Nicht weitersagen! Chrissi Island, die unbewohnte Insel

Chrissi Island, die unbewohnte Insel südlich von Kreta

Es gibt Orte, die möchte man am liebsten geheim halten oder der ganzen Welt davon erzählen. Chrissi Island, die unbewohnte Insel südlich von Kreta ist einer davon. Das kleine Paradies liegt nur 9 Meilen entfernt im Libyschen Meer und wird mit dem Boot ab Ierapetra angefahren. Die Einwohner nennen sie einfach nur die Insel, was für eine Untertreibung!


Tagesausflug ins Paradies

Die Fahrt dauert ca. 50 Minuten, das Schiff legt im Süden der Insel an. Man könnte direkt hier bleiben und baden gehen, aber die meisten und auch uns zieht es zum „Golden Beach“, dem Sandstrand auf der anderen Seite der Insel, einem der schönsten Strände, wie es heißt.


Auf ausgebleichten Holzplanken marschieren wir im gleißenden Licht der griechischen Sonne einen knappen Kilometer durch die Dünen, vorbei an knorrigen libanesischen Zedern. Wir sind nicht alleine auf der Insel, denn das Boot war rappelvoll, aber bereits auf dem Weg zum Strand verteilt es sich ganz gut.

Am „Golden Beach“ kannst du für 10 Euro zwei Liegen und einen schönen Sonnenschirm aus Palmenblättern mieten. Ein fairer Preis, wie ich finde und bei der brutzelnden Sonne absolut zu empfehlen.

Das Wasser ist glasklar und schimmert, wie in der Karibik türkisgrün. Schade ist nur, dass es unter Wasser steinig und nicht sandig ist. Trotzdem bin ich immer wieder begeistert, wenn ich feststelle, dass ich für das Paradies gar nicht um die halbe Welt fliegen muss, sondern einfach nur nach Kreta!

Gab es früher nur am Anleger eine Bar, so ist eine Zweite am „Golden Beach“ dazugekommen. Die Betreiber leben von Mai bis Oktober, also ungefähr ein halbes Jahr auf der Insel und sorgen für gute Stimmung. Neben der Musik, dem Verkauf von wirklich guten Cocktails und dem Vermieten der Liegen kümmern sie sich außerdem in Eigenregie um die Toiletten und die Müllentsorgung. Wenn du es etwas ruhiger haben möchtest, dann nimm dir einen Sonnenschirm am Rand der Beach, da hörst du die Musik nicht so laut.

Wie kommt man zu dieser Bar auf diesem traumhaften Fleckchen Erde?

Für die Pacht der Bar gibt es jedes Jahr eine Ausschreibung, um die man sich bewerben muss, verrät mir Minas. Er und zwei Kollegen sind die Glücklichen, die diese Saison auf der Insel leben dürfen. Und nachts ist es längst nicht so einsam, wie ich dachte, denn Minas gibt mir noch einen Tipp. Auch wenn es offiziell nicht erlaubt ist auf Chrissi Island zu campen, so wird der eine oder andere Übernachtungsgast mit Schlafsack für eine Nacht geduldet, denn was soll man auch tun, wenn man das Boot verpasst hat?

Chrissi Island, die unbewohnte Insel südlich von Kreta

Ich stelle es mir traumhaft vor, einfach hier zu bleiben und eine Nacht unterm Sternenhimmel zu verbringen. Da die Ausgflugsgäste um 16.30 die Insel schon verlassen müssen, hast du den ganzen Abend und den nächsten Morgen die Insel für dich, inklusive Sonnenauf- und -untergang. Das ist Robinsonfeeling pur!

 

10 Tipps zu Chrissi Island, die unbewohnte Insel südlich von Kreta:

  • Von Mitte Mai, bis Ende Oktober gibt es tägliche Ausflugsfahrten mit Cretan Daily Cruises zur Insel.
  • Abfahrt ist 10.30 Uhr von der Anlegestelle in Ierapetra. Die Rückfahrt von Chrissi ist 16.00 Uhr. Buchen kannst du die Tickets hier.
  • An Bord gibt es zu essen und zu trinken, aber es empfiehlt sich, vorher eine große Flasche Wasser zu kaufen und sie mit zum Strand zu nehmen.
  • Die Stadt Ierapetra erhebt eine Gebühr von 1 € auf jedes Ticket der Passagiere die über 4 Jahre alt sind.
  • Passagiere bis 3 Jahren reisen umsonst. Passagiere zwischen 4-12 Jahren bezahlen 12 €. Passagiere ab 13 Jahre und Erwachsende bezahlen 25 €
  • Du kannst den Ausflug bei Thomas Cook und Neckermann auch pauschal buchen. Ab dem Hotel Sentido Mikri Poli kostet es für Erwachsene 41 Euro, für Kinder von 4 – 12 Jahre 22 Euro. Kinder bis 3 Jahre fahren kostenlos mit. Im Preis inklusive sind die Transfers von und nach Ierapetra, das Bootsticket mit Essen und eine deutschsprachige Tourbegleitung.
  • Chrissi Island ist ein Naturschutzgebiet und es versteht sich eigentlich von selbst, das Wegwerfen von Abfall, Sammeln von Muscheln, Steinen, Pflanzen und Entzünden von Feuer, Camping und Wandern abseits der gekennzeichneten Wege verboten ist.
  • Wer hat, der sollte Badeschuhe mitnehmen, die vulkanischen Felsen am Strand können sehr unangenehm für empfindliche Füße sein. Auch im Wasser ist der helle Untergrund kein Sand, sondern Stein.
  • Auf dem Boot und auf der Insel gibt es zu essen und zu erinken, aber eigener Vorrat schadet nicht, vor allem Wasser sollte man nicht vergessen.
  • Am Besten seinen eigenen Müll wieder mitnehmen.

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Fotos und Text Britta Smyrak

Danke an Thomas Cook für die Einladung zu diesem Ausflug.

 

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