In 48 Stunden London mit Kind entdecken.

London Towerbridge In 48 Stunden London mit Kind entdecken

Juhu wir fliegen nach London! Bei der Buchung juckt es mir ganz schön in den Fingern, das Wochenende mit meiner Tochter einfach zu verlängern. Was würde sie in der Schule schon verpassen? Mir fällt schon die ein oder andere Notlüge ein, aber wie erkläre ich dann die Bilder in den Artikeln?

Ranzen in die Ecke und ab nach Schönefeld

Unsere Schule versteht da keinen Spaß also beuge ich mich mit einem tiefen Seufzer dem Gesetz. Unsere Challenge heiß: In 48 Stunden London erkunden: Lohnt es sich, bedeutet das nur Stress und was gibt es in London mit Kind zu entdecken? Ich verrate sicher kein Geheimnis, wenn ich sage, dass das günstigste Angebot ab Berlin ein Flug mit easyJet ist, aber was ich viel wichtiger finde, die Airline fliegt wochentags 5-mal nach London, da findet jeder seine passende Abflugzeit. Und, nachdem ich in mehreren Anläufen gelernt habe, wie einfach ich mit der S-Bahn nach Schönefeld komme, hat der Flughafen für mich auch seinen Schrecken verloren.

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Die Abendsonne scheint zum Abschied und wir freuen uns, denn heute Abend sind wir schon in London. Mit Handgepäck geht es schnell durch die Kontrolle. Die Zeit am Flughafen vertrödeln wir auf der Suche nach einem Comic und schon steht die Maschine zum Einstieg bereit. Seit jeder seinen festen Sitz bei easyJet hat, gibt es nicht mehr dieses Gedrängel beim Einstieg. Das finde ich sehr angenehm. Wir versäumen leider das bevorzugte Einsteigen für Familien, da Lilia unbedingt die Seite in ihrem Comic noch zu Ende lesen muss und das geht auf gar keinen Fall im Gehen. Ist aber auch schnurz.

London Gatwick

Nach zwei Stunden schon landen wir in London Gatwick und das einzig ärgerliche an diesem Flughafen ist die lange Schlange bei der Einreise. Besonders für Familien weil Kinder die automatische Passkontrolle nicht nutzen dürfen. Also stehen wir an und warten geduldig.

Hinter der Kontrolle begrüßt uns die Queen und Prinzessin Anne und ich suche das Hinweisschild zum Gatwick Express, der uns nach London City bringt. Das Ticket habe ich vorab online bestellt und ausgedruckt, das ist nicht nur billiger, sondern wir umgehen dadurch elegant die lange Warteschlange am Ticketautomaten. Was ich jetzt weiß und ihr euch alle merken könnt. In London stehen an jedem Automaten Warteschlangen, also ist es verdammt schlau sich gleich am Flughafen eine Oystercard (Fahrkarte mit Guthaben) oder ein Tagesticket zu kaufen, denn damit vermeide ich das Anstehen.

Die Oystercard für Kinder kann nur direkt in London 4-12 Wochen vor der Reise online bestellt werden, aber Kinder bis 10 Jahre fahren in Begleitung eines Erwachsene kostenlos, also immer schön bei Mama oder Papa bleiben.

Für unsere 48 Stunden habe ich mich für das Tagesticket entschieden, da musste ich mir keinen Kopf machen, wie viel Guthaben ich auflade und wo ich die Karte wieder zurückgebe. Wer ganz genau wissen möchte, wie das mit den Tickets geht, der schaut am besten hier.

London calling

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Der Zug braucht von Gatwick bis zur Victoria Station 30 Minuten und ich habe den Song „London calling“ von The Clash im Ohr. Von dort nehmen wir die Circle Line bis Liverpool Street und sind 2 1/2 Stunden nach der Landung im Andaz Hotel.

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Wir schlüpfen durch die Drehtür und verkrümeln uns aufs Zimmer. Für große Unternehmungen sind wir heute Abend doch zu müde. Außerdem haben wir morgen viel vor. Good night, ich singe mich in den Schlaf „… The ice age is coming, the sun is zooming in. Engines stop running and the wheat is growing thin. A nuclear error but I have no fear London is drowning and I, I live by the river….“

Noch (knapp) 36 Stunden

Um 9 Uhr sind wir im schönen Frühstücksaal und staunen über das englische Frühstück mit weißen Bohnen, Kartoffeln und Würstchen.

Frisch gestärkt machen wir uns auf London zu entdecken. Wir laufen Richtung Themse zum Boroughmarket, einem sehr schönen Markt für Lebensmittel, der nur am Wochenende geöffnet ist. Schon der Weg dorthin ist interessant und führt vorbei am berühmten Geschäftshaus von Sir Norman Foster, das liebevoll die Gurke genannt wird.

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Als Nächstes kommen wir zum Monument, das ist eine Säule, die an den verheerenden Stadtbrand 1666 erinnert. Ganz oben auf der Säule befindet sich eine vergoldete Urne und die Höhe von 61 Metern markiert exakt die Distanz zwischen dem Standplatz und der ehemaligen Bäckerei von Thomas Farynnor in Pudding Lane, in der das Feuer in der Nacht zum 2. September 1666 ausgebrochen war. In vier Tagen verbrannten damals vier Fünftel der Londoner Innenstadt.

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Liebe geht durch den Magen

Weiter geht es über die London Bridge mit Blick auf die Tower Bridge und rüber auf die andere Seite der Themse. Hier tauchen wir ein in die Hallen des schönen Borough Market, mitten rein ins Gedränge.

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Ich verkürze mein Sightseeing Programm im Kopf, denn es macht Spaß sich treiben zu lassen, stehen zu bleiben, die Londoner zu beobachten und selber an den Ständen die Ware zu probieren, anstatt schnell zur nächsten Attraktion zu eilen.

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Markt gibt es auch jede Menge netter Läden, wie zum Beispiel das Monmouth vor dem die Leute tatsächlich für einen Kaffee Schlange stehen.

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Oder das Neal’s Yard Dairy in dem ich mich eher wie in einer Käserei auf dem Land fühle, statt in London.

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Mein Blick wandert zur Uhr, 12 Uhr, High Noon, wir müssen los, denn wir haben in zwei Stunden eine Verabredung mit Harry Potter und dafür müssen wir jetzt schnell mit der Subway zum Bahnhof Euston. Von dort bringt uns der Vorstadtzug nach Watford Junction zur Warner Bros. Studio Tour. Wir sind schon ganz aufgeregt! Uns bleiben noch 30 Stunden.

Fotos: Britta Smyrak und Lilia Smyrak

Die Reise wurde unterstützt von easyJet und dem Andaz Liverpool Street. Vielen Dank dafür. Und es gibt noch eine Gute Nachrichten! Die britische Luftverkehrssteuer (Airline Passenger Duty /APD) wird vom 1. Mai 2015 an auf Flügen ab britischen Flughäfen für Kinder nicht mehr erhoben, sofern sie am Reisetag noch unter 12 Jahren alt sind. Dies bedeutet eine Einsparung von £ 13 * pro Kind!


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