Über Stock und Stein. E-Bike Tour zur Rheinschlucht.

e-bike tour zur Rheinschlucht

Heute mache ich eine E-Bike Tour zur Rheinschlucht. Pünktlich um Viertel nach neun ist Treffpunkt mit meinem Guide. Die Nacht über hat es geregnet. Die Wetterprognose lautet wechselhaft. Aber wie heißt es so schön, es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Ich ziehe meinen Fleece an und darüber eine Regenjacke. Als ich in die Hotellobby vom signinahotel komme, sitzt Marian, mein Guide schon in voller Montur da und erwartet mich. Marian kommt aus den Bergen, das sehe ich sofort. Drahtig, sonnengebräunt, strotzend vor Energie und gut gelaunt sitzt sie da und grinst mich an. Ich habe in den Bergen noch nie jemanden getroffen der schlecht gelaunt oder gestresst ist. Gibt es hier nicht.

Zeig mir dein Fahrrad und ich sage dir, wer du bist

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Ich oute mich gleich mal am Anfang. Ich habe ein E Bike namens Flyer statt ein „richtiges“ Mountainbike genommen. Das sieht zwar nicht so sexy aus, und entlarvt mich sofort als Tourist, aber damit komme ich wenigstens den Berg hoch. Schließlich will ich ein bisschen was von der Gegend sehen und nicht gleich am ersten Hang jämmerlich verrecken. Und ganz ehrlich, als Marian den ersten Hang hochzischt, da weiß ich, dass es die richtige Entscheidung war.

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Pluto gehört nicht mehr dazu

Gleich hinter dem rocksresort fahren wir den Berg hoch und biegen auf den Planetenweg Richtung Falera ab. Der Weg heißt so, weil in maßstabgetreuen Abständen Schautafeln zu den einzelnen Planeten aufgestellt sind und wir so quasi unser Planetensystem bis zur Sonne durchqueren.

Jetzt weiß ich auch, dass der Planet Pluto 2006 zum Zwerg degradiert wurde und seitdem kein vollwertiger Planet mehr ist. Armer Pluto.

Stonehenge für Anfänger

In Falera machen wir eine Pause bei der Remingius Kirche. Mir fallen sofort die alten Steine auf, die unterhalb der Kirche in Reih und Glied stehen. Marian erklärt mir, dass es sich um eine vorchristliche Kultstätte handelt. Verlängert man die Linie der Steine, trifft man auf die Kirchen Ladir und Ruschein. Alle drei Kirchen liegen auf einer urgeschichtlichen Kultlinie und stehen wahrscheinlich auf drei vorchristlichen Kultstätten. Die Sonne soll hier jeweils am 21. Mai und am 21. Juli gleichzeitig und an der gleichen Stelle am Horizont aufgehen. Habe ich nicht ganz verstanden, würde ich mir aber gerne mal sehen.

Von außen sieht die Kirche nicht sehr einladend aus, doch innen ist sie prunkvoller als erwartet.

Auf zum See

Weiter geht die E-Bike Tour zur Rheinschlucht. Wir fahren durch Laax hindurch, vorbei am Sportzentrum mit großem Freizeitangebot wie Tennis, Minigolf und Klettergarten gleich daneben. Hier sind ein paar Männer gerade dabei die Sturmschäden zu beheben, denn genau vor einer Woche gab es ein Unwetter, bei dem viele Bäume umgestürzt sind. Hier und da sieht man noch die Spuren. Aber es heißt, in ein paar Tagen ist alles wieder repariert. Wir kreuzen eine Mountainbike Rennstrecke die beim Sturm leider auch etwas abgekriegt hat und ebenfalls repariert werden muss.

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Alter Schwede, von so einer Schanze würde ich im Leben nicht springen, schon gar nicht mit einem Bike. Marian meint wenig beeindruckt, jetzt würde sie es auch nicht mehr machen. Heißt also, sie hat es mal gemacht. Verrückt. Ich schweige ehrführchtig.

Weiter geht es durch den Wald zum Caumasee. Er schimmert schon von Weitem türkis durch die Bäume und ich ärgere mich, dass heute nicht die Sonne scheint, denn da wäre ich zu gerne mal reingesprungen.

Der See kostet Eintritt, für Kinder von 6 – 16 Jahren mit Gästekarte sFr. 5.00, ohne sFr. 3.00. und für Erwachsene mit Gästekarte sFr. 6.00 und ohne sFr. 9.50. Dafür wird aber auch viel geboten. Wir laufen ein bisschen am Ufer entlang, am Spielplatz vorbei und genießen die Aussicht auf den See.

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E-Bike Tour zur Rheinschlucht

Eine E-Bike Tour zur Rheinschlucht bzw. in den Bergen allgemein bedeutet: rauf, runter, rauf und runter. Vom Caumasee fahren wir wieder den Berg hoch zur Aussichtsplattform für die Rheinschlucht. Von hier oben hat man wirklich einen tollen Blick und sieht die Kurven und Windungen, die der Rhein in Jahrtausenden durch den Fels gespült hat. Da hat sich das Strampeln gelohnt.

Zurück geht es durch den Wald, vorbei an einem Spielplatz mit Grillplatz, der schon von einer hungrigen Familie belagert wird. In der Schweiz gehört es zum Service dazu, das das Holz für den Grillplatz gestellt wird. Es befindet sich in einer Box, fertig gehackt, zum Feuer machen. Man muss also nur sein Grillfleisch mitbringen. Das ist praktisch.

Ende gut alles gut

Unsere Tour nähert sich dem Ende, wir kommen in Flims aus dem Wald und radeln gemütlich das letzte Stück zurück zum rocksresort. Insgesamt waren wir ca. 3 Stunden unterwegs und ich habe das Gefühl etwas getan zu haben, ohne jedoch völlig erschöpft zu sein. Ich bin jetzt auch ein bisschen angefixt vom Radsport und möchte beim nächsten Mal unbedingt ein Mountainbike Training machen, um dann einen kleinen Trail zu fahren.

Die Biker, die auf ihren Bikes den Hang runtergebrettert kommen, sehen in ihren martialischen Outfits ziemlich cool aus. Das will ich natürlich auch. Marian empfiehlt mir dafür die Guides von Emprova. Also Jungs, bei meinen nächsten Mountainbike oder E-Bike Tour seid ihr dran.

Suchtgefahr

Ich habe bei meinem Ausflug nur einen Bruchteil der Touren gesehen. Insgesamt kann man in dieser Gegend auf über 330 km Mountainbikerouten und E-Bike Touren fahren und das für alle Levels. Vom Anfänger bis zum Profi und von der Familientour bis zum Freerider reicht das Angebot. Bis jetzt kenne ich die Berge nur vom Snowboardfahren und den missglückten Wanderversuchen meiner Kindheit, aber ich kann mir gut vorstellen mal einen Mountainbike Urlaub zu machen und mit strammen Waden und knackigem Hintern wieder nach Hause zu reisen.

Ähnlich wie mit einem Skilehrer kann ich mich mit einem Trainer über eine Woche von Level zu Level hocharbeiten und als Krönung am Ende einen spektakulären Trail fahren.

Text und Fotos: Britta Smyrak

Danke an Marian für die tolle E-Bike Tour zur Rheinschlucht und an Matthias Mezele, Melanie Keller, die WEISSE ARENA GRUPE und SWISS, ohne ihre Unterstützung wäre mein Aufenthalt nicht möglich gewesen.

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