Interview mit Frau Madreiter – Gastgeberin im Hotel der Löwe in Leogang

Ich habe vor Weihnachten ein paar erholsame Tage im Hotel der Löwe in Leogang verbracht und bei der Gelegenheit ein Interview mit der Gastgeberin Frau Madreiter geführt. In diesem Interview zum Hotel der Löwe in Leogang berichtet sie über die 100-jährige Familiengeschichte, das Wellnessangebot und die Zukunft des Hauses.

Seit wann gibt es das Hotel der Löwe in Leogang?

Mein Mann hat das Haus gemeinsam mit der ganzen Familie 1990/91 neu gebaut und 1991 eröffnet. Er stammt aus einer Gastwirtefamilie. Das Elternhaus stand direkt gegenüber. Dort befand sich früher ein über 100 Jahre altes Wirtshaus, das später als Drei-Sterne-Hotel geführt wurde. Schon in den 60er- und 70er-Jahren war man sehr innovativ, hatte zum Beispiel eines der ersten Hallenbäder in der Gegend. Irgendwann war das Haus aber einfach in die Jahre gekommen. Es stand dort, wo heute die Apotheke ist. Wir haben es dann abgerissen und ein neues Geschäftshaus gebaut, in dem wir auch wohnen. Das heutige Hotel Der Löwe wurde dann hier 1990/91 komplett neu errichtet.

Interview Hotel der Löwe Leogang

Und eigentlich haben wir seitdem immer wieder renoviert, modernisiert und erweitert. Im Jahr 2000 kam hinten der Naturschwimmteich mit Tiefgarage dazu, 2014 die Lions Lounge. Ganz neu ist jetzt der Außenpool, der ganzjährig beheizt ist. Er ist mit Erdwärme beheizt: Rund ums Haus wurden 14 Bohrungen mit jeweils 120 Metern Tiefe gesetzt. Mit dieser Erdwärme wird der Pool sowohl im Winter als auch im Sommer beheizt und kann das ganze Jahr über genutzt werden.

Interview Hotel der Löwe Leogang

2015 haben wir dann aufgestockt und den Adults-only-Spa sowie die Suiten gebaut. Insgesamt haben wir sieben Suiten, fünf davon mit eigener Sauna, offenem Kamin und freistehender Badewanne. In diesem Zuge wurde auch ein Stockwerk der alten Zimmer komplett renoviert.

Während der Corona-Zeit haben wir nochmals zwei weitere Stockwerke modernisiert und alle Zimmer neu gestaltet. Überall gibt es jetzt Holzböden und modernen Komfort, ein gutes, schönes Bettensystem ohne Metall, mit Buchenholz verleimt.

Vor vier Jahren haben wir die beiden Häuser miteinander verbunden. Ursprünglich wollten wir gar nicht so groß bauen, aber der Technikraum für den neuen Außenpool benötigte so viel Platz. Dann stellte sich auch die Frage nach Lagerräumen für Liegestühle und Equipment – und so kam eines zum anderen. Heute gibt es eine unterirdische Verbindung zum Nachbargebäude mit einem Aufzug, über den man ebenerdig zum Skishuttle, zur Bikergarage und in alle Etagen gelangt. Im Nebengebäude befindet sich ein weiterer Lift. Jedes Zimmer hat seinen eigenen beheizten Spind im großen Skiraum.

Im Geschäftshaus sind außerdem Mietflächen untergebracht, und wir selbst wohnen dort in einer Privatwohnung. Im Erdgeschoss gibt es einen großen Seminarraum für Gruppen bis etwa 40 Personen. Dazu kommen die Leo Kitchen mit Bar sowie ein kleines Restaurant, in dem wir unter anderem Pinza und traditionelle Pinzgauer Küche anbieten.

Pinza ist so etwas ähnliches wie Pizza?

Pinza ist eine Art Pizza mit dickerem, besonders bekömmlichem Teig mit weniger Weizenmehl, also einer Mischung aus Weizen-, Soja- und Reismehl – knuspriger, leicht und anders belegt.

Haben Sie viele Stammgäste?

Ja, viele, viele Stammgäste. Ein großer Teil unserer Gäste kommt auch über Weiterempfehlungen, gleichzeitig haben wir aber auch immer wieder neue Gäste – eine schöne, bunte Mischung. Und es wird jetzt wieder internationaler, das merkt man deutlich. Nach Corona waren die internationalen Gäste stark zurückgegangen, inzwischen nehmen sie wieder zu: aus den USA, aus England, aus Australien. Heute hatten wir sogar eine Anfrage aus Singapur.

Ob die dann wirklich kommen, weiß man natürlich nie. Unsere Hauptgäste sind aber nach wie vor aus Deutschland und Österreich, von dort kommen die meisten.

Sie bieten viele Aktivitäten für ihre Gäste. Was wird am meisten gewählt?

Der Kaiserschmarrn – das interessiert die Leute immer wieder. Und das zu Recht, denn er ist super lecker! Jeder isst ihn gerne und jeder will wissen, wie er am besten gelingt: Ob mit aufgeschlagenem Eiweiß oder ohne, mit oder ohne Rosinen, karamellisiert oder nicht und wie das halt am besten geht – all diese Details interessieren. Genau das macht den Kaiserschmarrn ja so besonders.

Ich habe am Eingang gesehen, dass Ihr Hotel ausgezeichnet wurde

Ja, wir sind ein Umweltzeichenhotel, und Nachhaltigkeit ist uns wirklich sehr wichtig. Bei jedem Einkauf achten wir darauf, dass alles möglichst umweltgerecht ist. Aber man bekommt auch nicht immer alles regional, was man gerne hätte. Oft muss man Dinge online bestellen, weil sie vor Ort einfach nicht verfügbar sind – manchmal auch von weiter her.

Trotzdem schauen wir sehr darauf, dass wir regionale Lieferanten haben: Der Topfen und Joghurt kommen zum Beispiel direkt aus unserem Dorf vom Bauern, und der Bäcker ist nur zwei Orte weiter. Das ist uns wichtig.

Wir achten darauf, dass wir viele regionale Gerichte aus der Gegend auf der Karte haben – gerade auch in der Halbpension. Natürlich werden sie heute moderner angerichtet und interpretiert, aber im Kern sind es nach wie vor Klassiker wie Pinzgauer Kasnocken, Kalbsbraten oder der Burgunderrindsbraten – was man sich zu Hause vielleicht nicht so oft macht. Und deshalb fährt man ja auch in die Berge, damit man die regionale Küche kennenlernt oder den Gärmnödel auf der Hütte.

Genau das freut einen doch, wenn man herkommt, weil man es zu Hause nicht so hinkriegt. Oder mal nur einen Jausenteller mit Speck und Käse.

Was würden Sie sagen, ist das Besondere am Löwen?

Das Besondere bei uns ist einfach, dass wir mitten im traditionellen Ortskern von Leogang sind – ganz nah bei den Einheimischen. Bei uns kehren auch mal Vereine ein oder feiern ein Fest. Das ist eigentlich unser großer Vorteil: Wir sind weg vom Trubel der Bergbahn, wo wirklich viel los ist.

Bei uns ist es ruhig, obwohl wir im Zentrum und gleichzeitig mitten in der Natur sind. Das macht uns aus. Und wir sind nicht so groß – ein bisschen familiärer, persönlicher. Nicht so wie die großen Hotels mit 300 oder 400 Gästen.

Mit 45 Zimmern ist das überschaubar. Wenn es voll ist, haben wir so 120 bis 130 Gäste.

Ist der Fachkräftemangel bei Ihnen ein Thema?

Also, wir haben hier viele Leute, die schon seit Jahren bei uns arbeiten, viele Stammmitarbeiter, aber es kommen auch immer wieder neue dazu. Da wir zurzeit nicht so viele Mitarbeiter brauchen, läuft es bei uns noch ganz gut. Aber natürlich wird es zunehmend schwieriger, qualifizierte Mitarbeiter, die den Beruf gelernt haben, zu finden.

Woher kommt der Hotelname und der Zusatz „Lebe frei“?

Also, im Wappen von Leogang ist der Löwe, und der Löwe ist auch in der ganzen Region fest verankert – zum Beispiel beim Tourismusverband und überall hier. Als das Hotel eröffnet wurde, war ursprünglich ein Lift geplant, genau hier beim Familienlift. Dieser Lift sollte Teil eines größeren Skigebiets sein und wurde ‚Löwenlift‘ genannt. Deshalb hieß das Hotel früher auch ‚Löwenhof‘, und der Löwe wurde zum Symbol.

2014 hatten wir dann ein sehr traditionelles Logo und auch eine eher ältere Gästeschicht. Da haben wir beschlossen, etwas zu verändern und zu modernisieren. Wir haben ein neues Konzept erarbeitet und ein neues Logo entwickelt – mit dem Zusatz ‚Lebe frei‘, das den ‚Löwenhof‘ ersetzt hat.

‚Lebe frei‘ soll einfach bedeuten, dass man seinen Urlaub ohne Termine, ohne Zeitdruck und ohne Stress verbringen kann. Man kann den Tag ganz entspannt genießen, einfach mal entschleunigen und leben – so wie man es zu Hause oft nicht schafft. Das ist die Idee hinter ‚Lebe frei‘.

Stichwort Entspannung. Im Spa bieten Sie viele Treatments an. Was ist ihr „Signature Treatment“?

Das ist unsere Steinbergzeremonie, unser Signature Treatment. Es handelt sich um eine besonders entspannende Massage – keine kräftige Ganzkörpermassage – bei der warme Aromaöle verwendet werden. Am Ende werden noch angewärmte Steine aus Kärntner Marmor auf die Meridiane am Rücken gelegt, die dann eine Weile liegen bleiben.

Interview Hotel der Löwe Leogang

Gibt es Pläne für die Zukunft?

Ja, die neue Generation sitzt bereits im Büro, das ist unser nächster großer Schritt für die Zukunft. Für 2028 ist geplant, dass unsere große Tochter den Betrieb komplett übernimmt. Sie ist jetzt auch schon mit dabei und hat gerade ihren Master abgeschlossen. Mein Mann wird dann in den Ruhestand gehen, und ich werde noch ein bisschen weiterarbeiten.

Man muss sich dabei vor allem Freiräume schaffen und sehr auf die Mitarbeiter achten, damit alles gut passt. Wenn die Mitarbeiter zufrieden sind und gerne hier arbeiten, können sie sich mit dem Betrieb identifizieren. Dann kann man auch mal einen Tag loslassen und sie alleine arbeiten lassen – das muss man erst schaffen. Das ist eigentlich unser USP: Wir sind ein Familienbetrieb, aber man muss nicht immer selbst präsent sein. Einer von uns ist immer da, aber so können wir die Verantwortung auch gut aufteilen.

Fazit: Das Interview im Hotel der Löwe in Leogang zeigt, wie Tradition, Moderne und gelebte Gastfreundschaft in einem Familienbetrieb harmonisch zusammenfinden und sich immer wieder und erfolgreich weiterentwickeln.

Fotos©Hotel der Löwe Leogang

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert