MEET THE LOCALS: Origo und Familie aus der Mongolei

Heute erhalte ich Post von Origo und seiner Familie aus der Mongolei. Vor ein paar Jahren habe ich mit seiner Schwester ein Wohnheimzimmer in Südkorea geteilt und ihn auf diesem Wege kennengelernt, als er noch in einer NGO gearbeitet hat, die sich für freie Marktwirtschaft in der Mongolei engagiert. Heute haben Origo und seine Frau einen kleinen zweijährigen Sohn und sind mitsamt Schwiegermutter nach Auckland, Neuseeland gezogen, damit Origo an der University of Auckland einen Master absolvieren kann. Trotzdem reist die Familie regelmäßig zurück in die Mongolei und berichtet mir heute davon, wie das Leben dort aussieht.

Hallo Origo! Der neuseeländische Winter ist im Vergleich zur Mongolei bestimmt harmlos. Fahrt ihr trotzdem zurück auf die Nordhalbkugel, um dort den Sommer zu genießen?

Ja, das werden wir! Ich denke, dieses Jahr sind wir in unserem Sommerhaus in Ulan-Bator.

Ich liebe den Sommer in der Mongolei – es ist warm, grün und friedlich.

Wir reisen auch sehr gerne durchs Land. Letztes Mal haben wir unsere Sommerferien in den Provinzen Sukhbaatar (dt. auch Süchbaatar) und Hovsgol (dt. auch Chöwsgöl) verbracht. Meine Eltern leben auch in Sukhbaatar, weshalb wir normalerweise immer auch dorthin fahren.

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Macht ihr denn dieses Jahr wieder einen Abstecher dorthin?

Dieses Jahr wahrscheinlich nicht, aber letztes Jahr waren wir da. Die Landschaft und die Natur dort ist einfach überragend und wunderschön. Es gibt alles: Berge, Seen, Flüsse und Wälder. Dort ist wirklich der beste Ort, um seinen Stress hinter sich zu lassen und sich zu entspannen.

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Und wohin soll es euch in der nächsten Zukunft sonst noch so verschlagen?

Wir wollen die ganze Welt sehen, vor allem aber Finnland und Japan (Anm.: dort leben nämlich seine beiden Schwestern). Konkret geplant ist aber noch nichts.

In der näheren Zukunft würde ich gerne bei einem Think Tank wie dem Cato Institute oder dem Hoover Institute arbeiten.

Es kann also sein, dass wir in die USA ziehen, denn da könnte ich arbeiten und meine Frau studieren. Aber es ist noch zu früh, um zu sagen, ob das wirklich klappt. Erstmal bleiben wir noch zwei Jahre in Auckland.

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Bevor ihr nach Neuseeland kamt, wie sah denn ein typischer Tag in der Mongolei für euch aus?

Eigentlich gar nicht so anders als jetzt. An einem typischen Tag gehen wir beide arbeiten. Da wir schon seit damals eine Wohnung mit meiner Schwiegermutter teilen und sie auf unseren Sohn aufpasst, geht er nicht in den Kindergarten. Nach der Arbeit machen wir natürlich gerne Sachen zusammen und besuchen Orte, wo es sich gut spielen lässt. Manchmal gehen wir z.B. in einen Vergnügungspark, aber oft lesen wir auch nur zuhause ein Buch zusammen. Mein Sohn liebt Bücher. In der Nähe von unserem Haus in der Mongolei gab es auch ein paar schöne Spielplätze, wo wir gerne Zeit verbracht haben.

Wenn meine Frau und ich zu zweit etwas machen wollten, sind wir gerne ins Theater oder ins Ballett gegangen.

Das hat sich nichts geändert.

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Angenommen, ich steige heute in ein Flugzeug nach Ulan-Bator und du könntest mir nur einen Ort in der Mongolei zeigen – wohin würdest du mich mitnehmen?

Dann würde ich dir wirklich gerne zeigen, wie die mongolischen Nomaden leben. Angeblich gibt es auch nur noch sehr wenige. Du könntest auf ihren Pferden reiten und frische Kuhmilch trinken und dich insgesamt wie im 13. Jahrhundert fühlen. Typisch sind auch einige Milchprodukte, die du bestimmt noch nie gekostet hast, z.B. Airag und Aaruul: Airag wird aus Stutenmilch gemacht und Aaruul aus Kuhmilch. Ich wette, es würde dir gefallen.

Vielen Dank, lieber Origo, für deine Zeit!

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