Berlin mit Teenagern entdecken. Coole Tipps für Berlin und Umgebung

Berlin mit Teenagern Lost places in Wünsdorf

Da freut man sich jahrelang über die vielen Spielplätze und plötzlich ist das Kind zu alt dafür. Stellt sich also die Frage: Wohin mit Teenagern in Berlin?

Berlin mit Teenagern entdecken, coole Berlin Tipps für junge Leute

Junge Leute sind bekanntlich schnell gelangweilt und was mit Kindern in Berlin früher Spaß gemacht hat, lockt heute niemanden hinter dem iPhone hervor. Aber zum Glück gibt es in Berlin Sehenswürdigkeiten für Jugendliche und Aktivitäten, die wirklich cool sind, auch wenn die Eltern dabei sind. Ich habe mit meiner Tochter unter anderem ein Escape Game getestet, bin in den Berliner Untergrund abgetaucht, wir haben im Umland von Berlin einen Lost Place besucht und sind im Windkanal in die Luft gegangen.

Spaß und Action bei ESCAPE Berlin

Kennst du Live Escape Games oder Escape Rooms? Ursprünglich waren das Computerspiele, die jetzt in der Realität gespielt werden. Dazu benötigt man einen oder mehrere Räume, eine Story und eine Gruppe von Spielern. Letztere werde in einen Raum eingesperrt und müssen innerhalb einer vorgegebenen Zeit und mit Hilfe von im Raum versteckten Hinweisen und Gegenständen versuchen, aus diesem wieder herauszukommen.

Wer Panik kriegt, der kann auf einen roten Knopf drücken, der sich in jedem Raum befindet und wird befreit. Die Gruppen werden kameraüberwacht, es kann also nichts passieren. Aber wer Platzangst hat, dem würde ich es nicht unbedingt empfehlen.

Berlin mit Teenagern Escape berlin

Wir haben uns bei ESCAPE Berlin für das Spiel Knast 13 entschieden. Laut Beschreibung kein einfaches Live Escape Game, sondern ein sehr großes Gefängnis-Szenario mit mehreren Zellentrakten. Aber was tut man nicht alles, um Eindruck zu schinden.

Rums, die Zellentür fällt zu. Wir sind eingesperrt. Für einen kurzen Moment fühlt es sich fast echt an. Zellentür, Stockbett, Schrank, die Ausstattung der Zelle ist gelungen. Wir haben eine Stunde Zeit für unsere Flucht und beginnen sofort nach Hinweisen zu suchen. Damit es spannend bleibt für alle, die nach uns dieses Spiel spielen, kann ich natürlich weder die Lösung verraten noch Fotos zeigen. Aber eines kann ich sagen. Wir haben uns keine Sekunde gelangweilt. Wir sind durch Tunnel gekrochen, haben am Seil gehangen, Zahlen kombiniert und nach 59 Minuten den Weg in die Freiheit gefunden. Das war knapp.

Berlin mit Teenagern viel Spaß im Knast 13

Den Rest des Abends haben wir uns köstlich amüsiert und den Spielablauf immer wieder durchgesprochen. Wir waren alle sichtlich beeindruckt und wollen so ein Live Escape Game auf jeden Fall wieder machen. Die Ausstattung und die Atmosphäre bei ESCAPE Berlin waren klasse. Wenn man vor dem Plattenbau in der Storkower Straße steht, erwartet man nicht, dass es so gut wird. Also mutig in den Fahrstuhl steigen und in das oberste Stockwerk fahren. Viel Spaß.

Infos zu ESCAPE Berlin:

  • Die Ausstattung der Räume in unserem Spiel war großartig. Ich fand die Aufgaben anspruchsvoll und unter den Aktivitäten mit Teenagern in Berlin ist das sicher eine der Besten!
  • Es werden 5 ganz verschiedene Spiele angeboten: Big Päng, Kidnapped, Knast 13, Sherlock Holmes, Schnapsladen.
  • Generell kann jeder von 8-80 Jahren mitspielen. Besondere Anforderungen stehen in den jeweiligen Gamebeschreibungen.
  • Ein Spiel dauert 60 Minuten. Das Spiel ist kameraüberwacht und du kannst im Spiel auch um Hilfe bitten, wenn du nicht weiterkommst.
  • Die Gruppengröße variiert von Spiel zu Spiel. In Big Päng dürfen bis zu 12 Personen teilnehmen, im Schnapsladen bis zu 9, in Sherlock bis zu 8, im Knast bis zu 10 und in Kidnapped bis zu 7 Personen
  • Die Preise sind abhängig von Tag, Spiel und Gruppengröße. Bei der Auswahl eines Termins werden die Kosten angezeigt. Kleiner Tipp: Montags sind die Spiele günstiger als am Wochenende
  • Alle Spiele werden in Deutsch und Englisch angeboten
  • Du erreichst Escape Berlin mit der Ringbahn. S-Bahn-Station Landsberger Allee
  • Wenn du mit dem Auto kommst ist das kein Problem, es gibt Parkplätze hinter dem Haus.

Entdecke Berlin mit Teenagern, ab nach unten!

Wohin in Berlin mit Teenagern? Natürlich in den Untergrund. Ich wollte schon längst eine Tour mit dem Verein Berliner Unterwelten e. V. machen. Allerdings wollte ich abwarten, bis meine Tochter alt genug dafür ist. Die Themen sind anspruchsvoll und reichen von der Erkundung ehemaliger Bunker aus dem 2. Weltkrieg bis in die neuere Geschichte der Atombunker. Ich habe mich für die „Tour M – unterirdisch in die Freiheit“ entschieden, die Geschichte der Fluchttunnel und der Geisterbahnhöfe.

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie es war, mit der U-Bahn von Norden nach Süden unter DDR Staatsgebiet hindurch zu fahren. Und ich möchte, dass meine Tochter auch erfährt, was mit dem Mauerbau und danach in Berlin passierte.

Sonntagnachmittag 15 Uhr, wir haben unsere Tickets im Ticketshop in der Brunnenstraße abgeholt und treffen die anderen Teilnehmer pünktlich am Eingang in die Unterwelt. Bevor die Tour startet, gibt unser Tourguide, Ingo Landwehr, eine kleine Einführung verbunden mit dem Hinweis, auf seinen Kopf gut aufzupassen, denn ab und zu kann es in den Gängen nach oben etwas eng werden.

Bei Stromausfall muss niemand Angst haben, denn er kennt den kürzesten Weg nach draußen und nimmt uns netterweise mit. Ingo ist große Klasse. Er erzählt die Geschichte so lebendig, mit so viel Humor wie möglich und mit so viel Ernst und Respekt wie nötig.

Unsere Tour war mit 90 Minuten angegeben, wir waren 2 Stunden unterwegs, und keine Sekunde kam Langeweile auf. Im Gegenteil, wir hängen an Ingos Lippen und ich wünschte, mein Geschichtslehrer wäre nur halb so gut gewesen. Es gibt viel zu fragen, zu erzählen, zu entdecken, ich kann diese Tour wirklich nur empfehlen.

Es ist unglaublich, was zwischen 1961 und 1984 unter der Mauer los war, wie viele Fluchtversuche es gab, wo am meisten gebuddelt wurde und was hinter den Namen „Tunnel 29“ und „Tunnel 57“ steckt. Zuhause sprechen wir noch lange über diese Geschichten und sind uns einig, diese Tour hat sich gelohnt!

Infos zu Berliner Unterwelten e. V.

  • Insgesamt bietet der Verein 7 verschiedene öffentliche Führungen an. Genaue Informationen dazu findest du auf der Website der Berliner Unterwelten.
  • Die Eintrittspreise für die Touren sind sehr moderat und liegen zwischen 9 € und 15 €. Für Kinder gibt es eine Ermäßigung.
  • Je nach Tour solltest du 1-2 Stunden einplanen.
  • Da die Themen generell keine leichte Kost sind, empfehle ich sie eher für Teenager. Auch der Verein beruft sich wegen der teilweise schwierigen Thematik bei der Altersempfehlung auf das Jugendschutzgesetz. Einzige Ausnahme ist die Tour F/K – Mama, was ist ein Bunker? für Kinder zwischen 5 – 10 Jahre.
  • Auf Tour A gilt ein Mindestalter von 14 Jahren und auf den Touren 2, E, HS und K gilt ein Mindestalter von 18 Jahren.
  • Fotografieren ist nicht erlaubt, da der Verein keine Fotorechte für die ausgestellten Gegenstände und Bilder besitzt.
  • Neben den regulären Touren werden auch Sondertouren zum Beispiel mit Zeitzeugen angeboten.

Lost places. Mit go2know auf Fototour

Wohin mit Teenager in Berlin? Raus aus Berlin! Und zwar auf Fototour mit go2know. Wir lieben verlassene Gebäude, diese sogenannten Lost Places, in denen die Farbe von den Wänden blättert und der Wind durch die Fenster pfeift. Das Haus der Offiziere in Wünsdorf bei Zossen, ca. 60 Kilometer südlich von Berlin gelegen, ist ein solcher Ort.

Um 9 Uhr müssen wir in Wünsdorf sein, wir starten mit dem Auto pünktlich um 8 Uhr in Berlin. Der Treffpunkt ist auch sehr gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Bahn-Anfahrt von Berlin dauert ca. 1 Stunde, die Züge fahren halb-stündlich vom Bahnhof und zum Treffpunkt läufst du etwa 10 Minuten.

Es ist kalt und feucht, ein typischer Herbsttag, wir parken auf dem Gelände. Die Gruppe ist fast vollständig. Jeder bekommt einen Lageplan in die Hand gedrückt auf dem die wichtigsten Spots sowie die Zugänge eingezeichnet sind. Es gibt mehrere Guides vor Ort, falls man Fragen hat.

Mit dem Zettel in der Hand ziehen wir los. Das Haus der Offiziere mit seinen 7 Gebäuden ist weitläufig. Man muss daher nicht befürchten, dass ständig jemand vor die Linse läuft. Es ist auch genug Zeit, um in Ruhe durch die Gänge zu streifen. Für den Weg zum Glockenturm fragen wir einen Guide, denn der Zugang ist gut versteckt.

Zossen war einst der größte sowjetische Armeestützpunkt, eine verbotene Stadt und mit bis zu 60.000 Soldaten außerhalb der Sowjetunion. Mitten in dieser Sperrzone stand und steht noch heute das Haus der Offiziere. Es war einst das bedeutendste Kultur- und Vergnügungszentrum der in der DDR stationierten Roten Armee. Es gab Konzert- und Kinosäle einen Theatersaal, eine Schwimmhalle aus der Kaiserzeit und eine Reithalle. 1994 zog die Armee ab und hinterließ leere Gänge, Räume und Wandmalereien.

Infos zu go2know:

  • Auf einige Fototouren dürfen Hunde mit. Am besten fragst du vorher nach. Aber Achtung, es liegen Scherben auf dem Boden.
  • Insgesamt bietet go2know 9 Fototouren an. Das Besondere an diesen Ausflügen, du hast richtig viel Zeit, teilweise bis zu 7 Stunden.
  • Je nach Tour liegen die Preise zwischen 40 und 70 € pro Person.
  • Neben den Touren in Berlin und Umland werden auch mehrtägige Fotoreisen angeboten, z. B. nach Tschernobyl.
  • Besonders geheim sind die Hidden Tours. Das sind Touren zu verlassenen Orten, für die nur ganz selten Termine genehmigt werden. Die Tickets  dafür sind sehr rar und du wirst nur über den Newsletter darüber informiert.

Indoor Skydiving. Fliegen im Windkanal bei Windobona

Indoor Skydiving bei Windobona. Eben war ich noch ganz entspannt, jetzt merke ich doch, wie das Adrenalin in meine Adern gepumpt wird. Neben uns im verglasten Windkanal sehe ich, wie ein Teilnehmer nach oben saust. In einheitlichen grünen Overalls steht unsere Gruppe um den Instruktor herum und lauscht gespannt seinen Worten.

Wenn wir in den Windkanal treten, werden wir uns nicht mit Worten verständigen können, da es zu laut ist. Außerdem bekommt jeder Teilnehmer Ohrenstöpsel. Darum gibt es vereinbarte Zeichen.

  • Zwei Finger bedeutet, wir sollen nach oben schauen. Wir sollen die Beine strecken und die Arme über unseren Kopf leicht gebeugt halten.
  • Finger vor dem Mund oder der Instruktor schüttelt deine Hände: Mach dich locker.
  • Daumen hoch: Alles ist gut.

Wir treten in der Reihenfolge in der wir fliegen werden in den Vorraum. Der Lärm nimmt zu. Kopf voran trete ich in den Windkanal und lasse mich nach vorne fallen. Es klappt erstaunlich gut. Ich liege in der Waagerechten und lasse mich von meinem Instruktor beliebig drehen. Er lässt mich los, ich fliege alleine. Er fängt mich wieder ein und leitet mich zum Ausgang. Das war der erste Flug. Aufregend. Meine Tochter ist an der Reihe und auch bei ihr klappt es gut.

Der zweite Flug, ich bin schon etwas routinierter. Ich spüre wie kleinste Bewegungen der Arme den Flug beeinflussen. Es macht irre Spaß. Ich werde an den Schlaufen meines grünen Overalls gepackt und mit dem Instruktor fliege ich hinauf bis fast zur Decke und zurück. Wir drehen uns im Kreis und die Zeit vergeht buchstäblich wie im Flug.

Unsere Flüge sind vorbei, um mich herum sehe ich in breit grinsende Gesichter. Fliegen macht glücklich.

Infos zu Windobona Indoor Skydiving Berlin:

WINDOBONA BERLIN ist ein Freizeit-Windkanal in Berlin, der sowohl Anfängern als auch erfahrenen Fallschirmspringern die Möglichkeit bietet zu fliegen und das Erlebnis eines freien Falls in einer gläsernen Flugkammer zu simulieren. Wir haben das Anfänger-Paket S gebucht, es beinhaltet pro Person 2 Flüge. Bevor es losgeht, bekommst du einen Overall, Schuhe, Helm, Ohrenstöpsel und eine Schutzbrille gestellt. Damit bist du perfekt ausgestattet für den Flug.

  • Bevor du in den Windkanal gehst, nimm deinen Schmuck ab. Egal ob Ring, Kette, Ohrring, es fliegt dir um die Ohren.
  • Wenn du lange Haare hast, mach dir auf jeden Fall einen Zopf und versuche, möglichst ALLE Haare unter dem Helm zu verstecken. Selbst die paar Strähnen die durch die Löcher im Helm flattern, verknoten sich meisterhaft.
  • Vor dem Fliegen gibt es eine Einweisung von einem Fluginstruktor (ca. 20 min). Falls du Fragen hast, ist jetzt der richtige Moment.
  • Der Windtunnel wird als Gruppe betreten (Vorraum), am besten schon in der Reihenfolge in der geflogen wird.
  • Dein Helm trägt eine Nummer und dein Name samt dieser Nummer erscheinen auf einem Monitor über dem Eingang. So weißt du, wann du an der Reihe bist.
  • Im Vorraum und im Windkanal kannst du logischerweise keine Fotos machen, aber es werden Fotos für dich während des Fluges gemacht.
  • Ein Videosystem zeichnet deinen Flug auf, damit du zwischen den Flügen deine Fortschritte begutachten kannst.
  • Nach dem Verlassen erhältst du ein Flugzertifikat und bei Interesse bekommst du wertvolle Tipps, wie du zum Beispiel Sportflieger werden kannst!

Berlin mit Teenagern, noch mehr coole Ideen:

  • Spy Museum
  • Spreepark (ab Frühjahr wieder geöffnet)
  • Abhörstation Teufelsberg. (Leider im Moment kein Zugang zu den Abhörkugeln)
  • Dunkelrestaurant / Unsichtbar.
  • Food Tour im Friedrichshain.
  • Besuch im Stasi Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen.

Diese Liste ist sicher nicht vollständig. Ich recherchiere weiter. Vieles wird demnächst noch ausprobiert und die Empfehlungen zum Thema: Berlin mit Teenagern entdecken weiter ergänzt. Wenn du einen Tipp für mich hast, dann ab damit in den Kommentar, ich freue mich darauf.

 

Fotos Berliner Unterwelten:  ©Berliner Unterwelten e.V./Holger Happel. Alle anderen Fotos und Text : Britta Smyrak

Dieser Artikel ist eine Kooperation mit Berliner Unterwelten e.V., ESCAPE Belrin und go2know. Vielen Dank für die Unterstützung zu meiner Recherche: Berlin mit Teenagern entdecken.

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