Teuflisch gut! 125 Pistenkilometer im Skigebiet Villars-Gryon/Les Diablerets

Skigebiet Villars-Gryon/Les Diablerets

Ich bin auf dem Weg in die französische Schweiz, genauer gesagt in das Skigebiet Villars-Gryon/Les Diablerets. Es ist das größte Skigebiet des Waadtlands, mit den Wintersportorten Villars, Les Diablerets, Glacier 3000 und Gryon. Insgesamt warten 125 Pistenkilometer auf Skifahrer und Snowboarder.

Die Anreise läuft wie am Schnürchen. Der Flug nach Zürich ist pünktlich, das Umsteigen in den Zug reibungslos. Ankunft in Bex, ich steige aus und stelle fest Gleis P1 existiert nicht.

Ich komme mir vor wie Harry Potter auf der Suche nach dem Gleis 9 3/4. Sollte ich jetzt einfach gegen das Wartehäuschen rennen? Ich stehe ratlos rum und werde nervös, denn die Schweizer Präzision sieht für den Zugwechsel exakt 3 Minuten vor.

Was soll ich tun? Der Zeiger der Bahnhofsuhr springt gnadenlos weiter. 4 Minuten, 5 Minuten, nichts tut sich, kein Zug weit und breit.

Ich laufe durch die Unterführung zum Bahnhof in der Hoffnung, dass dort jemand seinen Dienst tut und Rat weiß. Auf dem Platz vor dem Bahnhof entdecke ich Schienen in der Straße. Mein Verdacht wird vom Schalterbeamten bestätigt. Jawohl erklärt er mir in schönstem Französisch, hier ist vor zwei Minuten mein Zug Richtung Villars-sur-Ollon abgefahren. Aber ich sei auch nicht die Erste, der das passiert, tröstet er mich.

Dumm gelaufen, denke ich und entdecke im selben Moment ein charmantes Bistro mit dem viel verheißenden Namen „Tuk Tuk“. Hier ist jemand großer Asien Fan. Ob Thailand oder Indonesien lässt sich schwer sagen, aber über der Theke stehen mindestens 100 Holzelefanten. Im Moment ist die Bedienung damit beschäftigt, Buddhavorhänge vor die Fenster zu hängen. In Rosa versteht sich. Wo bin ich?

Es ist so herrlich absurd, das ich fast glücklich über den verpassten Anschluss bin. Sollte jemals jemand einen Film drehen wollen, über Menschen, die den Zug verpassen, das ist der perfekte Ort dafür. Reichlich Publikum wird es geben, denn ich schwöre, jeder verpasst hier den Zug.

Einen Kaffee später höre ich es rattern, meine Bahn, die mehr wie eine Straßenbahn aussieht, steht abfahrbereit vor dem Bahnhof.

Es wird schnell dunkel und ich sehe nichts mehr von der Landschaft, spüre aber, das der Zug fleißig bergauf fährt. Statt über Zürich ist eine Anreise über Genf auch eine gute Idee.

In Villars-sur-Ollon angekommen, checke ich ins Eurotel Victoria ein. Mir bleibt kurz Zeit etwas Wärmeres anzuziehen und los geht es vom Parkplatz in Cergnement mit dem Schneemobil und durch Schneegestöber zur hübschen Alphütte Refuge de Solalex.

Die Tür geht auf, Wärme empfängt mich und der Duft von Käsefondue liegt in der Luft. Genau das bestelle ich jetzt. Es schmeckt großartig und der Wein dazu passt perfekt. Der Kanton Waadt ist das zweitgrößte Weinanbaugebiet der Schweiz und seine Weine für ihre Qualität bekannt. Satt und müde freue ich mich auf mein Bett.

125 Pistenkilometer im Skigebiet Villars-Gryon/Les Diablerets

Am nächsten Morgen holt mich die Skilehrerin Cécile im Hotel ab. Ich leihe mir ein Snowboard aus. Das Design ist etwas gewöhnungsbedürftig, passt mit der Schlange und dem Skelett aber prima zum Skigebiet Villars-Gryon/Les Diablerets.

Wir fahren hoch auf den Berg. In der Nacht hat es geschneit, die Wolken hängen tief und lassen keinen Blick auf die Gipfel zu. Bei klarer Sicht könnte ich von hier oben bis zum Genfer See blicken. Heute leider nicht.


Snowboarden im Neuschnee macht Spaß. Wir fahren so viele Pisten wie möglich, bis hinauf zum Croix des Chaux und auch auf alle anderen Gipfel.

Nach dem Mittagessen im Restaurant Les Mazots fahren wir am Nachmittag noch zur wunderschönen Hütte L’Etable mit Blick in den Stall und hervorragendem Kuchen!

Es wird etwas heller, ein bisschen blauer Himmel schimmert durch die Wolken, aber die Sonne schafft den Durchbruch nicht. Zumindest sehe ich jetzt ein bisschen mehr von der Umgebung.

Wir wechseln die Seite und fahren mit dem Verbindungslift rüber nach Les Diablerets. Auch hier ist der Schnee einfach großartig. Gegen 16 Uhr ist es Zeit für die Talabfahrt und ganz ehrlich, ich bin platt. Die zweite Nacht verbringe ich im Eurotel Victoria und mein Zimmer gefällt mir hier wesentlich besser.

Zum Abendessen bin ich im La Potinière verabredet. Das Restaurant ist bekannt für sein hervorragendes Fleischfondue. Und ich muss sagen, es macht seinem Ruf alle Ehre! Müde und satt, den Zustand kenne ich bereits von gestern, spaziere ich durch die Nacht zurück zum Hotel.

Für den nächsten Tag ist ein Ausflug zum Gletscher Glacier 3000 geplant, im Moment sehe ich dafür allerdings schwarz oder besser gesagt weiß, denn dicke Schneeflocken fallen unermüdlich vom Himmel.

Am Morgen verstecken sich die Autos unter einer dicken Schneedecke. Die Sicht ist schlecht und die Gletscherbahn gesperrt. Glück im Unglück würde ich sagen, denn so habe ich einen kompletten Tag im Skigebiet Villars-Gryon/Les Diablerets und das bei Neuschnee!

Mein Skilehrer heute heißt Fabio und ist fit, wie ein Turnschuh. Er fährt mit mir jede Piste, die es gibt. Zum Mittagessen kehren wir im Restaurant Lac des Chavonnes ein. Ein kleiner Geheimtipp, denn das Restaurant liegt nicht direkt an der Piste. Im Sommer würde man sehen, dass es am Ufer eines Sees liegt. Das Essen ist hervorragend und die Hütte rappelvoll. Wahrscheinlich hat sich der Geheimtipp schon herumgesprochen.

Noch ein Stündchen geht es über die tief verschneiten Pisten, dann fahren wir hinunter ins Tal. Fabios Eltern betreiben im Ort Les Diablerets ein Restaurant und die einzige Après Ski Bar L’Ormonan. Der DJ sorgt mit seiner Techno Trance Musik für gute Stimmung und nach und nach füllt es sich.

Jeder, der von der Piste kommt, schaut noch auf ein Getränk vorbei. Die Stimmung ist gut, einfach ein schöner Abschluss für einen grandiosen Tag auf der Piste.

Am nächsten Tag macht mir das Wetter endgültig einen Strich durch die Rechnung. Es regnet im Tal und die Rodelbahn ist gesperrt. Also liebes Skigebiet Villars-Gryon/Les Diablerets, wir habe mindestens noch eine Rechnung offen: Gletscherbesuch und Rodelbahn, das muss ich unbedingt nachholen.

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Text und Fotos Britta Smyrak

Für diese Reise wurde ich eingeladen vom Tourismusverband Genferseegebiet und seinen Partners. Vielen Dank.

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