Welche Digitalkamera ist die bessere?

Ich nutze auf meinen Reisen eine Nikon D80 Baujahr 2006. Mit einem Superobjektiv leistet sie eigentlich gut Dienste. Eigentlich, denn es gibt drei Dinge, die mich stören. Sie ist relativ schwer, sie hat keine Videofunktion und kein WLAN. Ist halt ein bisschen in die Jahre gekommen die Gute.

Nikon-Kamera-D80-LOOPING-Magazin

Ich ertappe mich immer mehr dabei meine Bilder mit dem Handy zu machen, aber das ist keine Dauerlösung. Auf der Suche nach einem Ersatz, stelle ich fest, es ist gar nicht so leicht, denn welche Digitalkamera ist die bessere für mich?

Digitalkameras, die wesentlichen Unterschiede.

Die Entwicklung bei den Digitalkameras in den letzten Jahren war rasant und mein kurzer Besuch in der Fotoabteilung eines großen Kaufhauses hat mich schnell überfordert. Mal eben eine Kamera kaufen geht nicht bei der Anzahl an Modellen und technischen Datails. Allein die Fragen, ob ich bei einer Spiegelreflexkamera bleiben oder eine spiegellose Systemkamera wählen soll bereiten mir schon schlaflose Nächte. Erste Erkenntnis: Video und WLAN sind gar kein Thema mehr, das können scheinbar alle. Aber, es hilft nichts, ich muss die Sache systematisch angehen. Im großen und Ganzen unterteilen sich die Digitalkameras in drei Gruppen:

  • Spiegelreflexkameras,
  • spiegellose sogenannte Systemkameras
  • Kompaktkameras.

Digitale Spiegelreflexkamera

Vorteil: Eine digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) ist, wie der Name schon sagt, eine Kamera, die einen Spiegel hat und eine hervorragende Bildqualität liefert. Im Prinzip das, was ich habe, nur auf dem neuesten Stand. Neben unzähligen Einstellmöglichkeiten gibt es jede Menge Objektive zum Wechseln, wodurch man die Kamera seinen individuellen Bedürfnissen anpassen kann. Außerdem haben diese Kameras einen optischen Sucher, durch den man exakt den Bildausschnitt sieht. Genau das Richtige für den Profi.

Nachteil: Größe und Gewicht und die Kamera hat mehr Einstellungen, als in der Regel genutzt werden. Für meinen Bedarf vielleicht Perlen vor die Säue? Sollte ich wieder eine digitale Spiegelreflexkamera kaufen, macht eine neue Nikon total Sinn, denn da passt das alte Objektiv.

Systemkamera

Vorteil: hervorragende Bildqualität, manuelle Einstellmöglichkeiten, wechselbare Objektive, alles durchaus vergleichbar mit der Qualität einer Spiegelreflexkamera. Und der Clou, eine deutlich geringere Größe und weniger Gewicht. Bingo!

Nachteil: Der optische Sucher fehlt. Die meisten Systemkameras haben diesen durch einen elektronischen Sucher ersetzt. Es gibt also weiterhin etwas zum Durchgucken aber ich glaube, die meisten sehen eh nur auf den Bildschirm. Durch den elektronischen Sucher hat man einen höheren Akkuverbrauch und die Auswahl an Wechselobjektiven ist deutlich geringer.

Kompaktkameras

Vorteil: geringes Gewicht und minimale Größe aber das bietet in meinen Augen mein Smartphone auch.
Nachteil: geringere Bildqualität, keine Wechselobjektive, geringer optischer Zoom.

Technisches Latein und worauf es wirklich ankommt

Megapixel

Je mehr Pixel, desto besser ist die Kamera? Das gilt nur unbedingt. Viel wichtiger ist die Frage, was man mit den Fotos machen möchte. Klar bietet eine hohe Auflösung die Möglichkeit Ausschnitte zu vergrößern oder das Foto auf Postergröße auszudrucken, aber 6 Megapixel reichen bereits für ein Foto in A4 Größe. Zum Vergleich, ein durchschnittlicher HD-Bildschirm zeigt Bilder mit einer Auflösung von 1920×1080 Pixel, das entspricht nicht mal 2,5 Megapixel.

Lichtempfindlichkeit

Bei guten Lichtverhältnissen machen fast alle Kameras gute Fotos. Die Unterschiede zeigen sich wie immer in den Extremsituationen, zum Beispiel bei Dunkelheit. Beim Kamerakauf ist es daher wichtig, darauf zu achten, dass auch bei einem hohen ISO-Wert (1.600 oder höher) noch Bilder entstehen, die kein oder nur ein sehr geringes Bildrauschen haben. Eine große, wenn nicht gar die entscheidende Rolle spielt dabei das Objektiv, denn mit einem lichtstarken Objektiv können auch bei schlechten Lichtverhältnissen noch gute Fotos entstehen. Es ist also das Zusammenspiel von Kamera und Objektiv, das für gute Fotos sorgt. Wie gut, bzw. lichtempfindlich ein Objektiv ist, erkennt man an der maximalen Blendenöffnung, die z. B. mit F3,5 oder F 2,8 angegeben ist. Je kleiner die Zahl hinter dem F, desto lichtstärker ist das Objektiv.

Wie wichtig ein gutes Objektiv ist, erkennt man auch am Preis, der gerne mal den Kamerapreis übersteigt. Wer also vor der Wahl steht, ob er mehr Geld für die Kamera selbst oder das Objektiv ausgeben soll, dem würde ich empfehlen, mehr in das Objektiv zu investieren.

Die richtige Kombination. Kamera und Objektive.

Ein wichtiger Punkt bei der Kaufentscheidung ist die Anzahl verfügbarer Objektive für die Kamera. Wer sich für eine Spiegelreflexkamera von einem großen Hersteller wie Nikon oder Canon entscheidet, hat eine riesige Auswahl an Objektiven, die dazu gekauft werden können. Und es gibt auch ein großes Angebot von Drittherstellern. Wer sich für ein weniger populäres Modell entscheidet, sollte sich über die Objektivauswahl schlaumachen. Das muss kein Ausschlusskriterium sein, aber wie oben bereits erwähnt, es kommt auf die richtige Kombi an. Neben der Lichtempfindlichkeit spielt auch die Brennweite eines Objektivs, also der Bereich, in welchem ein Motiv heran- oder herausgezoomt werden kann, eine entscheidende Rolle. Es gibt Objektive mit einem sehr großen Zoombereich, 16-300 mm, oder 18-200 mm, damit ist man für alle Situationen gewappnet. Es gibt aber auch Objektive mit einer festen Brennweite. Ich persönlich mag die Möglichkeiten eines Zoomobjektives, ohne sie jedes Mal zu nutzen.

Genug Theorie, für den Reality- Check frage ich die Profis, andere Reiseblogger

Wie ich sind sie viel auf Reisen und haben bei einem Kauf sicher ähnliche Anforderungen an ihre Digitalkamera gehabt. Meine Fagen lauten:

  1. Welche Kamera benutzt du?

  2. Was war für dich das entscheidende Argument?

  3. Welche Objektive benutzt Du?

  4. Wann hast du die Kamera gekauft und was hat dich der Spaß ungefähr gekostet?

Hier findest du die Antworten von Beatrice Anton vom Blog Reisezeilen, Inka Chall vom Blog Blickgewinkelt, Heike Kaufhold von Kölnformat, Michael André Ankermüller vom Blog Bohème und Gabi Reichert von den 5Reicherts.

4 Kommentare

  • Claudia sagt:

    Ich bin vor einigen Jahren von einer „besseren“ Kompaktkamera auf Spiegelreflex umgestiegen und meine Pentax K-30 begleitet mich noch immer zuverlässig (auch wenn ich natürlich immer mal wieder nach neuen Modellen schaue).

    Mich hat damals die Bildqualität in der Preisklasse, Verarbeitung des Gehäuses und die relativ geringe Größe/Gewicht überzeugt. Die Auswahl an Pentax-Objektiven ist natürlich geringer als bei Nikon & Co, aber für mich mehr als ausreichend. Heute nutze ich hauptsächlich Festbrennweiten, die (oft) nicht nur kostengünstig sind, sondern auch leicht und recht lichtstark. Ich würde mich auf einer Städtetour nicht mit einem Zoom-Objektiv abschleppen wollen. Als Ersatzkamera habe ich immer eine Kompakte dabei, auch wenn ich sie noch nie gebraucht haben.

    Eine Systemkamera käme für mich nicht in Frage, da mir der optische Sucher doch arg fehlen würde – aber wie alles, ist auch dies eine Geschmacksfrage. Mit dem Smartphone mache ich nur ab und an Bilder für Facebook oder Twitter …

    Letztendlich macht das Motiv und der fotografische Blick den Unterschied. Ich würde als Anfänger nicht zu viel Geld ins Gehäuse investieren … gute Objektive bleiben, digitale Kameras hingegen haben ein relativ kurzes Leben. Die eigenen fotografischen Fähigkeiten wachsen mit der Zeit und entsprechend kann man dann immer noch nach oben aufstocken. Und man sollte sich immer fragen, was man hauptsächlich fotografieren möchte: Landschaften oder Portraits, Tierfotografie oder Nahaufnahmen … fotografiert man ausschließlich oder braucht man auch ansehbare Videos ..

    LG Claudia

    PS: Ach ja, die Videofunktion meiner Kamera ist nicht unbedingt der Knaller, aber da ich sie so gut wie nie nutze, stört es mich natürlich nicht ;-))

    • Hallo Claudia, danke für deine ausführlichen Input. Mit einer Spiegelreflexkamera bist du definitiv auf der sicheren Seite auch was die Qualität und damit verbunden die Verwendung der Bilder betrifft. Für mich war die Erkenntnis, dass das Handy mittlerweile die Kompaktkamera ersetzt hat ganz spannend. Und wenn du viel auf Reisen bist, dann ist das Gewicht einer Kamera durchaus relevant. Ob man sich dann mit einem elektronischen Sucher abfinden mag oder den optischen auf jeden Fall braucht, dass ist, wie du selbst sagst, Geschmackssache. Ich habe eine Spiegelreflexkamera, wenn auch wie gesagt ein älteres Modell und würde jetzt als Zweitkamera zu einer Systemkamera tendieren. Leider scheint Nikon da nicht so stark zu sein. Also wird es eher eine andere Marke werden, auch wenn dann das Objektiv nicht mehr passen sollte…
      Liebe Grüße Britta

  • Finja sagt:

    Ich bin eher der Fan von einer Digitalkamera. Klar macht eine Spiegelreflexkamera besser Bilder, aber eine Digitalkamer passe in jede tasche und ist schnell rausgeholt. Und wenn man ein bisschen mehr Geld in die Hand nimmt, bekommt man auch eine gute Digitalkamera.
    Hab auch schon welche gesehen, wo man die Objektive wechslen kann, aber dann würde ich lieber eine Spielgelrefelx nehmen, als eine Digitalkerma, wo man das wechslen kann 😉

    • Hallo Finja, ich denke es kommt darauf an, wofür Du die Bilder benötigst, bzw. welchen Anspruch Du an das Foto hast. Auf jeden Fall gibt es tolle Digitalkameras. Mir ist nur aufgefallen, dass das Handy mittlerweile so gute Bilder macht, dass ich eine Kompaktkamera nicht kaufen würde. Aber ich habe mich je selber für eine Systemkamera entschieden und mir im letzten Jahr die Sony Alpha 7R II gekauft. Hammerkamera!

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