaziergang durch ein inspirierendes, lebendiges und romatisches Zürich im Winter kehre ich zurück in das Hotel Widder. Hier erwartet mich noch ein großartiges Abendessen über das ich demnächst auf LOOPING berichten werde. Bis bald.

Zürich im Winter, meine 11 Lieblingsorte

Text und Fotos Britta Smyrak

Vielen Dank an das Hotel Widder für die Einladung nach Zürich und an René für die tolle Stadtführung durch Zürich im Winter.

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