Familienreise Neuseeland. Unterwegs auf der Nordinsel. Teil 2

Familienreise Neuseeland. Unterwegs auf der Nordinsel

Wir sind mit dem Camper unterwegs auf der Nordinsel und versuchen weiterhin so gut es geht dem schlechten Wetter aus dem Weg zu fahren. Nach unserem Abstecher in den Süden sind wir  jetzt auf der Halbinsel Coromandel im Nordosten.

18.12. Tut, Tuuut! Welcome to the Driving Creek Railway

Nach dem Frühstück in unserem Bed&Breakfast in Thames packen wir unsere Sachen zurück in den Camper und fahren weiter Richtung Norden nach Coromandel zur Driving Creek Railway, der einzigen Schmalspurbahn in Neuseeland.

1973 kaufte der Künstler Barry Brickell 22 Hektar Land und baute eine kleine Bahn, die Driving Creek Railway mit deren Hilfe er bei jedem Wetter den Ton für seine Töpferarbeiten aus dem Berg holen konnte. Über 15 Jahre arbeitete er an der Strecke. Alle Brücken und Tunnel wurden von ihm und seinem Team selbst gebaut.

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Seit 1990 können auch Gäste mit der Bahn fahren und dieses Geschäft wurde lukrativer für Barry Brickell als seine Töpferkunst. Der schmale Zug schraubt sich im Zickzack ca. 3 Kilometer durch den Wald den Berg hinauf bis zur Endstation, dem Eye-full Tower, einem großen runden Holzturm. Vorn hier oben haben wir eine tolle Aussicht auf die Küste.

Eintritt: Erwachsene: NZ$35 Kinder:  NZ$13 (4 to 16 Jahre) unter 4 Jahren frei , Familien NZ$83 (2 Erwachsene und 2 Kinder  4 bis 16 Jahre) und jedes weitere Kind NZ$7.00

It’s hot Baby!

Nach dieser lustig skurrilen Fahrt fahren wir mit unserem Jucy weiter an die Ostküste nach Hahei. Unser Ziel ist der Hot Water Beach TOP 10 Holiday Park. Wir sind mittlerweile richtige Fans von diesen TOP 10 Campingsites geworden. Sie gehören zwar nicht zu den Günstigsten, sind aber immer top ausgestattet. Wenn du mehr wissen möchtest, dann schau auf dem Reiseblog Weltwunderer von Jenny nach. Sie hat sich sehr ausführlich mit dem Thema Campingplätze beschäftigt.

Und was ist das Besondere am Hot Water Beach? Das heiße Wasser! BINGO! Unter dem Sand am Strand befindet sich kochend heißes Wasser und Touristen und Kiwis, wie sich die Einheimischen selber gerne nennen, lieben es, mit einer Schaufel ausgestattet, ein Loch zu buddeln und sich in den „eigenen Warmwasserpool“ zu setzten.

Für alle, die nicht so perfekt ausgestattet sind, also wir zum Beispiel, werden Schaufeln am Campingplatz vermietet. Das muss ich mir ansehen. Aber im Moment ist Flut, der Beach ist leer, wir müssen morgen wiederkommen.

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19.12. Hot Water Beach und Cathedral Cove

Am nächsten Morgen, die Sonne scheint, der Beach ist wie ausgewechselt. Man hat Mühe das richtige Plätzchen zu finden. Anfänger wie wir graben erfolglos direkt am Strand. Kenner gehen weiter hinten zu den Felsen und dort wird dann gebuddelt, was das Zeug hält.

Geothermische Aktivitäten wie spritzende Geysire, heiße Quellen oder aus dem Boden kriechender heißer Dampf wie in Roturua sind nichts Besonderes auf Neuseeland, aber nur an diesem Küstenabschnitt wird das heiße Wasser durch Risse im Erdboden nach oben an den Strand gedrückt. Orua heißt die eine der beiden unterirdischen Quellen, Maori die andere. Pro Minute geben die beiden 10 bis 15 Liter Thermalwasser ab.

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Für das heiße Badevergnügen bleiben zwei Stunden vor und nach der Ebbe, denn nur solange ist der rund 100 Meter lange und 10 Meter breite Strandabschnitt an der Felsnase zugänglich. Dann kommt die Flut, Wellen rollen über die Whirlpools, die Party ist vorbei und am Hot Water Beach sieht es aus, als wäre nichts gewesen.

Wir rollen unsere Handtücher zusammen und fahren die Küste ein Stück hoch zur berühmten Cathedral Cove. Vom Parkplatz wandern wir an dem bisher schönsten Küstenabschnitt Neuseelands entlang.

Der Strand an der Cathedral Cove ist wunderschön und wir genießen so lange wie möglich das sorglose Strandleben.

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Da wir möglichst viel in unserer einen Camperwoche sehen möchten, müssen wir am späten Nachmittag weiter und erreichen gegen Abend einen Campingplatz nördlich von Auckland in dem kleinen Örtchen Orewa. Manchmal kommt man eben doch nicht so weit, wie man gerne möchte.

21. 12. Waitangi Treaty Grounds und der Betrug an den Maoris

Ich möchte unbedingt einen Haka, den berühmten Kriegstanz sehen und mehr über die Geschichte der Maoris und Neuseeland erfahren. Wir fahren zu den Waitangi Treaty Grounds in der Bay of Islands und nehmen dort an einer Führung teil. Der Guide erzählt uns interessante Details über die Geschichte und die Hintergründe des Friedensvertrags von 1840 der zwischen den einflussreichsten Maori Häuptlingen und der britischen Krone geschlossen wurde. Von diesem Vertrag gab es nämlich zwei Versionen. Eine in englischer Sprache und einen in Maori. Übersetzungsfehler, gewollt oder ungewollt, führten nach der Unterzeichnung zu unterschiedlichen Interpretation des Vertrages und durch Gesetze und Kriege wurden die Māori infolge ihres Landes enteignet und ihrer kulturellen Identität und wirtschaftlichen Unabhängigkeit beraubt. „The Treaty“, wie die Neuseeländer den Vertrag nennen, machte Neuseeland zu einer britischen Kolonie. Hätten die Führer der Maori die Version der Engländer gekannt, sie hätten den Vertrag wahrscheinlich nie unterschrieben.

Während wir der Geschichte lauschen, setzt Dauerregen ein. Unser Guide macht allerdings keine Anstalten irgendwo reinzugehen, sondern erzählt völlig unbeeindruckt weiter. Wir weichen langsam durch und lernen, dass mit der Einrichtung des Waitangi Tribunals im Jahr 1975 durch die New Zealand Labour Party haben die Māori die Möglichkeit bekommen, ihr Recht an Land einzuklagen und für Enteignung Kompensation zu fordern.

Neben dem Treaty House, eines der ältesten Gebäude Neuseelands mit einer historischen Ausstellung, befindet sich ein Maori-Meeting-House mit Holzschnitzereien bedeutender Vorfahren der neuseeländischen Maoristämme auf dem Gelände. Da gehen wir hinein und erleben endlich den Haka! Ich bin total gebannt und fasziniert. Die wild aufgerissenen Augen, die herausgetreckten Zungen. Die Maoris waren ein Kriegsvolk und mit ihnen war nicht zu spaßen.

Auf dem Treaty-Gelände befindet sich auch das weltgrößte Maori-Kriegs-Kanu. Jedes Jahr zu den traditionellen Festlichkeiten des „Waitangi Day“ am 6. Februar wird es zu Wasser gelassen. Das 35 Meter lange, aus 3 mächtigen Kauribäumen geschnitzte und sechs Tonnen schwere Kanu benötigt eine Besatzung von 80 Ruderern, um eine Geschwindigkeit von rund 25 km/h zu erreichen. Mit ähnlichen Booten müssen die Maoris über das Meer gekommen sein um Neuseeland zu besiedeln.

Eintritt: Erwachsene 40 NZ$ Kinder in Begleitung ihre Eltern zahlen keinen Eintritt

Wir suchen einen Campingplatz für die Nacht. Familienreise Neuseeland. Unterwegs auf der Nordinsel, die Fortsetzung findest du hier.

Text und Bilder: Britta Smyrak

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