Radtouren in Berlin und Brandenburg – drei Strecken, drei Perspektiven

Es war kein Trainingsplan. Kein Vorsatz. Kein „Dieses Jahr werde ich sportlicher“.

Ich habe einfach mein Auto geschrottet.

Plötzlich war das Fahrrad Alltag. Und irgendwann wurde es mehr. Aus Notwendigkeit wurde Neugier. Und aus Neugier sind Radtouren in Berlin und Brandenburg entstanden, die ich so nie geplant hätte.

Berlin wirkt vom Fahrrad aus anders. Nicht romantischer. Nicht spektakulärer. Aber näher. Man fährt nicht nur Hauptstraßen. Man nimmt Nebenwege. Uferpfade. Schleichwege hinter Gewerbegebieten. Strecken durch Wohnviertel, in denen man sonst nie unterwegs wäre.

Ich wollte wissen, wie weit ich komme.
Und was zwischen den bekannten Orten liegt.

Drei sehr unterschiedliche Radtouren sind daraus entstanden. Eine am Wasser entlang. Eine leise Richtung Norden. Und eine, die mich bis in die Märkische Schweiz geführt hat.

Hier sind sie.

Radtour Berlin am Wasser – Havel und Tegeler See (56 km)

Diese Tour war mein Einstieg.

Vom Prenzlauer Berg fahre ich Richtung Nordbahnhof, vorbei an der Gedenkstätte Berliner Mauer. Geschichte liegt hier nicht abseits – sie liegt direkt an der Strecke. Danach geht es auf den Mauerweg, am Invalidenfriedhof vorbei, entlang des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals.

Mit jedem Kilometer wird es ruhiger. Der Verkehr tritt in den Hintergrund. Das Wasser bleibt.

Am Tegeler See öffnet sich die Strecke. Segelboote, Fähre, Greenwichpromenade, später Tegeler Forst. Man merkt, wie viel Wasser Berlin strukturiert. Wie stark Havel, Spree und Kanäle die Stadt durchziehen.

Die Havel-Tegelersee-Runde ist keine extreme Tour. Aber sie verbindet Stadt, Geschichte und Natur auf engem Raum. Wer eine klassische Radtour Berlin am Wasser sucht, findet hier genau das.

→ Hier findest du die Radtour Berlin am Wasser – Havel-Tegelersee-Runde

2. Radtour Berlin entlang der Panke – bis zu den Karower Teichen (44 km)

Nach der Havel wollte ich es ruhiger.

Die Panke ist kein breiter Fluss. Sie drängt sich nicht auf. Sie begleitet. Vom Schlosspark Niederschönhausen aus folge ich ihrem Lauf Richtung Norden. Hinter den Karower Teichen wird es still.

Hier beginnt eine andere Art von Radtour in Berlin. Weniger Panorama, mehr Übergang. Stadt wird zu Randbezirk. Randbezirk wird zu Feld. Brandenburg beginnt nicht mit einem Schild, sondern mit einem Gefühl.

Hobrechtsfelde wirkt fast ländlich. Kunst am Wegesrand. Weite. Wenig Verkehr.

Diese Radtour Berlin Brandenburg ist keine sportliche Herausforderung, sondern eine Strecke zum Durchatmen. Ideal für alle, die Berlin verlassen wollen, ohne weit zu fahren.

→ Hier geht es zur Radtour Berlin entlang der Panke bis zu den Karower Teichen

3. Mountainbike Tour Berlin Brandenburg – 120 Kilometer bis Buckow und zurück

Irgendwann wollte ich wissen, was geht.

Ich habe mir eine schwere Mountainbike Tour Berlin Brandenburg ausgesucht. Ziel: Buckow in der Märkischen Schweiz. 60 Kilometer hin. 60 zurück.

Brandenburg ist flach, aber Sand kostet Kraft. Ich schiebe. Ich fluche. Ich fahre weiter.

Feldwege verschwinden. Ein Bauer pflügt genau dort, wo mein Track verläuft. Und mitten im Wald ist plötzlich der Handy-Akku leer.

Das ist kein gemütlicher Wochenendausflug. Das ist Strecke. Konzentration. Kondition.

Nach knapp vier Stunden erreiche ich Buckow. Schermützelsee. Pause. Und die Gewissheit: Diese 120 Kilometer sind eine andere Liga als die Stadt-Touren.

Wer Offroad fahren möchte und eine anspruchsvolle Mountainbike Tour Berlin Brandenburg sucht, findet hier die passende Herausforderung.

Was diese Tour von den anderen unterscheidet, ist nicht nur die Distanz. Es ist der Untergrund. Während ich bei Havel und Panke oft auf gut ausgebauten Radwegen unterwegs bin, wechseln hier Asphalt, Sand, Schotter und Feldwege ständig.

Man fährt nicht gleichmäßig. Man reagiert. Man sucht die beste Spur. Man weicht Pfützen aus oder entscheidet sich bewusst für den härteren Randstreifen neben dem weichen Sand.

Und vor allem merkt man die Länge. 60 Kilometer wirken machbar. 120 Kilometer verändern die Perspektive. Man teilt die Strecke automatisch ein: bis Altlandsberg, bis Strausberg, bis Buckow. Zurück dann noch einmal das Gleiche.

Diese Mountainbike Tour Berlin Brandenburg ist weniger Sightseeing und mehr Strecke. Und genau das macht sie reizvoll.

→ Hier liest du alles zur Mountainbike Tour Berlin Brandenburg nach Buckow.

Irgendwann wollte ich wissen, was wirklich geht.

Wer die Tour an einem Tag fahren möchte, der sollte morgens früh starten. Ich habe in Buckow übernachtet und bin am nächsten Tag zurückgefahren.

Radtour Berlin oder schon Brandenburg?

Was ich an diesen drei Strecken besonders mag: Sie zeigen, wie fließend der Übergang ist.

Die Havel-Runde bleibt klar Berlin – auch wenn es sich am Tegeler See zeitweise nicht so anfühlt.

Die Panke-Tour bewegt sich genau auf dieser Schwelle. Man fährt durch Wohnviertel, dann durch Naturschutzgebiet, und plötzlich steht man auf einem Feld in Brandenburg.

Die Mountainbike-Strecke verlässt die Stadt bewusst und führt tief ins Umland. Hier geht es nicht mehr um Stadtgefühl, sondern um Weite.

Genau das macht Radtouren in Berlin und Brandenburg spannend. Man kann selbst entscheiden, wie viel Stadt man noch möchte – und wie viel Landschaft.

Welche Radtour in Berlin passt zu dir?

Ich werde oft gefragt, welche der drei Strecken die beste ist.

Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, was du suchst.

Willst du Wasser, Geschichte und diese typischen Berlin-Motive zwischen Mauerweg, Kanal und See?
Dann ist die Havel-Tegelersee-Runde genau richtig.

Willst du Ruhe, Naturschutzgebiet, Felder und diesen fließenden Übergang nach Brandenburg?
Dann folge der Panke bis zu den Karower Teichen.

Willst du wissen, wie weit du wirklich kommst?
Dann nimm das Mountainbike und fahr nach Buckow.

Alle drei Radtouren starten in Berlin.
Alle drei funktionieren als Tagesausflug.
Und alle drei zeigen, wie unterschiedlich sich Stadt und Umland anfühlen können – je nachdem, welchen Weg man wählt.

Warum ich inzwischen gerne mit dem Fahrrad unterwegs bin

Ich entdecke ein neues Berlin.

Ich fahre nicht nur die großen Straßen. Ich nehme die Wege dahinter. Uferpfade, schmale Durchgänge, Abkürzungen durch Kleingartenanlagen oder an alten Industriehallen vorbei. Orte, an denen man mit dem Auto einfach vorbeifährt.

Mit dem Auto will ich ankommen.
Mit dem Fahrrad nehme ich wahr, was dazwischen liegt.

Ich merke, wie schnell sich die Stadt verändert. Hinter einer Häuserreihe taucht plötzlich Wasser auf. Hinter einer Kreuzung beginnt ein Feld. Und manchmal sind es nur ein paar Meter neben der Hauptstraße – und trotzdem fühlt es sich anders an.

Es ist kein großes Aha-Erlebnis.
Es ist eher dieses Gefühl, näher dran zu sein.

Und genau deshalb bleibe ich dabei.

Beste Jahreszeit für Radtouren in Berlin und Brandenburg

Frühling ist ideal: angenehme Temperaturen, weniger Ausflugsverkehr, klare Luft.

Im Sommer funktionieren alle drei Strecken gut – mit Badepause am Tegeler See oder in Buckow.

Der Herbst bringt schöne Farben, besonders im Tegeler Forst und im Barnim. Die Luft ist kühler, die Wege leerer.

Im Winter sind Radtouren in Berlin möglich, aber anspruchsvoller. Wind, Matsch und eingeschränkte Gastronomie machen längere Strecken weniger attraktiv.

Was du vor einer Radtour in Berlin wissen solltest

Berlin wirkt flach – und ist es größtenteils auch. Trotzdem sollte man die Distanzen nicht unterschätzen. 40 oder 50 Kilometer fühlen sich anders an als die übliche Feierabendrunde.

Ein paar Dinge habe ich inzwischen gelernt:

  • Wind ist ein echter Faktor. Entlang der Havel oder auf offenen Feldwegen in Brandenburg kann Gegenwind Kraft kosten.
  • Nicht jede Strecke ist asphaltiert. Sand, Schotter und Kopfsteinpflaster gehören dazu.
  • Gastronomie ist nicht überall verfügbar. Gerade Richtung Brandenburg gibt es lange Abschnitte ohne Café oder Kiosk.
  • Navigation ist sinnvoll. Ich nutze Komoot, verlasse mich aber nie blind auf eine App. Wege können gesperrt sein oder schlicht verschwinden.

Diese Details entscheiden darüber, ob eine Radtour in Berlin entspannt bleibt – oder unnötig anstrengend wird.

Welche Ausrüstung bei längeren Radtouren sinnvoll ist

Ich bin kein Technik-Freak. Aber ein paar Dinge habe ich inzwischen auf die harte Tour gelernt.

Auf der Havel-Tour bin ich gestürzt. Nichts Dramatisches – aber Desinfektionsspray und ein Pflaster wären in dem Moment sehr willkommen gewesen.

Auf der Mountainbike Tour nach Buckow ging mir mitten im Wald der Handy-Akku aus. Keine Navigation, kein Überblick. Seitdem habe ich bei längeren Strecken immer eine Powerbank dabei.

Auf der Panke-Tour kam ich in einen ordentlichen Regenschauer. Und ja – die Regenjacke lag zu Hause.

Diese Liste beruht also nicht auf Theorie, sondern auf Erfahrung:

  • gut sitzender Helm
  • ausreichend Wasser
  • ein Müsliriegel oder Energy Ball für unterwegs
  • kleine Reparaturtasche (Schlauch, Mini-Pumpe, Multitool)
  • Powerbank bei längeren Touren
  • Sonnenbrille gegen Insekten
  • leichte Regenjacke
  • Satteltasche statt Rucksack für Proviant und Wasser

Gerade bei längeren Radtouren in Berlin und Brandenburg merke ich den Unterschied. Ein Rucksack drückt irgendwann auf Schultern und Nacken. In der Satteltasche ist das Gewicht besser verteilt – und ich komme entspannter an.

Gerade auf der Mountainbike Tour Berlin Brandenburg war ich froh über jedes Teil, das ich dabeihatte. Und über jedes, das ich beim nächsten Mal besser einpacke.

Häufige Fragen zu Radtouren in Berlin

Wie lang sind die Strecken?
Zwischen 44 und 120 Kilometern – je nach Route.

Sind die Touren flach?
Weitgehend ja. Die Herausforderung liegt eher im Untergrund und in der Distanz.

Braucht man ein spezielles Fahrrad?
Für Havel und Panke reicht ein gutes Trekking- oder Citybike. Für Buckow ist ein stabiles Mountainbike sinnvoll.

Sind die Touren für Anfänger geeignet?
Havel und Panke mit Grundkondition ja. Die Mountainbike-Tour eher nicht.

Kann man unterwegs abkürzen?
Ja. Besonders auf der Mountainbike-Strecke gibt es mit Strausberg eine gute S-Bahn-Anbindung zurück nach Berlin.

Radtouren in Berlin und Brandenburg sind für mich kein Selbstoptimierungsprojekt. Ich fahre nicht für Rekorde.

Ich fahre, weil ich Strecken mag.

Weil ich sehen will, was hinter der nächsten Abbiegung liegt. Weil ich wissen will, wie weit ich komme. Und weil Berlin – und das Umland – vom Fahrrad aus einfach anders wirkt als vom Auto oder aus der U-Bahn.

Nicht dramatisch anders.
Aber genug, um wieder loszufahren.

Rad-Glossar – welches Fahrrad passt zu welcher Radtour?

In Berlin sieht man inzwischen alles: Rennrad, Gravelbike, E-Bike, Lastenrad. Für jede Radtour in Berlin und Brandenburg ist das richtige Rad kein Luxus, sondern sinnvoll.

Hier ein kurzer Überblick:

Citybike / Stadtrad
Bequem, aufrecht, ideal für kürzere Strecken auf Asphalt. Für die Havel-Tour noch machbar – für Sandwege Richtung Brandenburg eher grenzwertig.

Trekkingrad
Der Allrounder. Stabiler Rahmen, mehrere Gänge, geeignet für längere Radtouren in Berlin mit wechselndem Untergrund. Für Havel und Panke ideal.

Gravelbike
Eine Mischung aus Rennrad und Geländerad. Leicht, sportlich, gut auf Schotter. Für viele Strecken in Berlin Brandenburg eine moderne, schnelle Lösung.

Mountainbike
Breite Reifen, robust, ideal für Sand, Waldwege und unbefestigte Strecken. Für die 120 Kilometer nach Buckow eindeutig die beste Wahl.

Ich fahre übrigens ein Mountainbike der ersten Generation von Gary Fisher aus den USA. Kein E-Bike. Keine Federung. Kein Motor. Es ist schwerer als moderne Räder und nicht besonders komfortabel – aber zuverlässig. Und vielleicht passt es deshalb so gut zu diesen Strecken.

E-Bike
Unterstützt beim Treten und macht längere Distanzen für viele zugänglich. Für 50 oder 60 Kilometer absolut sinnvoll – gerade bei Gegenwind. Auf sehr sandigen Offroad-Strecken ersetzt der Motor allerdings keine Fahrtechnik.

Am Ende zählt nicht die Kategorie, sondern dass das Rad zur Strecke passt. Havel und Panke funktionieren mit vielen Modellen. Die Mountainbike Tour Berlin Brandenburg verlangt ein stabiles Bike.

Text und Fotos ©Britta Smyrak

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