Paris für Fortgeschrittene und alle, die glauben, die Stadt schon zu kennen.

Paris für Fortgeschrittene

Eiffelturm, Montmartre, Notre Dame, das kennst du alles schon? Kein Problem ich zeige dir Paris für Fortgeschrittene: neue Museen und Ausstellungen.

Paris, c’est la mode! Das neue Yves Saint Laurent Museum

Anfang Oktober hat das Yves Saint Laurent Museum im 16. Arrondissement eröffnet. Das wunderschöne Stadtpalais war von 1974 bis zum Tod Saint Laurents im Jahr 2008 das Stammhaus des Labels. Ausgestellt wird natürlich die Mode von Yves Saint Laurent und es macht Spaß in den original Räumen zu stehen, in denen früher einmal einem ausgewählten Publikum exklusiv die Kollektion vorgeführt wurde.

Besonders interessant fand ich den Besuch in seinem Atelier. Es wirkt sehr persönlich und lebendig, fast als hätte der Designer den Raum nur kurz verlassen. Seine Bücher stehen im Regal, Stoffproben liegen auf dem Tisch.

Das Museum hat es sich zur Aufgabe gemacht, in wechselnden Ausstellungen die radikale Modernität des Designers zu zeigen, seinen Stil, der maßgeblich in den 60er Jahren geprägt wurde. Coco Chanel hat in den 20ern mit ihrem „kleinen Schwarzen“ die Frau modern und selbstbewusst gezeigt. Mit dem Chanel-Kostüm in den 50ern für mehr Freiheit gesorgt und eine geradezu revolutionär funktionelle Damenmode präsentiert. Saint Laurent hat die Emanzipation der Frau in seiner Mode weiterentwickelt, indem er viele maskuline Elemente übernommen hat. Die Frauen wurden von ihm nicht dekoriert, seine Mode war ein Statement.

Die ausgestellten Modelle wirken noch immer topaktuell. Für einen Besuch des Museums würde ich eine gute Stunde einplanen. Mindestens.

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag 11:00 -18:00 Uhr (letzter Einlass um 17:15). Freitag bis 21:00 Uhr. (Letzter Eintritt 20:15 Uhr) Montag ist das Museum geschlossen.

Eintritt:

Erwachsene 10 €, Kinder unter 10 Jahren Eintritt frei, ab 10 Jahren 7 €, Studenten 7 €. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, empfehle ich die Tickets online zu buchen und einen bestimmten Zeitraum auszuwählen. Ganz wichtig, sei pünktlich. Der „Türsteher“ ist da sehr genau.

Adresse:
Musée Yves Saint Laurent Paris, 5 Avenue Marceau, 75116 Paris.

„Christian Dior. Couturier du Rêve.“ Ausstellung im Musée des Arts décoratifs

Das Musée des Arts décoratifs zeigt vom 5. Juli 2017 bis zum 7. Januar 2018 die Ausstellung „Christian Dior. Couturier du Rêve.“ Anlass ist der 70. Geburtstag der Maison Christian Dior. Dachte ich bisher, Dior ist ein Modedesigner, so weiß ich jetzt, er ist DER Modedesigner und der Titel „Modeschöpfer der Träume“ nicht übertrieben. Christian Dior war neben Chanel der wichtigste Designer überhaupt und ohne ihn gäbe es die Modehäuser, so wie wir sie heute kennen, vielleicht gar nicht. Das zeigt sich nicht nur in der Opulenz und Anzahl der gezeigten Modelle, sondern auch an der Anzahl bekannter Designer, die einst für das Haus Dior gearbeitet haben.

Neben vielen Illustrationen und anderen Dokumenten der Epoche werden über 300 Haute Couture Kleidern gezeigt, die von 1947 bis heute kreiert wurden. In der Ausstellung wird deutlich, dass Mode nie einfach so existiert sondern immer einen direkten Bezug zu Gesellschaft und Kunst hat. Besonders wichtig wurden für das Haus Dior im Laufe der Zeit auch die Fotografie und das Make-up. In Zusammenarbeit mit bekannten Fotografen und Stylisten wurden Bilder und Ikonen geschaffen, die jeder von uns kennt. Ich denke dabei nur an dieses Bild von Richard Avedon.

Die Ausstellung ist einziger Rausch der Farben und gibt einen Einblick in die unglaublich vielseitige und facettenreiche Welt von Christian Dior. Die Leidenschaft, der Wahnsinn, die Perfektion, die hinter jeder Kollektion stecken sind fast fühlbar. Haute Couture ist wie ein Orchester das von einem Meister dirigiert wird und sich in immer höhere Sphären schwingt.

Dior starb bereits 1957 und seine Nachfolger im Haus Dior waren keine geringeren als zum Beispiel: Yves Saint Laurent, John Galliano und Raf Simons, um nur ein paar Namen zu nennen.

Ich würde für den Besuch mindestens zwei Stunden einplanen. Du kannst aber auch locker den ganzen Tag hier verbringen, genug zu sehen und zu lesen gibt es allemal.

Für den Hunger zwischendurch kann ich das Museumsrestaurant Lulu empfehlen. Bei gutem Wetter sitzt du sehr schön im Garten hinter dem Museum und das Essen ist sehr lecker!

Öffnungszeiten:

Die Ausstellung läuft noch bis zum 7. Januar.
Dienstag bis Sonntag von 11.00 – 18.00 Uhr. Auch hier würde ich vorab die Tickets online bestellen.

Eintritt:

Erwachsene: 11 €, ermäßigt: 8,50 €

Adresse:

Musée des Arts décoratifs, 107 Rue de Rivoli, 75001 Paris. Metro: Palais-Royal, Pyramides ou Tuileries

Was wäre die Welt der Mode ohne Parfum?

Das Parfum, der Verführer der Sinne begleitet die Menschen schon seit Jahrhunderten. Jetzt hat in Paris ein eigenes Parfum Museum eröffnet, Le Grand Musée du Parfum. Es zeigt die Entwicklung und die Bedeutung des Parfums durch die Jahrhunderte und spannt dabei den Bogen von seiner erotischen Rolle in der Begegnung von Mann und Frau über die medizinische Wirkung, die ihm vor allem während der großen Epidemien zugesprochen wurde, bis in unsere Zeit wo es einen wichtigen Anteil an unserem Lifestyle hat.

An vielen Stationen kannst du deine Nase prüfen und Düfte aus der Natur erkunden. Ich musste leider feststellen, dass ich manche Gerüche gar nicht wahrnehmen konnte und Statistiken belegen, dass nicht jeder Mensch gleich gut und viel riecht.

Am Ende gelangst du in einen Raum der Flacons, und wenn Du Glück hast, triffst du dort auf Pierre Dinand. Er ist der Meister der Parfumflacons und hat im Laufe seiner Designerkarriere mehrere Hundert dieser Objekte der Begierde entworfen, eine lebende Legende.

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag von 10.30 – 19.00 Uhr

Eintritt:

Erwachsene: 14,50 €, Kinder von 6-12 Jahren zahlen 5 €, von 13-17 Jahren 9, 50 €. Ermäßigt: 9,50 € und es gibt ein Familienticket für 33 €. Näheres findest du hier und ich würde wie immer die Tickets online bestellen.

Adresse:

Le Grand Musée du Parfum, 73 Rue du Faubourg St Honoré, 75008 Paris.

Paris für Fortgeschrittene, die Karte zum entdecken:

Text und Fotos Britta Smyrak

Paris für Fortgeschrittene, auf diese inspirierende Reise wurde ich von The Peninsula Paris Hotel eingeladen.

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