Im Walzerschritt durch Wien. Ganz spezielle Reisetipps für Wien.

Reisetipps für Wien

Was ist das besondere an Wien, das Typische? Was mag der Wiener und wofür schlägt sein Herz? Ich bin zwei Tage durch die österreichische Hauptstadt gelaufen, immer hin- und hergerissen zwischen Tradition und Moderne, immer auf der Suche nach dem echten Wien. Gefunden habe ich ganz spezielle Reisetipps für Wien, von Wienern empfohlen.

1. Auf den Spuren von Otto Wagner

Wien vereint gekonnt Altes und Neues, vor allem in seiner Architektur. Maßgeblich an diesem Mix aus Tradition und Moderne beteiligt war der Architekt und Stadtplaner Otto Wagner. Otto Wagner, 1841 in Wien geboren, hatte das Glück, das seine Familie sehr wohlhabend und er dadurch sein Leben lang finanziell unabhängig war, denn das bedeutete für ihn eine gewisse Freiheit in seinem Schaffen. 1894 wurde er als Professor an die Akademie der bildenden Künste in Wien berufen und erhielt im gleichen Jahr den Auftrag, die Wiener Stadtbahn zu gestalten. Dazu gehörten nicht nur die Haltestellen, sondern auch Viadukte und Brücken. Otto Wagner nutzte die Chance und verlieh den Bauten eine ganz eigene moderne Ästhetik. Er verbaute sichtbar Eisen im großen Maßstab, ein absolutes Novum in Wien. Auf dem Karlsplatz entstanden so zwei Stationsgebäude, die schon eindeutig einen technischen Charakter haben, allerdings noch mit goldenen Sonnenblumen bemahlt sind.

Otto Wagner fordert, dass sich die Architektur an den Bedürfnissen des „modernen Lebens“ orientieren müsse, er wollte einen neuen Baustil etablieren. Das Bauen sollte von überflüssigen Ornamenten und Schnörkeln befreit werden, die Form der Funktion folgen. Es sollte zweckmäßig und ökonomisch sein. Sein Vorschlag war, die massiven und kostspieligen Steinbauten durch kostengünstige Ziegelmauerwerke zu ersetzen, die anschließend mit Steinplatten verkleidet wurden.

Um zu verdeutlichen, was er meinte, baute Otto Wagner 1899 das „Majolikahaus“ an der Wienzeile und gleich daneben das golden schimmernde Eckhaus zur Köstlergasse. Die Fassade ziert ein riesiges Bild aus Blumen, eingebrannt auf keramischen Platten. Die Fassade ließ sich keiner historischen Epoche mehr zuordnen, Geschichte sollte endlich der Gegenwart, der „Moderne“ Platz machen! Die Reaktionen auf die Häuser waren sehr gespalten, zwischen großer Zustimmung und blankem Entsetzten. Heute zählen die beiden 1899 fertiggestellten Häuser zu den bekanntesten und meistfotografierten Sehenswürdigkeiten Wiens.

Und Otto Wagner ging noch einen Schritt weiter Richtung moderner Zweckarchitektur. Mit der Österreichischen Postsparkasse errichtete er ein funktionales und ökonomisches Gebäude, ohne auf Monumentalität und Modernität zu verzichten. Die Fassade ist mit Marmorplatten verkleidet und von außen sichtbare Aluminiumbolzen verankern scheinbar die Platten im Mauerwerk, sind also aus der Funktion heraus entstandene Ornamente. Allerdings stimmt das nicht ganz, denn gehalten werden die Platten vom Putz. Ganz auf Ornamente verzichten wollte Otto Wagner doch nicht.

Im großen Kassensaal, einem lichtdurchfluteten Raum aus Eisen und Glas und mit zylindrischen Heizkörpern aus Aluminium, fühle ich mich wie in der futuristischen Großstadt von Metropolis. Heute zählt die Postsparkasse zu den Gründungsbauten der modernen Architektur des 20. Jahrhunderts. Leider wurde das Gebäude an einen Investor verkauft und ist bald nicht mehr frei zugänglich.

2. Reisetipps für Wien: Walzer tanzen lernen

1, 2, 3, 4 und 1, 2, 3, 4 und drehen, drehen, drehen. Schon nach knapp 2 Minuten ist mit schwindelig. „Bitte jetzt nicht loslassen“, denke ich und versuche wieder klar geradeaus zu schauen. Der Wiener Walzer hat es in sich. Habe ich bis eben gedacht, Walzer wäre irgendwie verstaubt oder langweilig, so bin ich jetzt fest davon überzeugt, dass es ein großer Spaß ist. In Sekunden dreht sich die Welt um mich und alles ist egal. Dieser rauschhafte Zustand, der Übermut, der mich überkommt, waren der Grund, warum der Walzer 800 Jahre lang verboten war und als Teufelszeug galt.

Es gibt 26 verschiedene Walzerarten, lerne ich bei meiner ersten Tanzstunde, darunter der deutsche Walzer, er gilt als Schunkelwalzer und wurde vor allem im Berlin der 20er Jahre getanzt, der französische Walzer, der eher gesprungen wird, und eben der Wiener Walzer, bei dem sich ständig gedreht wird.

Es ist der Seitschritt, der den Tanz kontrolliert. Dame und Herr stehen sich leicht versetzt gegenüber. Sie schaut nach links, er schaut nach links und mit etwas Glück tritt man sich nicht auf die Füße. Es ist tatsächlich sehr wichtig, sich nicht anzusehen, sonst wird dir schlecht.

Ein Walzer dauert im Schnitt 7-10 Minuten. Die Krönung ist der Kaiserwalzer mit 17 Minuten. 17 Minuten ununterbrochen drehen. Der Walzerwahnsinn! Wer Berührungsängste hat, der sollte keinen Walzer tanzen, denn bei diesem schwungvollen Tanz bleibt es nicht aus, dass sich die Paare auch mal antanzen. Und egal, was passiert ist, nicht stehen bleiben, sondern immer weiter drehen!

Während der Faschingszeit ist in Wien Ballsaison mit ihrem Höhepunkt im Januar und Februar und über 480 Bällen. Was dem Kölner der Karneval, das ist dem Wiener der Walzer. Der Mann geht als Pinguin und die Dame als Prinzessin. Früher war es durchaus üblich, an einem Abend von Ball zu Ball hin und her zu wechseln. Es gibt viele Wiener, die in der Ballsaison Urlaub nehmen und dann jeden Abend auf einem anderen Ball tanzen. Am bekanntesten ist natürlich der Wiener Opernball. Wenn Du noch nie Walzer getanzt hast und wissen möchtest, warum der Wiener Walzer so besonders ist, dann mach eine Probetanzstunde in Wien, es lohnt sich.

3. Wiener Schnitzel essen

Ein Wienbesuch ohne Wiener Schnitzel zu essen geht eigentlich nicht. Um den Titel bestes original Wiener Schnitzel kämpfen natürlich mehrere Restaurants und ganz vorne mit dabei ist das Gasthaus Plachuttas zur Oper. Auch der Tafelspitz soll hier sehr gut sein.

Meine zwei weiteren Empfehlungen sind das Restaurant Zum Schwarzen Kamel, eine echte Institution in Wien und das Szene-Lokal Restaurant Skopik & Lohn im 2. Bezirk.

4. Stairway to Klimt. Auf Augenhöhe mit einem Meister

Im Februar dieses Jahres war der 100. Todestag von Gustav Klimt. Dieses Jubiläum hat sich das Kunsthistorische Museum Wien zum Anlass genommen und über der Eingangshalle in die Säulen- und Arkadenarchitektur des Stiegenhauses eine Plattform gebaut, die es den Besuchern ermöglicht, den sonst so weit oben gelegenen Bilderzyklus von Gustav Klimt, seinem Bruder Ernst und Franz Matsch einmal aus der Nähe zu betrachten. Es ist wirklich spannend zu sehen, wie modern Klimt im Gegensatz zu den anderen Künstlern gemalt hat. Seine Frauen werfen Blicke, sie sind erotisch, verführerisch, geheimnisvoll und lebendig.

Die sehenswerte Ausstellung lief bis zum 2. September 2018. Aber im Museum ist eigentlich immer etwas los.

5. Nachtführung im Tiergarten Schönbrunn

Hast du heute Abend schon etwas vor? Lass uns in den Tierpark Schönbrunn gehen! Wenn es dunkel wird, je nach Jahreszeit zwischen 19 und 22 Uhr, trifft man sich am Seiteneingang vom Tiergarten und streift unter fachkundiger Anleitung durch das nächtliche Reich der Tiere. Ich habe Pinguine, Flusspferde Seelöwen, Tiger, Koalas und einiges mehr gesehen. Die Gruppengröße beträgt maximal 20 Personen. Unter den Besuchern werden Nachtsichtgeräte verteilt, um die Tiere besser zu beobachten. Eine Führung dauert ungefähr 1,5 Stunden und du spazierst auf wechselnden, festgelegten Routen durch den Park. Es hängt ein bisschen vom Glück ab, welches Tier du siehst, aber genau das macht ja den Reiz aus und sorgt für angenehme Spannung. Es ist ein einmaliges Erlebnis und die Stimmung im Tiergarten wirklich toll. Für eine Nachtführung im Tiergarten Schönbrunn musst du dich vorher anmelden, pro Person kostet es 24 € und Kinder dürfen ab 10 Jahren mitgehen. Unbedingt machen!


6. In den Prater gehen

Ein echter Klassiker bei den Reisetipps für Wien ist der Prater im 2. Bezirk. Es ist der älteste Vergnügungspark der Welt und bis heute gehört es für den Wiener dazu, zu bestimmten Anlässen in diesen Vergnügungspark zu gehen. Beim Anblick der Lilliputbahn Bahn denkt jeder an seine Kindheit und bekommt feuchte Augen, denn die dreht seit 1928 tapfer ihre Runden. Das einst kaiserliche Jagdgebiet wurde 1766 unter dem österreichischen Kaiser Josef II. für das Volk geöffnet und schon bald siedelten sich hier die ersten Vergnügungsbetriebe an. Von Wachsfigurenkabinett über Abnormitätenshow bis zu den heutigen Hightech-Karussells, der Prater bietet seit jeher, was das Volk begehrt und was gerade Trend ist. 1844 stand hier das erste Eisenbahnkarussell, 1896 das erste Kino und 1897 war die Eröffnung des Riesenrades. Obwohl der Prater im Zweiten Weltkrieg komplett zerstört wurde, hielten ihm die Wiener die Treue. Nach und nach erwachte wieder er zu neuem Leben und die Popularität ist ungebrochen.

Ich bin mit dem Riesenrad gefahren. Es hat einen Durchmesser von 61 Metern und bietet eine schöne Aussicht. Meine LOOPINGs habe ich in der Achterbahn gedreht, die gerade aus München in Wien zu Besuch ist – der Name verpflichtet!  Und natürlich habe ich im höchsten Kettenkarussell das Fliegen gelernt.

Für den perfekten Tag im Prater gehört ein Besuch im Schweizer Haus dazu.  Bier, Stelze und Kartoffelpuffer sollte sich kein Prater-Besucher entgehen lassen. Das Bier dazu fließt schön langsam in die Gläser und lässt sich hervorragend im schattigen Biergarten unter den alten Bäumen trinken. Mahlzeit!

7. Wohnen im Falkenstein Hotel Wien Margareten im 5. Bezirk

Gewohnt habe ich im Falkensteiner Hotel Wien Margareten. Es liegt nicht wirklich im Zentrum, ist aber auch nicht weit davon entfernt, denn in Wien ist alles nah. Die U4 Station Margaretengürtel liegt nur wenige Meter vom Hotel entfernt. Das moderne Hotel hat 195 Zimmer und Suiten, und das Design von Matteo Thun hat mir gut gefallen. In der Lobby und im Restaurant hängen 70 Lüster an der Decke, die dem Ganzen etwas Strahlendes geben. Damit das so schön blinkt und leuchtet, werden diese einmal im Jahr von Hand gereinigt

Wenn es das Wetter erlaubt, kannst du Im Innenhof frühstücken oder zu Abend essen. Das Frühstücksbuffet ist sehr reichhaltig. Mir hat es Spaß gemacht, morgens meine frische Waffel selbst zu backen.

Und weil Städtebesuche oft anstrengend sind freut man sich auf das Spa und den Luxus einer Dachterrasse, die zum Relaxen und Sonnenbaden einlädt.

Karte für meine Reisetipps für Wien:

Text und Fotos: Britta Smyrak. Foto: Titelbild, Walzer, Hotelfassade und Leuchter ©Falkensteiner Hotels & Residences

Danke an das Falkensteiner Hotel Wien Margareten für die Einladung zu dieser Pressereise und die Unterstützung bei der Suche nach ganz speziellen Reisetipps für Wien.

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1 Kommentar

  • Florian sagt:

    Hi Britta,

    cool, wir waren auch schon in Wien und sind total begeistert von der Stadt. Super Tipps hast du hier nochmal für die nächste Reise

    Viele Grüße
    Flo von den Phototravellers

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