Der Schatz im Plitvicer See.

Tag 3: Ich konnte es einfach nicht abwarten und spicke schon ganz früh am Morgen durch den Vorhang. Na, wenn das kein Hoffnungsschimmer ist! Die Sonne kämpft sich schüchtern durch die Wolken. Jetzt schnell frühstücken und dann ab ins Auto.

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Tag 3: von Krk mit dem Auto zu den Plitvicer Seen

Gestartet bin ich vor zwei Tagen in Zagreb und heute fahre ich von Krk mit dem Auto zu den Plitvicer Seen. Über die riesige Brücke geht es zurück aufs Festland und ich sehe die Insel Krk aus dem Seitenfenster immer kleiner werden. Leider ziehen wieder Wolken auf, der Regen kehrt zurück. Ach verdammt, das Land ist so schön und ich kann es nicht sehen.

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Frustriert drehe ich das Radio auf und reiße die Kilometer runter. Gerade noch rechtzeitig höre ich wie mein Navi plötzlich vorschlägt, jetzt links abzubiegen. Ja, genau, in diese kleine Straße! Ich bin nicht so wirklich überzeugt von dieser Idee, aber wozu hat man ein Navi, wenn man ihm nicht folgt? Ich biege ab und im Nirgendwo.

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Von Natur aus bin ich nicht besonders ängstlich, möchte ich mal behaupten, aber jetzt wandert mein Blick doch zur Tankuhr. Halb voll, das ist beruhigend. Ich kurve knapp zwei Stunden durch eine menschenleere Gegend. Ich komme durch den kleinen Ort Dabar. Vereinzelt stehen Häuser auf Wiesen. Teilweise verlassen oder ausgebrannt und noch mit Einschusslöchern aus dem Jugoslawienkrieg, hier und da auch ein Grabstein.

Ich freue mich richtig, als mir das einzige Auto auf der ganzen Strecke entgegen kommt. Der Fahrer schaut mich genauso entgeistert an, wie ich ihn. Pause machen ist jetzt keine gute Idee wie dieses nette Warnschild mir zeigt. Minen! Was soll’s, ich fahre unbeirrt weiter, das Navi schweigt.

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Schade, dass ich hier alleine bin, denn diese Gegend ist faszinierend und fühlt sich so einsam und fernab jeglicher Zivilisation an, da ist es fast schade, als ich nach zwei Stunden wieder auf der Hauptstraße lande. Und siehe da, es war tatsächlich die schnellste Route, 1 Minute kürzer als über die Autobahn. Na das ist doch was!. I love you Navi.

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Je näher ich dem Nationalpark komme, umso dichter wird der Verkehr. Es gibt einen riesigen kostenpflichtigen Parkplatz vor dem Haupteingang auf dem auch jede Menge Reisebusse stehen. Wieder erwarten scheint das schlechte Wetter niemanden von einem Besuch abzuhalten. Ganz im Gegenteil, am Haupttor 1 ist viel los und ich habe Schwierigkeiten Helena, meinen Guide in dem Gewimmel zu finden.

Mein Guide Helena weiß (fast) alles

Helena ist aufgewachsen in Deutschland und arbeitet seit 1979 für den Park. Sie weiß alles über die Seen und während wir losmarschieren erklärt sie mir, dass die Plitvicer Seen aus 16 Seen bestehen, die terrassenförmig miteinander verbunden sind. Zwischen dem obersten und dem untersten See liegt ein Höhenunterschied von über 130 Metern. Der „Kozjak“ ist der größte aller Plitvicer Seen mit einer Länge von über 2300 m und bis zu 47 m Tiefe und auf ihm verkehren eigentlich die Fähren des Nationalparks, nur heute nicht, wegen des schlechten Wetters. Ich habe alles notiert!

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Wir können nicht direkt am Ufer entlanglaufen, da auch viele Wege unter Wasser stehen. Wir schauen uns also nur die unteren Seen an und das von oben!

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Die Aussicht ist gigantisch. Ich beobachte von oben, wie die Touristen im Wasser versinken, weil sie die Wegsperrungen ignoriert haben, und finde immer mehr Gefallen an dem Schmuddelwetter, denn es verleiht dieser Gegend auch etwas Mythisches. In den 60er Jahren wurden hier die See- und Wasserfallszenen von Winnetou I sowie große Teile von Winnetou II und III gedreht. Der „Schatz im Silbersee“ versank also in Wirklichkeit in einem der Plitvicer Seen! Davon hat mir Helena aber nichts erzählt. Sie kann ja auch nicht wissen, dass ich als Kind ein großer Winnetou Fan war.

Ich hatte meine Tochter bei der Reise leider nicht dabei, aber ich glaube es hätte ihr auch gefallen. Wer wissen möchte, wie die Seen bei Sonne aussehen, und ob man den Ausflug auch mit kleinen Kindern machen kann, der sollte den schönen Artikel im Blog „Antons ganze Welt“ von Katja lesen, und ich mache mich jetzt auf den Weg nach Zadar.

Fotos: Britta Smyrak

 

Mit dem Auto zu den Plitvicer Seen. Danke für die Unterstützung meiner Kroatienreise an die Kroatische Zentrale für Tourismus, an Helena für die Führung und an die Autovermietung Hertz für den flotten Wagen, mein sicherer Begleiter auf all meinen Wegen.

2 Kommentare

  • Katja sagt:

    Also mystisch trifft es ganz gut. Faszinierend, wie unterschiedlich die Seen bei anderen Witterungsverhältnissen wirken.
    LG, Katja

    • Britta Smyrak sagt:

      Aber ich war auch ein bisschen neidisch über eure sonnigen Bilder Katja : ) Ich wäre vor allem sehr gerne mit dem Schiff auf dem großen see gefahren.

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