Die Gefahr lauert im Sand.

Wir sind wieder in Portugal, wieder an der Westalgarve und wieder verwöhnt uns die Sonne, während in Deutschland alle die Köpfe bei 8 Grad Nieselregen einziehen. Die Westalgarve ist ein traumhaftes Fleckchen Erde und sogar während der offiziellen Schulferien, wenn andere Destinationen gerne aus allen Nähten platzen, ist es hier unten extrem entspannt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Anreise ein bisschen aufwendiger ist. Man benötigt vor Ort einen Mietwagen und je nach Ankunft am Flughafen in Lissabon oder Faro braucht man noch ca. 1-3 Stunden für die Fahrt.

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Auch das Wasser bleibt im Gegensatz zur Algarve das ganze Jahr über empfindlich kalt, denn es sind die Atlantikwellen, die hier an die Küste klatschen. Manchmal sogar so stark, dass es besser ist, im Fluss zu baden. Meine Tochter springt natürlich trotzdem rein, die kennt da nichts!

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Surfen statt baden

Dieses Jahr haben wir uns vorgenommen, das Surfen auszuprobieren. Unser Lieblingshotel Reguengo preist es jeden Morgen an und heute haben sie für uns bei der Surfschule eine Anfängerstunde gebucht. Wir fahren zum Strand von Monte Clerigo. Ein bisschen aufgeregt bin ich ja schon beim Anblick der Wellen. Ich zähle mich nicht gerade zu den Superschwimmern, halte mir beim Sprung ins Wasser die Nase zu (oberpeinlich), und seit ich vor Jahren in Frankreich von einer Welle mal so richtig durchgeschleudert wurde, schaue ich mir das Spektakel eigentlich lieber vom Strand aus an. Aber egal, mitgefangen mitgehangen.

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Bevor wir uns todesmutig in die Wellen stürzen, quälen wir uns in die Neoprenanzüge. Ganz Profi packe ich mein Surfboard, klemm es mir unter den Arm und stapfe den anderen hinterher zum Strand. Ich spüre, wie mir der Schweiß am Rücken hinunterläuft, und will nur noch so schnell wie möglich ins Wasser.

Üben, üben, üben

Zur Einführung werden uns erst einmal ein paar Dinge zur Sicherheit erklärt. Und bevor es aufs Wasser geht, müssen wir Trockenübungen an Land machen. Wie paddel ich, wann paddel ich und was mache ich, wenn die Welle kommt. Ich muss leider feststellen, dass der Bewegungsablauf zum Stehen auf dem Board: Mit den Armen seitlich am Board abstützen, den hinteren Fuß quer stellen und zuletzt den vorderen Fuß vorne zwischen den Händen aufsetzen, bei meiner Tochter schneller funktioniert als bei mir. Während ich also noch fleißig übe, muss ich an den großartigen Film „Gefährliche Brandung“ denken. Dort geht es Keanu Reeves ähnlich wie mir und er übt das Aufstehen die ganze Nacht. So viel Zeit habe ich nicht, auf geht es ins Wasser.

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Der Schmerz trägt einen niedlichen Namen

Es ist superanstrengend und wir fallen alle ständig vom Board, noch bevor irgendein Fuß den Weg zwischen unsere Hände findet. Aber der Kampf mit Wind und Wellen macht Spaß, bis plötzlich Manuel mit schmerzverzehrtem Gesicht aus dem Wasser gehumpelt kommt. Ich registriere im ersten Moment gar nicht, was los ist, aber dann wird mir in Sekundenschnelle klar, es ist Ernst. Der Surflehrer kommt auch schnell zu uns gelaufen und weiß zum Glück sofort Bescheid. Manuel ist auf ein Petermännchen getreten. Ein niedlicher Name für den giftigsten Fisch Europas. Das Petermännchen buddelt sich gerne in Strandnähe in den Sand und hat auf seinem Rücken einen gefährlichen Stachel, über den es sein Gift in den Körper seiner Opfer spritzt. Zum Glück kennt unser Surflehrer diesen Fisch und weiß, was sofort zu tun ist. Entgegen dem ersten Reflex nämlich, den Fuß zu kühlen, muss man ihn sofort in möglichst heißes Wasser tauchen.

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In der Ferne sehe ich die Strandrestaurants. Ich sprinte los. Die Bedienung spricht deutsch. Sie kennt das Petermännchen und seinen Giftstachel, allerdings nur aus Erzählungen. Sieht so aus, als sind wir seit Jahren die Ersten, die hier auf so einen Fisch treten. Schnell wird Wasser in einem Topf zum Kochen gebracht. Dann renne ich samt Topf den Strand entlang wieder zurück. Manuel ist kreidebleich. Jetzt nur nicht den Fuß verbrennen. Das passiert nämlich auch gerne mal bei der Behandlung. Das heiße Wasser zerstört die Eiweißstruktur des Giftes und verhindert so die Verbreitung im Körper. Mehr will ich dazu im Moment gar nicht wissen. Später habe ich den Fisch und sein Gift gegoogelt, und wie immer wenn man nach Krankheiten oder Gefahren im Internet sucht, ist man froh, dass man noch lebt. Das Petermännchen ist aber tatsächlich nicht ohne und dank des Surflehrers haben wir das richtige getan und Schlimmeres verhindert.

Krank werden im Urlaub

Mit so einem Negativerlebnis im Urlaub stehen wir gar nicht so alleine da wie gedacht. Laut des Urlaubsbarometers von Europ Assistance für 2015 wird sogar jeder 10. Deutsche im Urlaub krank oder verletzt sich. Und gesetzliche Krankenkassen übernehmen grundsätzlich keinen Rücktransport. Wir haben noch mal Glück gehabt und jetzt werden erst mal Badeschuhe gekauft.

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Dieser Artikel ist eine bezahlte Kooperation mit Europ Assistance. LOOPING schreibt gerne über Unternehmen und Marken, die zum Blog passen, sprechen Sie uns an.

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4 Kommentare

  • Isa sagt:

    AAAAAAHHHHH , “ PEEEETERMANN ALARM !!!

    Ja diese Fische sind wirklich doof, mich hat auch schon 2 mal einer erwischt, allerdins in der Nähe von Arcachon Frankreich.,…. darum, immer schön in den Sand stampfen beim “ ins Meer gehen“, dann verschwinden sie…
    Noch ein Tipp… Wenn es euch in den warmen Monaten erwischt, einfach 15 Minuten im heißen Sand herum laufen, dann lässt der Schmerz schnell nach, das Eiweis im Gift stockt und alles ist schnell wieder gut!
    Dann kann es auch rasch wieder auf’s Bord gehen…
    Vielen Dank für den Artikel, in 2 Monaten gehts für mich auch da runter, klasse zu lesen, da steigt das Fernweh TOOOOTAL…
    Ich freu mich schon riesig, ich hoffe nur ich bleibe nicht wieder in Frankreich und den tollen Küsten hängen, sondern tucker diesmal wirklich die weiter Strecke runter an die West- Algarve.

    LG Isa

    • AUA Isa, schon 2 mal! Unglaublich, diese Monster. Danke für den Tipp mit dem Aufstampfen. Wir haben uns danach extra so eine paar Badeschuhe gekauft. Aber die vergessen wir natürlich jedes Mal zu Hause : ) Viel Spaß in Portugal, falls du es schaffen solltest. es lohnt sich auf jeden Fall. Ich liebe diese kleinen Buchten, aber ich kenne auch das Phänomen irgendwo hängen zu bleiben. Wir haben es jahrelang nicht in die Toskana geschafft, weil wir immer am Comer See hängen blieben. Liebe Grüße Britta

  • Kalin sagt:

    Das miese kleine Petermännchen oh je oh je. Obwohl es so einen schön klingenden Namen hat ist es doch trotzdem mit Vorsicht zu genießen. Der top mit dem heißen Wasser ist gut und bei mir im Kopf abgespeichert.

    • Hallo Kalin, heißes Wasser hilft, keine Frage, aber verrückterweise besteht dabei die Gefahr sich zu verbrühen. Viele Leute warten nicht, bis das Wasser genügend abgekühlt ist und tauchen den Fuß ins kochende Wasser. Also unbedingt abwarten, bis es geradeso erträglich ist. Ansonsten wünsche ich Dir, dass es einfach nie passiert. : ))

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